Der Deutsche Wetterdienst

 Gewitterwolke über dem Schliffkopf.

Klimaforschung

Der Deutsche Wetterdienst

Von Andrea Wieland

Wie wird der Tag morgen? Fällt Regen, bleibt das Freibad leer. Scheint die Sonne, gibt es im Biergarten kaum mehr einen freien Platz. Die Wettervorhersage ist nicht nur im Sommer und nicht nur für Kiosk- und Biergartenbesitzer wichtig.
Das Wetter von morgen interessiert jeden – auch Forschung, Wirtschaft, Behörden und Katastrophenschutz. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert sie alle, an 365 Tagen im Jahr. Die Mitarbeiter des DWD beobachten, bewerten, überwachen, forschen und warnen vor Unwettern.

Wetter wie von einer anderen Welt

Auf dem höchsten Punkt Deutschlands steht eine der 182 hauptamtlich betreuten Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wetterbeobachtung auf der Zugspitze: Nicht nur Wind, Sonnenscheindauer und Niederschlag werden hier oben überprüft.

Die Mitarbeiter der Wetterwarte messen auch Strahlungswerte und sammeln Daten für den Lawinenwarndienst. Alle 30 Minuten geben sie der Zentrale des DWD in Offenbach ihre Wetterbeobachtungen durch.

Manchmal muss es den Wetterbeobachtern auf ihren Stationen wie auf einem anderen Planeten vorkommen: Saharastaub taucht die Sonne in ein milchiges Licht oder Lichterscheinungen wie Elmsfeuer und Glorie erhellen den Himmel.

Etwa 2350 Mitarbeiter arbeiten für den DWD. Hinzu kommen knapp 1800 ehrenamtlich betreute Wettermessstellen.

Piloten rufen vor dem Start an

Den DWD gibt es in seiner heutigen Form seit 1952. Die Behörde gehört zum Bundesverkehrsministerium und ist weltweit vernetzt. Der Gesamt-Etat lag 2017 bei rund 350 Millionen Euro. Davon kommen 333 Millionen Euro vom Steuerzahler.

Aus der ersten Reihe der Medienberichterstattung hat sich der DWD bereits vor Jahrzehnten freiwillig zurückgezogen. Das ist der Markt privater Wetterfirmen wie der MeteoGroup.

Eine der Aufgaben des DWD ist die meteorologische Sicherung der Luft- und Seefahrt. In Deutschland verlässt kein Schiff den Hafen und kein Flugzeug das Flugfeld, bevor nicht die Wetterdaten des DWD abgerufen wurden. Sogar Privatflieger können vor dem Start den DWD anrufen und sich individuell beraten lassen.

Das nationale Klimaarchiv

Was nicht jeder weiß: Fast alle Informationen des DWD sind frei zugänglich – insgesamt 620 Gigabyte archivierte Wetter- und Klimadaten. Die langen Messreihen ermöglichen dem DWD die Überwachung des Klimas.

Außerdem beraten die Wetter-Experten bei Fragen zum Klimawandel und erstellen Gutachten für Behörden, Wirtschaft und Forschung. Die Informationen hierfür kommen auch von Forschungsschiffen und Satelliten.

Die 400 Terrabyte Daten der Wettersatelliten werden allerdings hauptsächlich von der Forschung genutzt. Auch der DWD verfügt über einen eigenen Forschungsbereich. Die Medizinmeteorologen geben Warnungen vor Hitzebelastung, Vorhersagen zu Pollenflug und UV-Strahlung heraus.

Aus dem Bereich Agrarwetter beantwortet der DWD Fragen wie: Wann können Schädlinge bekämpft werden? Wann ist der beste Zeitpunkt zur Bewässerung oder zur Ernte?

Da braut sich was zusammen

Rund um die Uhr überwacht der DWD die Atmosphäre und warnt im Ernstfall vor Unwettergefahren. Das gehört zu seiner gesetzlichen Aufgabe.

Dazu hat der DWD ein eigenes Warnmanagement-System für Deutschland geschaffen. Das heißt, die Katastrophenschutz-Einrichtungen wie Feuerwehr, Technisches Hilfswerk THW und Bundeswehr werden aus einer Hand informiert.

Wetterinformationen und Wetterwarnungen werden bei drohendem Sturm oder Gewitter, aber auch bei bevorstehendem Frost oder Tauwetter auf verschiedenen Wegen, beispielsweise per Internet, Newsletter und über eine "WarnWetter-App" herausgegeben.

Von März bis Oktober kommt der tägliche Gefahrenindex für Waldbrände hinzu. Und hat sich beispielsweise ein Chemieunfall in einer Fabrik ereignet, erstellt der DWD Karten, die den Helfern die voraussichtliche Ausbreitung des ausgetretenen Schadstoffes in Abhängigkeit vom Wind anzeigen.

Gewitterwolke

Rund um die Uhr überwacht der DWD die Atmosphäre

Stand: 23.07.2019, 09:45

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