Keramikmuseum Westerwald

Ein Sauerkrauttopf aus glasiertem Steinzeug. Davor halbierte Kohlköpfe.

Keramik

Keramikmuseum Westerwald

Von Susanne Decker

Jeder hat ihn schon mal gesehen, den blaugrauen Gurken-, Sauerkraut- oder Schmalztopf mit der dunkelblauen Schnörkelverzierung – typisch Westerwälder salzglasiertes Steinzeug. Fast jede Küche in Deutschland hatte irgendwann schon einmal mit ihm zu tun.

Wie aber kommt es zu der flächendeckenden Verbreitung in den deutschen Haushalten? Das hängt ganz eng mit den besonderen Qualitäten des Tons im Westerwald und speziellen, dort entwickelten Brennverfahren zusammen. In dem Gebiet rund um das so genannte "Kannenbäckerland" sind die reinsten, hochwertigsten und mengenmäßig größten Tonvorkommen Europas zu finden.

Schon früh bildete sich im Westerwald eine Keramikindustrie, die große Mengen Gebrauchskeramik herstellte. Vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart ist eine ununterbrochene Keramikherstellung in dieser Gegend nachweisbar. Im 18. Jahrhundert erhielt die Region dann den Namen Kannenbäckerland – wegen der überwiegenden Herstellung von Aufbewahrungsgefäßen.

Das Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen bietet einen umfassenden Überblick über die handwerklichen Traditionen im Kannenbäckerland. Von prähistorischen Exponaten bis hin zu den neuesten zeitgenössischen keramischen Arbeiten und Beispielen aus der Hightech-Keramikbranche findet man eine Menge Schönes, Spannendes und Wissenswertes.

Und wer vor lauter Schauen Lust aufs Selbermachen bekommt, der kann seine verborgenen Töpfertalente in einem der zahlreichen Museum-Workshops zum Leben erwecken.

Stand: 07.01.2020, 13:20

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