Deutsche Nobelpreisträger

Portrait von Nobelpreisträger Wilhelm Conrad Röntgen

Nobelpreisträger

Deutsche Nobelpreisträger

Von Silke Hempel

Schon bei der ersten Nobelpreisverleihung 1901 war ein Deutscher unter den Preisträgern. Bis die erste deutsche Forscherin ausgezeichnet wurde, sollten knapp 100 Jahre vergehen. Insgesamt erhielten die Deutschen bisher 84 Nobelpreise. Hier einige der bekanntesten.

Wilhelm Conrad Röntgen: Nobelpreis für Physik 1901

Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) war der erste Wissenschaftler der Welt, der den Nobelpreis für Physik bekam. Ausgezeichnet wurde er 1901 für die Entdeckung jener Strahlen, die die Medizin revolutionierten und später nach ihm benannt wurden. Die Anerkennung erhielt er sechs Jahre nachdem er die Röntgenstrahlen entdeckt hatte.

Trotz Nobelpreis gelang es Röntgen nicht, eine Doktorarbeit zu veröffentlichen, er bekam trotz zweier Hochschuldiplome nie die Zulassung dafür. Das bürokratische Hindernis: Röntgen hatte kein Abitur.

Robert Koch: Nobelpreis für Physiologie/Medizin 1905

Das Nobel-Komitee verlieh dem Mediziner Robert Koch (1843-1910) die Auszeichnung für Untersuchungen auf dem Gebiet der Tuberkulose-Forschung. Die entscheidende Entdeckung lag ebenfalls einige Jahre zurück.

Robert Koch

Robert Koch: Geehrt für seine Tubekulose-Forschung

Schon 1881 fand er das Tuberkulosebazillus, durch das ihm die Entwicklung eines Heilmittels gelang. Ein Jahr später entdeckte Robert Koch auch den Erreger der Cholera. Mit seinen Forschungen über Bakterien als Erreger legte er die Grundlage für den Kampf gegen Infektionskrankheiten.

Max Karl Ernst Ludwig Planck (1858 bis 1947): Nobelpreis für Physik 1918

Durch seine Entdeckung der Quantenenergie machte die Physik einen Sprung in die Zukunft: Max Planck (1858-1947) erhielt 1918 den Nobelpreis in Physik, 1900 fasste er seine Theorie in einer schlichten Publikation von nur neun Seiten zusammen.

Ein Portrait von Max Plank, Nobelpreisträger und Physiker

Entdecker der Quantenenergie: Max Planck

Mit seinen Erkenntnissen zwang Planck die Physiker zum radikalen Umdenken: Einstein entwickelte dadurch seine neue Lehre vom Licht. Max Planck wurde 1930 Präsident der "Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften", ein Jahr nach seinem Tod wurde sie umbenannt in "Max-Planck-Gesellschaft".

Albert Einstein (1879 bis 1955): Nobelpreis für Physik 1921

e= mc² – diese Formel machte Albert Einstein (1879-1955) weltberühmt. Den Nobelpreis bekam er allerdings nicht für seine Relativitätstheorie, sondern für die Entdeckung des photoelektrischen Effekts. Diese Theorie des Lichts gehört zum fundamentalsten Beitrag zur Quantentheorie überhaupt.

Albert Einstein steht an der Tafel und rechnet ein mathematisches Problem vor

Albert Einstein: Ausgezeichnet für den photoelektrischen Effekt

Albert Einstein musste lange auf die Anerkennung seiner Arbeit durch das Nobelpreis-Komitee warten. Die Begründung: Bei den meisten seiner Studien sei der praktische Nutzen nicht absehbar. 1921 erhielt Einstein endlich den Preis.

Thomas Mann (1875 bis 1955): Literaturnobelpreis 1929

Berühmt wurde der Schriftsteller bereits mit seinem ersten Roman "Die Buddenbrooks". Die 1901 erschienene Geschichte einer hanseatischen Kaufmannsfamilie machte Thomas Mann (1875-1955) weltberühmt. Der Nobelpreis bezieht sich aber auf das gesamte Lebenswerk Manns, mit Werken wie "Tod in Venedig" (1912) und "Der Zauberberg" (1924).

Schwarzweiß-Porträtfoto von Thomas Mann

"Die Buddenbrooks" machten Thomas Mann berühmt

Die politische Entwicklung in Deutschland beeinflusste Manns Leben und Werk: 1930, ein Jahr nach der Nobelpreis-Auszeichnung, veröffentlichte Thomas Mann die Novelle "Mario und der Zauberer", die den Beginn des Faschismus in diesen Jahren sinnbildlich beschreibt.

1933 emigrierte Mann aus "tief notwendigem politischem Protest" in die Schweiz und später in die Vereinigten Staaten.

Willy Brandt (1913 bis 1992): Friedensnobelpreis 1971

Willy Brandt (1913-1992) setzte sich jahrelang für eine Entspannung im Ost-West Konflikt ein. Dafür erhielt der ehemalige Bundeskanzler 1971 den Friedensnobelpreis. Die sogenannten Ostverträge mit der DDR, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei und insbesondere die Versöhnung mit Polen nach dem Zweiten Weltkrieg waren sein Verdienst.

Porträtaufnahme von Willy Brandt

Er sorgte für politische Entspannung: Willy Brandt

Mit seiner politischen Linie war er sozusagen ein Vorreiter des vereinten Europa. Willy Brandt war nach Gustav Stresemann, Ludwig Quidde und Carl von Ossietzky der vierte Deutsche, dem das Kommitee den Friedensnobelpreis verlieh.

Christiane Nüsslein-Volhard (geb. 1942): Nobelpreis für Physiologie/Medizin 1995

Erst 94 Jahre nach der ersten Nobelpreisverleihung wurde zum ersten Mal eine deutsche Wissenschaftlerin ausgezeichnet. Die Biologin und Biochemikerin Christiane Nüsslein-Volhard (geb. 1942) aus Magdeburg erhielt den Preis für die Erforschung der grundlegenden genetischen Kontrolle der Embryonalentwicklung.

Eine Frau mit krausen grauen Haaren, Christiane Nüsslein-Vollhard, blickt freundlich in die Kamera.

Christiane Nüsslein-Volhard: Nobelpreis dank Fruchtfliegen

Zusammen mit ihren amerikanischen Kollegen Eric F. Wieschaus und Edward B. Lewis erforschte sie an Fruchtfliegen die genetischen Steuermechanismen, nach denen sich Embryos entwickeln.

Harald zur Hausen (geb. 1936): Nobelpreis für Physiologie/Medizin 2008

Der Krebsforscher Harald zur Hausen (geb. 1936) erkannte, dass Gebärmutterhalskrebs durch Virusinfektionen ausgelöst wird. Seine Forschung ermöglichte es, einen Impfstoff gegen eine der häufigsten Krebserkrankung bei Frauen zu entwickeln. Dafür wurde ihm 2008 der Medizin-Nobelpreis verliehen.

Porträt des Krebsforschers Harald zur Hausen

Harald zur Hausen: Nobelpreis für Erfoschung des Papillomavirus

Hausen teilt sich den Preis mit den Franzosen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier, die für die Entdeckung des HI-Virus geehrt wurden.

Stand: 03.04.2020, 17:00

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