Strasbourg

Blick auf einen Fluss, Altstadttürme und das Straßburger Münster

Das Elsass

Strasbourg

Von Christiane Gorse

Strasbourg – oder mit deutschem Namen Straßburg – das klingt nach Fachwerkidylle, gotischem Münster, aber auch nach gemütlichen "Winstubs", jungem Studentenleben, Bootsfahrten und nach Europa. Auf den Straßen hört man Französisch und Deutsch, in mancher Chocolaterie Elsässisch und vor dem Münster auch Japanisch und Englisch.

Das Straßburger Münster

Architektonisches Wahrzeichen der Stadt ist die Cathédrale Notre-Dame, das Münster. Mehrere Jahrhunderte dauerte der Bau, entsprechend viele Baustile findet man vor. Die lange Bauzeit und die wechselnden Architekten sind auch der Grund dafür, dass der zweite Turm des Münsters nie gebaut wurde.

Bis ins 19. Jahrhundert war das Straßburger Münster die höchste Kirche Europas, bis die Kölner und Ulmer Türme den 142 Meter hohen Turm Straßburgs übertrafen.

Besondere Attraktion im Inneren des Münsters ist die weltbekannte, astronomische Uhr: Immer mittags um 12 Uhr ziehen die zwölf Apostel an dem segnenden Christus vorbei, während der Hahn oben links auf dem Renaissancetürmchen dreimal kräht. Jede Viertelstunde zieht eins der vier Lebensalter vor dem Sensenmann vorbei, der die vollen Stunden schlägt.

Die Zifferblätter zeigen die Mondphasen, das kopernikanische Planetarium mit den Tierzeichen sowie die örtliche und mitteleuropäische Zeit. Die astronomische Uhr wurde im 16. Jahrhundert innerhalb von 24 Jahren von Mathematikern, Uhrmachern, Malern und Steinmetzen aus ganz Europa gefertigt.

Nächtlich beleuchtetes Straßbruger Münster

Das Wahrzeichen von Straßburg

Die Altstadt und "La Petite France"

Rund ums Münster ziehen sich die gepflasterten Gassen der Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern. Hier reihen sich nicht nur Souvenirgeschäfte, sondern auch zahlreiche Restaurants und Winstubs aneinander. Manche Fachwerkobergeschosse sind mit aufwändigen Schnitzereien verziert. Straßburg ist eine Stadt am Wasser. Die ganze Altstadt umfließen die Ill und Kanäle.

Das Gerberviertel ("La Petite France") ist eines der ältesten Viertel an der Ill. Hier rauscht das Wasser direkt an den malerischen Fachwerkhäusern vorbei. Besonders beliebt bei Straßburgern und Touristen: eine Bootsfahrt durch die Kanäle der “Petite France“.

Früher lag in diesem Viertel ein Militärkrankenhaus, in dem Soldaten mit der sogenannten "Franzosenkrankheit" behandelt wurden – man bezeichnete so abwertend die Syphilis zu Zeiten, als Straßburg noch nicht französisch war. Daher auch der Name "Petite France".

Das Gerberviertel "La Petite France" in Straßburg

Das Gerberviertel "La Petite France"

Das Europäische Viertel

"Wir Elsässer sind die Sieger der Geschichte", hat einmal der Straßburger Künstler Tomi Ungerer gesagt, obwohl die Elsässer wohl lange anders empfunden haben. Denn unter den Kriegen zwischen Frankreich und Deutschland hat das Elsass am meisten gelitten.

Doch am Ende hat die Region von der Geschichte profitiert. Heute ist Straßburg Sitz vieler europäischer Institutionen. Die wichtigste, das Europäische Parlament in Straßburg, liegt direkt am Ufer der Ill. Fachwerkidylle gibt es hier nicht, hier herrscht moderne Architektur: geschwungene Glassfassaden, in denen sich das Wasser und der Himmel spiegeln. Wie ein gläsernes Raumschiff erhebt sich der Bau über dem Wasser.

Aber nicht nur das Europäische Parlament hat seinen Sitz im Europaviertel, auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und der Europarat. Alle drei liegen sich im Norden der Stadt gegenüber, da wo die Ill den Canal de la Marne kreuzt. Bei einem Spaziergang am Flussufer kann man diese Institutionen von außen erkunden, für Besichtigungen im Inneren muss man sich anmelden.

Europaparlament- Strassburg

Der Sitz des Europäischen Parlaments in Straßburg

Stand: 18.12.2019, 14:49

Darstellung: