Der Rotmilan – Wappenvogel der deutschen Windkraftgegner

Ein Rotmilan fliegt zwischen zwei Windrädern, die gerade fertig gestellt werden.

Greifvögel

Der Rotmilan – Wappenvogel der deutschen Windkraftgegner

Von Petra Haubner

Neben der berühmt-berüchtigten Mopsfledermaus ist der Rotmilan eines der schlagkräftigsten Argumente von Windkraftgegnern. Der Greifvogel ist ein durchaus empfindliches Tier und scheint vor allem blind für Windräder zu sein.

Der Rotmilan steht auf der Liste der bedrohten Arten

Da die Bestände des Rotmilans in manchen Regionen abnehmen, dient er vielen Gegnern der Windkraft und Naturschützern als gutes Argument. Er steht schon seit 2006 auf der roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) und wurde mit der Vorwarnstufe NT (near threatened) bedacht.

Das bedeutet im Grunde, dass sein Bestand am Rande des Zustandes "gefährdet" steht. Als Gründe dafür werden zum einen die Intensivierung der Landwirtschaft gesehen, zum anderen Windräder und Hochspannungsanlagen, die der Vogel häufig übersieht.

Der Rotmilan kommt vor allem in Europa vor, mehr als 50 Prozent des Bestandes lebt in Deutschland. Deutschland hat also einen großen Anteil, wenn es um den Erhalt dieser Greifvogelart geht.

Theoretisch könnte der Rotmilan etwa 30 Jahre alt werden. Die Realität zeigt aber, dass der Durchschnitt zwischen drei und sieben Jahren liegt.

Im Jahr 2000 wurde der Rotmilan vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) zum Vogel des Jahres gewählt, um auf diesen schönen, aber immer seltener werdenden Vogel hinzuweisen.

Offene Landschaften sind seine bevorzugten Lebensräume

Der Rotmilan liebt offene Landschaften mit kleinen Wäldern oder Gehölzen, in denen er seine Eier legen und brüten kann. Seinen Namen hat er durch die Färbung seiner Federn bekommen. Wenn er sitzt, wirkt er rötlich-braun, wobei sein Kopfgefieder sehr hell ist und der Schnabel gelb leuchtet.

Auffällig ist sein rostrot leuchtender, gegabelter Schwanz, der ihm früher den Namen Gabelweihe gebracht hat. Er kann eine Größe von bis zu 75 Zentimetern erreichen und eine Flügelspannweite von 160 bis 180 Zentimetern.

Ein Rotmilan fliegt mit ausgebreiteten Flügeln vor blauem Himmel.

Rotmilan auf Beuteflug

Der Rotmilan ist ein typischer Suchflugjäger. Möglichst leise schwebt er über offenen Landschaften und hält Ausschau nach seiner nächsten Mahlzeit.

Auf seiner Speisekarte stehen Mäuse, Maulwürfe und kleinere Vögel. Die Beutetiere haben wenig Chancen, wenn sie vom nahezu senkrecht herab stoßenden Rotmilan ergriffen werden.

Stand: 29.05.2019, 15:00

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