Sportschuhe

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Schuhe

Sportschuhe

Der Sportschuh ist ein Arbeitsschuh für den Sport. Technische Innovationen im Bereich neuer Kunststoffe helfen auf der Jagd nach immer neuen Rekorden. Der Sportschuh war der erste Schuh, der nicht nur aus Leder, sondern zu großen Teilen auch aus Synthetik hergestellt wurde. Er ist genau auf den Bewegungsablauf einer Sportart und den jeweiligen Untergrund abgestimmt. Ein guter Sportschuh muss den Fuß stützen, führen und dämpfen.


Die Geschichte des Sportschuhs

Die Geschichte des Sportschuhs beginnt erst Ende des 19. Jahrhunderts: Immer mehr Menschen begeistern sich zu dieser Zeit für Sport. Durch die Begeisterung der Engländer für Cricket, Tennis und Hockey wächst ein neuer Industriezweig heran: der für Sportschuhe.

Alles fängt um 1860 mit einem weißen Cricketschuh aus Segeltuch mit einer Gummisohle an, der in England unter dem Namen "Plimsoll" erscheint. 1917 folgt mit dem "Keds" der erste seriengefertigte Tennisschuh für Kinder. Aus ihm entstehen, dank der gewaltigen Nachfrage bei den erwachsenen Sportbegeisterten, die ersten in Massen produzierten Sportschuhe.

"Chucks", die Urturnschuhe

Als Urahne aller Sport- und Joggingschuhe gilt jedoch der legendäre "Converse All Star". Die Firma "Converse" in den USA entwickelt 1915 einen knöchelhohen Schnürschuh aus strapazierfähigem, braunem Segeltuch mit brauner Gummisohle, der sich besonders als Tennis- und später als Basketballschuh eignete.

In den 1920er Jahren macht ihn der legendäre Basketballspieler Chuck Taylor weltberühmt. Seine Unterschrift ziert noch heute das Abzeichen an der Schaftinnenseite jedes Schuhes.

War dieser Schuh anfangs wegen seiner technischen Entwicklung, einer dämpfenden Innensohle und seines erhöhten Schaftes, einfach nur ein für seine Zeit hervorragender Basketballschuh, so wurde er im Laufe der Zeit Ausdruck einer rebellischen Generation und Jugendkultur.

Prominente Chucks-Träger waren James Dean und Kurt Cobain. Auch Mick Jagger trug 1971 bei seiner Hochzeit Chucks.

Chucks verschiedener Größen

Mittlerweile gibt es Chucks für alle Altersklassen und Gelegenheiten

Frauen und Sportschuhe

In den frühen 1920ern beteiligen sich auch die Frauen schon an so gut wie allen Sportarten und werden zu wichtigen Abnehmern der Schuhindustrie. Tennisschuhe mit Gummisohlen für Damen sind seit den späten 1870ern erhältlich, doch bis zum Ersten Weltkrieg werden die meisten Sportschuhe an männliche Teenager verkauft.

Um 1920 kaufen Frauen Schuhe mit Gummisohle auch für den allgemeinen Gebrauch im Sommer, insbesondere am Strand, sowie als Schuhwerk.

Schwarzweiß-Foto: Mann und Frau beim Kricket-Spiel.

Um 1920 werden auch Frauen Abnehmer für Sportschuhe

Fußballschuhe

Anfang des 20. Jahrhunderts wird Fußball noch in ganz alltäglichen Schnürstiefeln gespielt. Die Stiefel werden mit aufgenähten Lederstücken verstärkt, um den Fuß vor den damals noch üblichen schweren Bällen zu schützen.

Metallbeschläge unter der Sohle machten die Stiefel zwar rutschfester, führten aber beim Kampf um den Ball oft zu ernsten Verletzungen. Heute sind die Fußballschuhe leichter, flacher geschnitten und das Leder ist deutlich dünner.

Um 1920 beginnen Rudolf und Adolf Dassler in der Waschküche ihrer Mutter Turnschuhe herzustellen. Sie fertigen aus Leinen und drei Lederstreifen einen Trainingsschuh für Läufer. Es ist der erste Sportschuh, der zum Ausdruck einer Anti-Establishment-Haltung wird und außerhalb von Sportstadien Karriere macht. Adi Dassler trägt die drei Streifen als Warenzeichen ein und eine Marke wird geboren.

1948 trennen sich die beiden Brüder: Rudolf Dassler gründet die Firma "Puma", Adi Dassler "Adidas". 1954 wird Deutschland in Adidas-Fußballschuhen mit auswechselbaren Schraubstollen Weltmeister. Beide Firmen dominieren weltweit über einen langen Zeitraum gemeinsam den Sportschuhmarkt.

Ein Paar alte Fußballschuhe in einem Museum

Früher waren Fußballschuhe noch sehr schwer

Die Dämpfung: das Geheimnis der Sportschuhe

In den 1980ern ist die Dämpfung der Sportschuhe ein großes Thema der Forschung. Beim Jogging oder Basketball werden Knochen und Gelenke sehr stark strapaziert. Hier lastet bei jedem Schritt bis zum Dreifachen des Körpergewichts auf den Füßen, Sehnen und Gelenken.

Das Risiko umzuknicken ist bei Sportarten wie Volleyball, Basketball oder Jogging deutlich höher als beim Fußball – das sieht man auch an der Beschaffenheit der Schuhe. Um den Aufprall nach Sprüngen für die Füße abzufedern, verwendet die Industrie als Dämpfung den Schaumstoff Ethyl Vinyl Acetat (EVA) in der Zwischensohle der Schuhe.

Die Sportschuhe nehmen wahrhaft plastische Formen an und sehen aus wie aufgeblasen. Dann kommt aber aus der Forschung die Meldung, dass zu viel Dämpfung kontraproduktiv für den Sportler ist und die Wahrscheinlichkeit eines Sportunfalls bei zu viel Dämpfung eher steigt. Die Sportindustrie reagiert sofort und produziert wieder Sportschuhe mit normaler Dämpfung, in denen der Träger den Bodenkontakt nicht verliert.

Basketballschuh

Dämpfung der Sportschuhe ist bei Basketball wichtig

Alle tragen Sportschuhe

1985 sorgte Joschka Fischer bei seiner Vereidigung zum Staatsminister für Umwelt und Energie in Hessen für Aufregung: Statt schwarzer Maßschuhe trug der Politiker weiße Sportschuhe.

Freilich erhitzten Sportschuhe schon damals nur noch in hochoffiziellen Umgebungen wie eben dem Hessischen Landtag die Gemüter. Das Rebellenimage, das sie in Zeiten von James Dean gemeinsam mit Lederjacken und Jeanshosen noch gehabt hatten, war in den 1980er Jahren längst verloren.

In den Neunzigern wandelte sich das Image weiter: Die Werbung spielte mit dem Gefühl von Leistung, Wettkampf und Erfolg, das Basketballspieler Michael Jordan in seiner Person und mit den Sportschuhen eines bestimmten Herstellers verkörperte.

Heute können Sportschuhe keiner speziellen Gruppe mehr zugeordnet werden: Fast jeder hat sie im Schrank und fast jeder trägt sie. Sportschuhe sind aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken.

Wand mit Turnschuhen

Vom Spezialschuh zur Streetwear

Autorin: Annika Zeitler

Stand: 16.10.2017, 13:57

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