Ein kleiner Glücksbringer für das Handwerk

Planet Wissen Moderator Dennis Wilms zeigt einen Brennofengeist

Keramik

Ein kleiner Glücksbringer für das Handwerk

Warum ist in der Keramikherstellung der kleine Brennofengeist so wichtig? Der kleine Brennofengeist wird aus den Resten des Tons hergestellt, der bei der Verarbeitung übrig bleibt. Sein Äußeres variiert, je nach Vorliebe des Töpfers.

Dies ist ein alter Brauch und soll dafür sorgen, dass beim Brennen der Keramik nichts schief geht. Das ist nämlich gar keine so leichte Angelegenheit. Die Hitze im Ofen muss so dosiert werden, dass der Ofen langsam bis auf die erforderliche Brenntemperatur aufheizt. Und diese Temperatur muss dann auch sehr lange gehalten werden. Dazu muss im Ofen auch überall die gleiche Temperatur vorherrschen – also nicht in der Mitte glühend heiß und am Rand lauwarm.

Bei den modernen Öfen sorgt ein automatischer Regler für gleichbleibende Temperatur und gleichmäßige Hitzeverteilung. Früher allerdings brannten die Töpfer Unmengen von Keramik in großen gemauerten Gewölben, die sie mit Holzfeuern aufheizten.

Dazu brauchten sie viel Geschick und Erfahrung, denn es konnte eine Menge schiefgehen. Die Auswirkungen waren gravierend: Die Töpfer verloren dann eine ganze Ofenladung Keramik, die ja vorher mühsam geformt, getrocknet und bemalt oder glasiert werden musste. Also brauchte man einen "guten Geist", der den Brand überwachte und Glück bringen sollte.

Der kleine Brennofengeist ist meist eine aus Ton geformte kleine Figur und saß früher üblicherweise in einer kleinen Nische über dem Eingang des riesigen, vor dem Brand zugemauerten Brennofens. Moderne Brennöfen werden heute nicht mehr zugemauert.

Deshalb sitzt der Brennofengeist bei solchen Öfen einfach oben drauf. Das soll ebenfalls Glück für den Brennvorgang bringen, genauso übrigens wie das Spucken in den Ofen kurz vor dem Brand. Auch das ist eine alte, weit verbreitete Keramikersitte.

Autor/in: Susanne Decker

Stand: 23.10.2014, 13:00

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