Nahaufnahme des Kopfes eines bunten Chamäleons

Natürliche Farben

Farbe bei Tieren und Pflanzen

Die Natur hält einige prächtige Farben bereit. Doch warum färben sich manche Vögel, Fische, Amphibien und andere Tiere so knallbunt?

Von Corinna Watschke

Beeindrucken und tarnen

In der Tierwelt regeln Farben das Miteinander. Vögel zum Beispiel sind Augentiere. Bei der Partnerwahl schauen sie genau hin, wie sich ein möglicher Kandidat optisch präsentiert: Während die Weibchen sich zumeist in Tarnfarben kleiden, um beim Brüten nicht entdeckt zu werden, werben die Männchen in schillernden Prachtgefiedern.

Schließlich wählen bei den Vögeln die Weibchen ihre Partner. Bei Flamingos allerdings hat die Gefiederfarbe nichts mit der Partnerwahl zu tun. Ihre Federn werden durch ihre Nahrung gefärbt: kleine Krebse, die reich an Farbpigmenten (Carotinoiden) sind.

Ein schlafender Flamingo mit verrenktem Hals

Die Nahrung färbt das Gefieder

Vorsicht giftig!

Schön bunt sind auch viele Amphibien gefärbt. Besonders Pfeilgiftfrösche stechen ins Auge. Mit Absicht, denn ihre Farben – ob knallrot, knallgelb, schwarz, leuchtend grün oder blau – sollen mögliche Feinde abschrecken. Ihre Farben signalisieren ihre Giftigkeit und sichern so ihr Überleben.

Das haben auch ungiftige Tierarten im Laufe der Evolution mitbekommen. Sie haben sich angepasst und bedienen sich einfach bestimmter Warnfarben, auch wenn sie vollkommen harmlos sind. Wie Schwebfliegen, die eine schwarz-gelbe Warnfarbe haben, genauso wie Wespen. Allerdings fehlt ihnen der Giftstachel.

Ein Pfeilgiftfrosch mit gelb-schwarzer Haut auf einer pinken Pflanze.

Intensive Farben als Warnung

Farbe statt Sprache

Manche Tierarten können ihre Farbe sogar in Sekundenschnelle verändern, wie Chamäleons oder Tintenfische. Zum einen um sich ihrer jeweiligen Umgebung perfekt anzupassen, damit Feinde sie nicht entdecken. Zum anderen drücken sie mit ihrem Farbwandel aber auch Gefühle aus – etwa Wut oder Angst bei einem Kampf oder auch Paarungsbereitschaft.

Andere Tierarten, wie bestimmte Korallenfische, die Reviere bilden, wechseln in ihrer Jugend mehrmals ihre Farbzeichnung, damit sie von älteren Artgenossen nicht als Nahrungskonkurrenten angesehen werden. Auch hier dient Farbe als Kommunikationsmittel.

Fellfarben

Säugetiere dagegen sind weniger bunt. Ihr Fell ist zur Tarnung meist farblich ihrem Lebensraum angepasst. Wie bei den weißen Eisbären, die sich im Schnee nahezu unsichtbar an eine Beute anschleichen können. Der Mangel an Farbe spielt bei den meisten Säugetierarten keine Rolle, da viele keine Farben sehen können.

Viele von ihnen haben jedoch schöne Fellzeichnungen. An ihnen erkennen sich die Artgenossen untereinander. Streifen und Flecken dienen gleichzeitig der Tarnung. So können die gestreiften Tiger in dichten Wäldern oder hohem Gras fast ungesehen umherstreifen.

Drei Eisbären wandern hintereinander durch knietiefes Wasser und über Eis.

Fell als Tarnung

Verlockende Blüten

Auch zahlreiche Pflanzenarten belassen es nicht bei einem einfachen Grün. Die für ihre Art überlebenswichtigen Bestäuber aus dem Insektenreich locken sie mit teils auffällig gefärbten Blüten an. Deren Farben versprechen Nahrung – Nektar und Pollen.

Ebenso verlocken viele Früchte in leuchtenden Farben, sie zu verspeisen. Auch hier dient die Farbe der Verbreitung und Arterhaltung.

Schwebfliege sitzt auf violetter Blüte

Blumen verführen Insekten mit Farben

Unser bunter Planet

Doch nicht nur die belebte Natur unseres Planeten zeigt faszinierende Farben, sondern auch der unbelebte Teil der Erde. Zum Beispiel Vulkane, die glutrotes Magma aus ihrem Schlund speien, Ozeane, die das Blau des Himmels widerspiegeln oder farbenprächtige, funkelnde Edelsteine, die so manchem von uns die Sinne verwirren.

Dampfend fließen glühende Lavaströme durch das schwarze Gestein am Kilauea.

Farbe aus dem Erdinneren

(Erstveröffentlichung 2003. Letzte Aktualisierung 10.12.2020)

Quelle: WDR

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