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Allgäu

Das Allgäu ist eine Landschaft mit einer atemberaubenden Vielfalt. Alpine Berge, sanfte Hügel und viele klare Seen gibt es hier. Da das Allgäu keine politischen Grenzen hat, gehen hier die landschaftlichen Grenzen fließend ineinander über. Man spricht deshalb von einem Grenzsaum. Das Allgäu liegt zum Teil in Bayern und Baden-Württemberg und schließt auch das Kleinwalsertal, Jungholz und das Tannheimer Tal in Österreich ein. Das heißt aber nicht, dass sich die Menschen aus dem österreichischen Teil als Allgäuer verstehen.

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Wie entsteht der Allgäuer Käse? (2'20'')
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Napoleon ist an allem schuld. Zur Geschichte des Allgäus

Kelten, Alemannen, Franken und Römer. Sie alle haben sich im Allgäu niedergelassen. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 817 zurück. In einer St. Gallener Urkunde wird das Allgäu als "pagus albigaugensis" erwähnt. Im Spätmittelalter war das Allgäu ein Land der Burgen. Über hundert sollen es gewesen sein. Später war das Allgäu in Freie Reichsstädte und viele einzelne weltliche und geistliche Territorien aufgeteilt. Das änderte sich mit dem Einmarsch der Napoleonischen Truppen, die 1796 bis nach Bayern vorgedrungen waren. Nachdem Napoleon das bayerisch-österreichische Heer geschlagen hatte, ließ er das Kurfürstentum Bayern und das Herzogtum Württemberg zu Königtümern erheben. Das Allgäu wurde politisch neu geordnet. Die Grenzen zwischen den Königtümern Baiern und Württemberg waren dieselben wie heute die zwischen den Bundesländern.

Ein Landwirt kontrolliert Kapseln von Flachspflanzen (Rechte: Imago)

Flachsanbau im Nebenerwerb

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Vom "blauen" zum "grünen" Allgäu. Das Allgäu wird zum Käseland

Das Allgäu war traditionell sehr arm. Die Landwirtschaft war wegen der teilweise bergigen Landschaft nicht sehr rentabel. Bis vor rund 200 Jahren bauten deshalb viele Bauern im Nebenerwerb Flachs an. Flachs war der Rohstoff für die Leinenproduktion. Weil die blauen Blüten des Flaches lange die Landschaft des Allgäus prägten, nannte man es das "blaue Allgäu".

Es war eine glückliche Fügung, dass vor rund 200 Jahren, als gerade die Leinenproduktion in eine schwere Krise geriet, ein Mann im Allgäu mit viel Tatkraft und Überzeugung die Käsewirtschaft vorantrieb. Carl Hirnbein stellte den ersten Limburger Käse im Allgäu her. Er hatte diese Käsesorte in Belgien kennengelernt. Gleichzeitig produzierte der Schweizer Johann Althaus den ersten Emmentaler im Allgäu. Die besondere Leistung Carl Hirnbeins bestand in der guten Vermarktung des Allgäuer Käses. Das "blaue Allgäu" wurde mit der Umstellung auf Weiden für das Milchvieh zum "grünen Allgäu".

Einödhof im Allgäu (Rechte: Mauritius)

Weit weg vom nächsten Hof

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Der Allgäuer, ein besonderer Menschenschlag

Eine Besonderheit des Allgäus ist die Vereinödung. Darunter versteht man die Siedlungsform, die die Allgäuer Landschaft heute auch so reizvoll macht. Die Einödhöfe liegen vereinzelt, oft weit weg vom nächsten Hof und der dörflichen Gemeinschaft. Diese Siedlungsform haben die Bauern des Allgäus selbst initiiert. Sie bauten ihre Höfe dort, wo es genug Weideland für das Vieh gab. Damit konnten die Bauern ihr Einkommen verbessern, und die Einödhöfe mit viel Weideland ermöglichten den rasanten Anstieg der Milchwirtschaft im Allgäu.

Andererseits prägt diese Siedlungsform auch den Charakter des Allgäuers. Man sagt ihm nach, er sei ein Eigenbrötler und etwas mundfaul. Im Gegenzug ist der Allgäuer aber auch ein Tüftler und Erfinder. Da man sehr abgelegen lebte und zum Teil auch heute noch so lebt, musste man sich selbst helfen und die Dinge auf dem Hof reparieren oder gar herstellen. Mechler nennen die Allgäuer ihre Tüftler.

Schloss Neuschwanstein bei Schwangau im Ostallgäu (Rechte: dpa)

Schloss Neuschwanstein

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Dem Himmel nahe - das Allgäu ist die beliebteste Ferienregion in Deutschland

"Ein rauch, wintrigs Land", so beschrieb Sebastian Münster im 16. Jahrhundert das Allgäu. Als rauer und kalter Landstrich galt diese Gegend lange. Bis ins 19. Jahrhundert blieb das Allgäu ein Land der Bauern, die ihren Unterhalt den harten natürlichen Bedingungen abrangen. Heute trägt der Tourismus in manchen Städten des Allgäus bis zu 50 Prozent zur Wertschöpfung bei. Schloss Neuschwanstein, 1868 im Stil einer spätromantischen Burg erbaut, lockt jedes Jahr rund 1,3 Millionen Touristen aus aller Welt an. Aber nicht nur die Schlösser der bayerischen Könige machen das Allgäu zum Urlaubsland Nummer eins. Klettern in den Alpen, Wassersport in einem der vielen Seen, darunter dem Bodensee, Führungen durch eine der vielen mittelalterlichen Städte oder leichtes Bergwandern für die ganze Familie. Die touristische Infrastruktur des Allgäus lässt kaum einen Wunsch offen.

Ana Rios, Stand vom 25.04.2012
Sendung: Bayerische Landschaften - Allgäu, Zugspitze und Bayerischer Wald, 26.04.2012

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Bildcollage zum Thema Bergwelten (Rechte: dpa)

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