Katastrophenmanagement

Ersthelfer mit Hund suchen in einem zerstörten Haus in Mexiko nach Überlebenden

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Katastrophenmanagement

Katastrophen stürzen die betroffenen Gebiete ins Chaos und verändern das Leben der Menschen von einer Sekunde auf die andere. Innerhalb kürzester Zeit machen sich Helfer auf der ganzen Welt bereit, um vor Ort im Katastrophengebiet zu helfen. Die wichtigsten Bedürfnisse der Opfer, wie Trinkwasser, Essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung, müssen gestillt werden.

Der Manager im Chaos

Gleich nach einem Tsunami oder nach Erdbeben werden sie gerufen: die Helfer vom Technischen Hilfswerk, vom Deutschen Roten Kreuz und all den anderen Hilfsorganisationen.

Der Weltkatastrophenbericht zählte für das Jahr 2015 weltweit 371 Naturkatastrophen, etwa so viel wie im Zehnjahresdurchschnitt. 108 Millionen Menschen waren demnach direkt von diesen Katastrophen betroffen, knapp 23.000 Menschen starben dabei. Am häufigsten waren Dürren oder Überflutungen die Ursache.

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Heldengeschichten

Die Hilfsorganisationen haben ein ehrenhaftes Ziel: Sie wollen helfen. Manchmal schießen sie dabei aber übers Ziel hinaus. Nach dem Tsunami in Thailand 2004 waren am Ende mehr als 2000 internationale Organisationen vor Ort. Dazu kam noch einmal eine fast genauso große Zahl einheimischer Helfer – aber niemand stand vor Ort bereit, um alle Helfer zu koordinieren.

Und oft fehle es den internationalen Freiwilligen an der passenden Ausbildung, klagt der Unfallchirurg und Katastrophenhelfer Richard Munz. Ein Imageproblem: In Deutschland setze man auf ehrenamtliche Freiwillige und nicht auf professionelle bezahlte Katastrophenhelfer. Es passe nicht ins Bild, dass der Held vor Ort für seine Arbeit bezahlt wird.

Zudem sähen sich viele als große Retter, die den Ärmsten der Armen helfen wollten, aber vor Ort nicht zusammenarbeiteten und die Einheimischen einfach überrennen. Munz sieht die Schuld dafür auch bei den Medien: Sie berichten einseitig, zu dramatisch und manchmal auch fern der Realität.

So werde ein falsches Bild aufgebaut und fast jedes Erdbeben oder jede Flutwelle zur "Jahrhundertkatastrophe", während andere hilfsbedürftige Länder und Regionen schlicht vergessen würden.

Die Liste der vergessenen Katastrophen

Tatsächlich stellt die einseitige Berichterstattung für professionelle Helfer ein Problem dar. Jedes Jahr listet die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" die Länder auf, die von den Medien vernachlässigt und damit oft auch von den Spenden ausgeschlossen werden.

In den vergangenen Jahren zählte etwa Simbabwe wiederholt dazu. Hier ist vor allem die gesundheitliche Situation im Land besorgniserregend: 14 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind HIV-positiv. Jeden Monat sterben tausende Menschen an den Folgen der Infektion.

Ähnlich katastrophale Bedingungen finden sich in anderen Gebieten. Die Liste der Länder, die sich im Grunde mitten in einer Katastrophe befinden, aber kaum Hilfe bekommen, ist lang.

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Zu wenig Berichterstattung über das Leid in Afrika

Autorinnen: Petra Haubner/Wiebke Ziegler

Weiterführende Infos

Stand: 08.10.2018, 10:47

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