Erwin Rommel – Kurzbiographie

Erwin Rommel in Uniform

Erwin Rommel

Erwin Rommel – Kurzbiographie

Von Frank Drescher

Das Leben Erwin Rommels begann im beschaulichen Heidenheim und endete 1944 durch einen erzwungenen Selbstmord. Der einstige Lieblingsgeneral des "Führers" war zu diesem Zeitpunkt erst 53 Jahre alt und konnte auf eine steile Karriere in der Wehrmacht zurückblicken.

Am 15. November 1891 wird Erwin Rommel als drittes von fünf Kindern in Heidenheim an der Brenz geboren. Seine Mutter Helene Rommel ist die Tochter eines hohen Beamten, der Vater Erwin ist Rektor einer Realschule.

Getauft wird der Junge auf den Namen Johannes Erwin Eugen. Rommel ist als Kind ein verträumter, blasser und oft kränkelnder Junge, auch in der Schule ist er nicht erfolgreich.

Erst später entwickelt sich sein mathematisches Talent und er interessiert sich für die Fliegerei. Die Zeppelinwerft am Bodensee hat es ihm angetan. Er will Flugzeugingenieur werden. Doch der Vater stellt ihn vor die Wahl: Lehrer oder Offizier. Rommel entscheidet sich für das Militär.

Am 19. Juli 1910 tritt Rommel als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment "König Wilhelm I."  im oberschwäbischen Weingarten ein. Mit 20 wird Rommel Leutnant und bildet für das Regiment Rekruten aus. Der junge Offizier hat eine Freundin: Walburga Stemmer, sie wird schwanger. Tochter Gertrud kommt Dezember 1913 zur Welt. Doch Erwin Rommel wird Walburga Stemmer nicht heiraten.

schwarz-weiß-Aufnahme: Deutsche MG-Einheit am Isonzo

Deutsche MG-Einheit am Isonzo

August 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. Erwin Rommel kämpft immer an vorderster Front, wird mehrfach verwundet, befördert und ausgezeichnet.

Oktober 1917 steht er als Kompaniechef des württembergischen Gebirgsbataillons einer italienischen Übermacht an der Isonzo-Front gegenüber. Für die Eroberung des Monte Matajur ist der höchste Orden ausgesetzt: der Pour le Mérite. Rommel will ihn haben. Er erstürmt an der Spitze seiner Truppe den Matajur und hat Erfolg. Doch zunächst wird ein anderer ausgezeichnet.

Schwarz-weiß-Aufnahme von Lucia Maria Mollin.

Rommels Jugendliebe und spätere Frau Lucia Maria Mollin

Rommel reicht Beschwerde ein, erst nach Wochen bekommt er recht. Noch im Krieg hatte er eine Jugendfreundin, die er 1911 während eines Kriegsschullehrgangs in Danzig kennengelernt hatte, geheiratet: Lucie-Maria Mollin.

Nach dem verlorenen Krieg und den Bestimmungen des Versailler Vertrags darf die deutsche Heeresstärke hunderttausend Mann nicht übersteigen. Es kommt zu Massenentlassungen in der ehemaligen Reichswehr, von denen Rommel allerdings verschont bleibt.

Erst mit der Wiederbewaffnung und Aufrüstung 1935 nach der Machtübergabe an Hitler erwachsen für die deutschen Offiziere wieder Chancen, in der Wehrmacht Karriere zu machen. Und Erwin Rommel weiß seine Chancen zu nutzen. Gefördert durch Hitler macht er eine Bilderbuch-Karriere und wird zum Helden der NS-Propaganda.

schwarz-weiß-Aufnahme von Erwin Rommel mit dem Tapferkeitsorden.

Erwin Rommel mit dem höchsten Tapferkeitsorden Pour le Mérite (wiki: gemeinfrei)

  • 1935 Ernennung zum Oberstleutnant
  • 1937 Beförderung zum Oberst
  • 1939 Kurzzeitig Kommandeur der Kriegsschule in Wiener Neustadt
  • 1939 Kommandant des Führerhauptquartiers bei der Zerschlagung der Rest-Tschechei und auch beim Überfall auf Polen. Hitler ernennt ihn danach rückwirkend zum Generalmajor
  • 1940 Ernennung zum Kommandeur der 7. Panzer-Division im Frankreich-Feldzug  
  • 1941 Beförderung zum Generalleutnant und Ernennung zum Befehlshaber der deutschen Truppen in Nordafrika
  • 1942 Aufstieg zum Generaloberst nach militärischen Erfolgen in Nordafrika. Nach der Eroberung Tobruks Juni
  • 1942 folgt die Beförderung zum Generalfeldmarschall. Mit 50 Jahren ist er zu diesem Zeitpunkt der jüngste Inhaber dieses Ranges in der Wehrmacht
  • 1943 Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B in Frankreich
  • 1944 übernimmt Rommel das Kommando über alle deutschen Truppen nördlich der Loire unter dem Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall 

UNSERE QUELLEN

  • Rommel – Die Dokumentation, Thomas Fischer, SWR, 2012
  • Desmond Young: "Rommel". Limesverlag, 1959
  • David Fraser: "Rommel. Die Biographie". Siedler Verlag, 1995
  • David Irving: "Rommel – Eine Biographie". Verlag Hoffmann und Campe, 1978

SWR | Stand: 30.09.2020, 17:30

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