Gegen die Grippe

Kalender mit rotem Eintrag "Grippe impfen"

Impfungen

Gegen die Grippe

Von Claudia Füßler

Hohes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Husten, Schwindel – die Symptome einer Grippe setzen den Betroffenen für mehrere Tage völlig außer Gefecht. Wer das vermeiden möchte, sollte sich jeden Herbst gegen die Grippe impfen lassen.

Risikogruppen sollten sich impfen lassen

Ein gesunder Mensch kann eine Grippe gut überstehen. Die von einem Influenzavirus A oder B ausgelöste Infektionserkrankung ist eine potenziell schwere Erkrankung, anders als eine Infektion mit einem Erkältungsvirus.

"Man unterscheidet zwischen einer Erkältung mit Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, die auch ein bis zwei Wochen dauern kann, und einer echten Grippeviruserkrankung, die akut mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl beginnt und immer das Risiko einer nachfolgenden Lungenentzündung mit sich bringt", sagt Christine Czaja-Harder, Ärztin am Institut für Interdisziplinäre Medizin in Hamburg.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) der Bundesregierung empfiehlt eine Grippeimpfung für alle Menschen, die älter als 60 Jahre sind, für Schwangere, für chronisch Kranke und für die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Älterer Mann liegt mit Fieberthermometer im Mund im Bett

Für ältere Menschen kann sie die Grippe gefährlich sein

Auch Menschen, die beruflich bedingt viel mit anderen Menschen zu tun haben, schützen sich besser durch eine Impfung. Dazu zählen etwa medizinisches Personal und Verkäufer.

Sinnvoll ist es auch, wenn sich solche Menschen impfen lassen, die regelmäßig Kontakt zu einer Person der Risikogruppe haben. Beispielsweise ein Mann, dessen Frau schwanger ist.

Die Grippewelle beginnt in Deutschland meist im Januar und dauert drei bis vier Monate.

Eine Grippeimpfung macht nicht krank  

Das Grippevirus ist extrem wandlungsfähig. Deshalb ist es notwendig, die Immunisierung jedes Jahr aufzufrischen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO entscheidet jährlich neu, wie der Impfstoff zusammengesetzt werden muss. Sie orientiert sich dabei an den Virustypen, die im Vorjahr am häufigsten aufgetreten sind.

"Oft passt das gut zusammen mit den Viren, die dann auch in der neuen Grippesaison auftreten, und die Impfung kann einen guten Schutz vor einer schwer verlaufenden Grippeerkrankung gewähren.

Mitunter kann es aber auch vorkommen, dass das neue Virus sich so verändert hat, dass die Virustypen im Impfstoff nicht mehr dazu passen. Der Impfstoff bietet dann keinen ausreichenden Schutz – ein Patient kann trotz Impfung an einer Grippe erkranken, erklärt Czaja-Harder. 

Viele Menschen sorgen sich, dass sie durch die Grippeimpfung selbst erkranken. "Generell muss das Immunsystem auf eine Impfung reagieren und aktiv werden", sagt Czaja-Harder. "Bei manchen Menschen macht sich das vorübergehend mit leichtem Krankheitsgefühl, Fieber und Gliederschmerzen bemerkbar, was in der Regel jedoch nur ein bis zwei Tage andauert."

Nahaufnahme eines Oberarms mit Spritze

Die Grippeimpfung spritzt der Arzt in den Oberarm

Eine Grippevirusinfektion kann durch den Impfstoff dagegen nicht verursacht werden: Der Impfstoff enthält keine ganzen Viruspartikel.

Weil im Oktober, wenn sich die meisten Menschen für eine Grippe-Impfung entscheiden, auch die Zahl der Erkältungen ansteigt, halten viele ihre Erkältung für eine Nebenwirkung der Grippeimpfung – obwohl das nur Zufall ist.

Warum die Grippe ausgerechnet im Winter auftritt, ist unklar. Wissenschaftler vermuten, dass die Grippeviren sich besser ausbreiten können, wenn die Temperaturen sinken.

Zudem sind im Winter mehr Menschen als sonst auf engem Raum versammelt: in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Turn- oder Konzerthallen. Auch das erleichtert die Ausbreitung.

Für denjenigen, der bereits an einer Grippe erkrankt ist, bietet die Impfung keinen Vorteil mehr. Im Gegenteil: Während einer akuten fieberhaften Erkrankung sollte man sich nicht impfen lassen.

"Das Immunsystem eines gesunden Menschen benötigt etwa zwei Wochen, bis es nach der Grippeimpfung einen ausreichenden Antikörperschutz aufgebaut hat", sagt Christine Czaja-Harder.

Händewaschen schützt vor Ansteckung  

Wie effektiv eine Grippeimpfung ist, lässt sich wissenschaftlich nur schwer messen. Es lässt sich kaum sagen, ob eine Impfung tatsächlich eine Grippe verhindert hat oder nicht.

Stattdessen orientiert man sich an der sogenannten Übersterblichkeit: Die Forscher vergleichen die Anzahl der Todesfälle in den Grippemonaten mit der Anzahl der Todesfälle in den Monaten, in denen die Grippeviren nicht kursieren. So können sie einschätzen, wie gut oder schlecht ein Impfstoff zu den auftretenden Influenzaviren passt und somit die Geimpften schützt.

Ältere Frau sitzt im Bett und putzt sich die Nase

Schnupfen ist ein Symptom der Grippe

Unabhängig davon, ob man sich hat impfen lassen oder nicht, ist es vernünftig, auch im Alltag gewisse Maßnahmen zu treffen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Die wichtigste Maßnahme: gründliches Händewaschen. Wer die Hände mindestens 20 bis 30 Sekunden lang mit Seife wäscht, auch die Fingerzwischenräume und den Daumen, verringert dadurch das Risiko, sich anzustecken. Das schützt nicht bloß vor Grippeviren, sondern auch vor Infektionen des Magen-Darm-Trakts, der Haut und der oberen und unteren Atemwege.

Stand: 02.10.2017, 14:14

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