Das Katzenauge

Nahaufnahme von einem Auge einer getigerten Hauskatze

Katzen

Das Katzenauge

Von den Augen der Katze ließen sich schon die Menschen im alten Ägypten faszinieren. Das Leuchten der Katzenaugen in nächtlicher Dunkelheit und die Veränderung der Pupille von schmal zu kreisrund deuteten sie als eine direkte Verwandtschaft zu Sonne und Mond.

Hochspezialisiertes Sehorgan

Zur Wirkung eines Katzenblicks trägt die Lage der Augen ganz wesentlich bei. Genau wie bei uns Menschen sind die Augen bei der Katze frontal ausgerichtet.

Dadurch besitzt die Katze ein exzellentes räumliches Sehvermögen, das bei der Jagd unverzichtbar ist: Ein gezielter Tatzenhieb ist nur möglich, wenn die genaue Position des Beutetiers im Raum schnell und zielsicher bestimmt werden kann.

Auch auf Bewegungen ist das Katzenauge hochspezialisiert – wieder eine Anpassung an das Leben einer Jägerin, die Beutetiere so schnell wie möglich aufspüren muss. Spezielle Zellen sind dafür verantwortlich, Bewegungen sofort wahrzunehmen, um den Jagdinstinkt rechtzeitig auslösen zu können.

Im Dunkeln ist gut funkeln

Katzen jagen vorwiegend in der Dämmerung – das Auge hat sich entsprechend angepasst. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen kann die Katze hervorragend sehen.

Die Pupillen können sich dreimal so stark ausdehnen wie das menschliche Auge. So kann mehr Licht auf die Netzhaut einfallen, die wiederum im Vergleich zum menschlichen Auge mehr lichtempfindliche Sehstäbchen enthält.

Das einfallende Licht wird nun nochmals verstärkt – durch eine reflektierende Pigmentschicht, das "Tapetum lucidum" (lateinisch: "leuchtender Teppich").

Das Licht, das im Auge nicht absorbiert wurde, wird von der spiegelnden Schicht, die aus hochreflektierendem Zink und Eiweißen besteht, nochmals auf die Netzhaut zurückgeworfen.

Die lichtempfindlichen Zellen werden somit also zwei Mal getroffen: einmal auf dem Hin- und einmal auf dem Rückweg des Lichts durch das Auge.

Das "Tapetum lucidum" ist deshalb auch verantwortlich für das geheimnisvolle Leuchten der Katzenaugen, wenn sie im Dunkeln plötzlich eine Taschenlampe oder ein Scheinwerfer anstrahlt.

Eine graue Hauskatze sitzt beobachtend auf der Wiese

Diesem Blick kann sich niemand entziehen

Drei Augenlider schützen das Auge der Katze: ein oberes bewegliches und ein unteres, unbewegliches sowie die Nickhaut. Dieses dritte Lid ist eine dünne Membran im Augenwinkel und sorgt dafür, dass der Augapfel immer ausreichend mit Tränenflüssigkeit versorgt ist.

Bei uns Menschen wird diese Aufgabe von unseren beiden Augenlidern übernommen. Deshalb müssen wir blinzeln – Katzen können darauf verzichten.

Autorin: Susanne Decker

Weiterführende Infos

Stand: 14.08.2018, 17:00

Darstellung: