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Freiherr von Knigge
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Etikette und Besteck
Geschichte der Gabel
Sitten im Mittelalter
Literatur & Co

Wie ein Fisch fachgerecht zerlegt wird, wer bei einem geschäftlichen Treffen zuerst begrüßt wird oder welche Kleidung bei festlichen Anlässen anzuziehen ist - das alles und noch viel mehr versteht man unter Etikette. Doch woher stammt der Begriff?

Im 17. Jahrhundert zog es alle, die Rang und Namen hatten, an den Hof des Sonnenkönigs Ludwig des XIV. Rund 10.000 Personen, darunter Hunderte aus dem französischen Adel und Hochadel, hielten sich im Versailler Schloss auf und buhlten um die Aufmerksamkeit des Königs. Um den Adel zu beschäftigen und bei Laune zu halten, wurde jede noch so kleine Handlung des Königs zur Zeremonie hochstilisiert.

Gemälde von Ludwig XIV. (Rechte: dpa)

Selbst sein Stuhlgang war ein Spektakel: Ludwig XIV.

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Aufstehen, Schlafengehen, Abendessen, Kirchgang oder Spaziergang: Es war genau geregelt, wer woran teilnehmen durfte und welchen Abstand zum König er einzuhalten hatte. Selbst den Stuhlgang verrichtete Ludwig XIV. in Anwesenheit seiner Mätresse Madame Maintenon sowie der Würdenträger, Fürstinnen und Fürsten von Geblüt und Minister. Eifersüchtig wachten die Adeligen am Hof über solche Privilegien. Man stritt darüber, ob ein bestimmter Fürst beim Aufstehen der Majestät dessen Hand berühren durfte oder ob ein bestimmter Adeliger tatsächlich so nah an der königlichen Tafelrunde speisen konnte. Auch kam es durch die Vielzahl der Adeligen immer wieder zu Verwechslungen, die für böses Blut sorgten. Um dies in Zukunft zu verhindern, heftete man den Höflingen Zettel an die Kleidung, auf denen ihr Rang verzeichnet war. Diese Zettel, im französischen Etikette, sind der Grund, warum wir heutzutage noch bei gutem Benehmen von Etikette sprechen.

Eine schmuckvoll verzierte silberne Schatulle mit aufwendig aus Silber, Perlmutt und Edelstein gearbeitetem Messer, zwei Gabeln und einem Löffel. (Rechte: AKG)

So sah das Reisebesteck von Elisabeth I. um 1558 aus

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Woher kommt das Wort Besteck?

Ein zusammenhängendes Besteck aus Messer, Gabel und Löffel, so wie wir es heute kennen, gab es erst ab etwa dem 16. Jahrhundert und in dieser Zeit auch nicht für jeden und überall. In der Regel teilte man bei Tisch Messer, Löffel, Schüssel und Becher. Als Fertigungsmaterial für das Besteck diente bis zum Zeitalter der industriellen Revolution Edelmetall. Besteck wurde als aufwendige Handarbeit aus Gold oder Silber hergestellt, oftmals noch reich verziert mit Edelsteinen, Perlmutt oder Elfenbein. So war ein Besteck ein Wertgegenstand, den sich zunächst nur Adelige leisten konnten. Dieser Wertgegenstand wurde in ein Futteral hineingesteckt und am Gürtel stets als persönliches Reisebesteck mitgeführt. In dieser Zeit sagte man noch nicht "hineinstecken", sondern das verwendete Verb hieß "bestecken" und davon leitete sich das Wort Besteck für das Esswerkzeug ab.

Amrehn/Liebsch, Stand vom 01.06.2009

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