Lebkuchen

Ein Bäcker hält stolz ein Backblech mit frischen Lebkuchen über seiner Schulter.

Backen

Lebkuchen

Backpulver wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelt und Zucker wurde erst im 18. Jahrhundert zum festen Bestandteil von Backwaren. Dennoch hatten auch unsere frühen Vorfahren schon süße Kuchen. Die älteste Form des süßen Gebäcks ist der Honig- beziehungsweise Lebkuchen.


Die ersten Honigkuchen

Süße Fladen gab es schon vor mehr als 5000 Jahren bei den Ägyptern. Sie hatten den Ruf, Dämonen vertreiben zu können und dienten als Opferspeise und Grabbeigabe, als Wegzehrung für die Toten auf ihrer langen Reise ins Jenseits. Nicht das normale Volk sondern Tempel und der Hof der Pharaonen waren Großverbraucher des süßen Gebäcks.

Die mit Honig und Gewürzen zubereiteten Teigfladen fanden ihren Weg über Griechenland und das Römische Reich nach Europa. Im Mittelalter waren es vor allem Mönche, die Honigkuchen herstellten und in klösterlichen Apotheken verkauften, denn man schrieb dem Honig damals eine heilende Wirkung zu.

Der Lebkuchen

Den Begriff "Lebkuchen" verbindet man heutzutage mit der Stadt Nürnberg. Vor mehr als 600 Jahren findet man hier die erste urkundliche Erwähnung eines "Lebküchners". Warum die Nürnberger Honigkuchen "Lebkuchen" heißen, ist nicht eindeutig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist, dass mit "Leb" ein Laib gemeint ist.

Heutiger Lebkuchen hat mit der ursprünglichen Version nicht mehr viel gemeinsam. Inzwischen wird Lebkuchen mit Zucker hergestellt. Honig wird – wenn überhaupt – nur noch zur Geschmacksveredlung beigemengt.

Zucker wurde erst im 18. Jahrhundert in so großen Mengen hergestellt, dass er nicht länger ein Luxusgut war. Anfang des 16. Jahrhunderts musste ein Arbeiter für ein Pfund Zucker-Lebkuchen zwei Tage arbeiten, für einen Honiglebkuchen dagegen nur ein paar Stunden.

Eine Variante des Lebkuchens ist der Pfefferkuchen. Sein Name stammt von den Gewürzen, die ihm seinen charakteristischen Geschmack verleihen.

Nürnberg war lange ein Umschlagplatz für exotische Gewürze aus dem Orient. Und solche Gewürze wurden früher allgemein als "Pfeffer" bezeichnet. Besonders edle Lebkuchen mit geringem Mehlanteil werden als "Elisenlebkuchen" bezeichnet. Der Name bezieht sich auf eine mittelalterliche Markgräfin, die immer nur die besten Lebkuchen bekam.

Auf einem Fließband liegen viele Lebkuchen und werden von oben mit Zuckerglasur übergossen.

Lebkuchen sind heute Massenware

Autor: Helmut Brasse

Stand: 05.12.2017, 08:57

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