Alfred-Wegener-Institut

Forschungsstation Neumayer III.

Eiszeit

Alfred-Wegener-Institut

Von Harald Brenner

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher "Polarstern" für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das AWI ist eines der achtzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Ziele des AWI

Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist ein besseres Verständnis der Beziehungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre, der Tier- und Pflanzenwelt der Arktis und Antarktis sowie der Entwicklungsgeschichte der polaren Kontinente und Meere.

Da diese Gebiete das Klima unserer Erde entscheidend prägen, widmet das AWI den globalen Veränderungen besondere Aufmerksamkeit. Das Institut arbeitet in zahlreichen internationalen Forschungsprogrammen und steht in engem Kontakt mit vielen Universitäten und Institutionen in Europa und Übersee.

Es entsendet Wissenschaftler an Institute in aller Welt, auf andere Forschungsschiffe und Stationen und lädt Wissenschaftler anderer Nationen auf das AWI-Forschungsschiff "Polarstern" und nach Bremerhaven und Potsdam ein. Etwa ein Viertel der Teilnehmer an Polarstern-Expeditionen sind ausländische Wissenschaftler.

Außenstellen

Die Forschungsstelle Potsdam ist für geowissenschaftliche Studien am Rand der Inlandeise und in Permafrostregionen sowie für experimentelle Untersuchungen atmosphärischer Prozesse in den Polargebieten zuständig.

Diese Untersuchungen ergänzen das bisher auf die Meere orientierte Forschungsprogramm des AWI. Die Wissenschaftler in Potsdam widmen sich verstärkt der Arktisforschung, da hier der Schlüssel zum Verständnis des Klimageschehens in Europa liegt.

Die Biologische Anstalt Helgoland (BAH) erforscht die Grundlagen des Lebens im Meer mit den Schwerpunkten Nordsee und Wattenmeer. Das Ziel der Forscher ist der Schutz der natürlichen Vielfalt in den Meeresökosystemen. Die Wattenmeerstation Sylt konzentriert sich auf die Forschung zu aktuellen Themen der Küstenökologie und der Küstengeologie.

Zum AWI gehören unter anderem das Forschungsschiff "Polarstern" sowie die Stationen Neumayer III, Kohnen, Drescher und das Dallmann-Labor in der Antarktis, die Koldewey-Station und die Samoylov-Station in der Arktis, dazu die beiden Forschungsflugzeuge Polar 2 und Polar 5.

Der Namensgeber: Alfred Wegener

Alfred Wegener (1880-1930) war einer der bedeutendsten deutschen Polarforscher und Geowissenschaftler. Sein Ruhm geht vor allem auf die Theorie der Kontinentalverschiebung zurück, die er mitbegründet und bekannt gemacht hat.

Als studierter Geophysiker, Meteorologe und Klimatologe hat sich dieser vielseitige Forscher aber auch auf anderen Gebieten einen Namen gemacht, im Bereich der Thermodynamik, der Atmosphärenforschung und Wolkenphysik.

Die Hauptregion seiner Forschungsaktivitäten war Grönland. Insgesamt viermal brach er ins grönländische Inlandeis auf. Berühmt geworden sind neben seinen dort gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen besonders seine anschaulichen Reiseschilderungen, die auch außerhalb der Fachwelt großes Interesse gefunden haben.

Von seiner letzten Expedition 1930 kehrte er nicht zurück. Als Todesursache wird Herzversagen wegen Überanstrengung vermutet. Sein Grab liegt im Eis.

Der Geophysiker Alfred Wegener im Porträt.

Von seiner letzten Reise kehrt Wegener nicht zurück

Stand: 17.07.2019, 13:58

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