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Wüsten-Superlative

Wüsten sind Landschaften aus Sand und Steinen, manchmal auch aus riesigen Salzflächen. Die meisten Wüsten liegen an den Wendekreisen, das heißt bei etwa 23,5 Grad nördlicher und 23,5 Grad südlicher Breite. In diesen Gebieten ist die potentielle Verdunstung größer als der Niederschlag, normalerweise weniger als 25 Millimeter pro Jahr, in einigen Gebieten sogar weniger als fünf Millimeter. Trotz dieser lebensfeindlichen Bedingungen leben Millionen von Menschen in Wüstengebieten.

Ein Beduine schreitet mit zwei Kamelen über eine große Sanddünen. (Rechte: dpa)

Perfekt an die Landschaft angepasst

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Sahara: die Größte

Die Sahara (arabisch: Wüste) ist mit über neun Millionen Quadratkilometern die größte Wüste der Welt. Von West nach Ost misst sie über 6000 Kilometer, sie reicht vom Atlantik im Westen bis zum Roten Meer im Osten. Vom Mittelmeer im Norden bis in den Sudan im Süden sind es 2000 Kilometer. In ihrem Einzugsbereich liegen die Länder Ägypten, Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen, Westsahara, Niger, Mauretanien, Mali, Tschad und die Republik Sudan. In den Oasengebieten leben etwa zwei Millionen Menschen auf eine Fläche von 200.000 Quadratkilometern. Die Sahara besteht größtenteils nicht - wie häufig angenommen - aus Sand, sondern aus Geröll und Felsen. Zahlreiche, zum Teil über 3000 Meter hohe Gebirgszüge machen die größte Wüste der Welt nahezu unpassierbar.

Eine riesige Sanddüne. (Rechte: dpa)

In der Namib gibt es die größten Dünen der Welt

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Namib: die Älteste

Die Namib erstreckt sich auf einer Länge von rund 2000 Kilometern und einer Breite von 160 Kilometern entlang der Küste des westafrikanischen Staates Namibia. In der Sprache der Khoikhoi, eines Nomadenstammes im südlichen Afrika, bedeutet Namib "große Leere" oder "Barriere". Vor 55 Millionen Jahren entstand ein 220 Meter tiefes Sandbett, die rote "Ur-Namib". Die heutige Ausdehnung entstand erst vor etwa vier bis fünf Millionen Jahren. Obwohl die Namib direkt am Atlantik liegt, kommt es in der Wüste so gut wie nie zu Niederschlägen. Die einzige Feuchtigkeitsquelle sind morgendliche Nebelschwaden, die sich bei Tagestemperaturen von 50 Grad Celsius schnell verflüchtigen. Jahrzehntelange Trockenperioden sind in der Namib keine Seltenheit. Der starke atlantische Seewind türmt zudem die höchsten Dünen der Welt auf, sie werden bis zu 300 Metern hoch. Der nördliche Teil der Namib-Küstenregion wird auch Skelettküste genannt. Der unberechenbare Benguela-Strom hat im Laufe der Zeit schon zahlreiche Schiffe und Wale an dieser Küste stranden lassen. Schiffswracks und Knochen sind Zeugen dafür, dass Gestrandete in dieser Umgebung keinerlei Chance auf ein Überleben hatten.

Blick von oben auf eine graue, steinige und karge Wüstenlandschaft mit Steilklippen am Rande des Pazifischen Ozeans. (Rechte: dpa)

Die Atacama ist die trockenste Wüste der Welt

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Atacama: die Trockenste

Die Atacama-Wüste im äußersten Norden Chiles gilt als die trockenste Wüste der Welt, da hier praktisch kein Niederschlag fällt. Sie liegt im Regenschatten der Anden, die jegliche Niederschläge abblocken. Obwohl die Atacama zum Teil an der Küste liegt, verhindert der kalte Humboldtstrom die Bildung von Regenwolken. Trotz der Wasserarmut wurde die Hochland-Wüste schon vor Jahrtausenden besiedelt und auch heute leben noch einige Völker in den Gebieten der spärlichen Oasen.
Die Atacama-Wüste liegt in einem vulkanisch sehr aktiven Gebiet. Es gibt viele Geysire und Thermalquellen. Zudem ist sie reich an Bodenschätzen wie Salpeter, Kupfer, Silber und Gold. Auf dem 2636 Meter hohen Cerro Paranal im Norden der Atacama liegt eine Besonderheit: die modernste, von der ESO (European Southern Observatory) betriebene, Sternwarte der Welt. Wegen des Fehlens von Feuchtigkeit ist die Luft so klar, dass ihr riesiges Weltraumteleskop 50 Mal schärfere Bilder liefert als das Hubble-Teleskop im Weltraum.

Eine Kamel-Karawane durchzieht eine Dünenwüste. (Rechte: SWR)

Karge Landschaft in der Wüste Gobi

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Gobi: die Dino-Wüste

Die Wüste Gobi liegt in Zentralasien und erstreckt sich über den südlichen Teil der Mongolei und die nördlichen Regionen der Volksrepublik China. Sie ist die nördlichste Wüste der Welt und liegt in einer kontinentalen Klimazone mit extremen Temperaturschwankungen von bis zu 80 Grad Celsius zwischen Sommer und Winter. In der Sprache der mongolischen Nomaden bedeutet Gobi "Wüste". Die Chinesen nennen die Wüste Gobi "Schamo", was übersetzt Sandwüste heißt. Streng genommen ist die Gobi jedoch gar keine Wüste, sondern eher eine Halbwüste oder Wüstensteppe. Nur drei Prozent der riesigen Gebiete bestehen aus Sand, der Rest aus überwiegend kahlen Felsformationen. Trotz der unwirtlichen Lebensbedingungen haben sich zahlreiche Menschen und Tiere an die Bedingungen der Wüste angepasst, wie zum Beispiel Gazellen, Schneeleoparde oder Wölfe.
Seit 1955 durchquert die Transmongolische Eisenbahn die Gobi, bis dahin war eine Durchquerung nur mit Karawanen möglich. Zudem liegen einige wichtige Handelsstädte und Stützpunkte der Seidenstraße am Südrand der Wüste. In letzter Zeit erlangte die Wüste Berühmtheit durch aufsehenerregende Funde versteinerter Dinosaurier und deren Gelege. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem der Sand nicht eine neue Art freigibt.

Blick von oben auf den aus rotem Sandstein bizarr geformten Ayers Rock, der inmitten einer flachen, kargen Steppenlandschaft liegt. (Rechte: dpa)

Der größte Monolith der Erde

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Outback: die Viergeteilte

Die große "Australische Wüste" besteht streng genommen aus vier Teilen: der großen Viktoriawüste, der Gibsonwüste, der Großen Sandwüste und der Tanamiwüste. Sie nimmt damit über drei Viertel der gesamten Fläche Australiens ein. In den 1930er Jahren versuchten viele europäische Forscher, die Wüsten Australiens zu erschließen. Die meisten kehrten nie zurück. Nur die Urbevölkerung Australiens, die Aborigines, sind in der Lage, ohne moderne Hilfsmittel im Outback zu überleben. Ihrem Glauben nach entstand die rote Wüste durch einen großen Frosch, der das ganze Wasser aus der australischen Tiefebene trank. Zu den berühmtesten Naturdenkmälern des Outbacks zählt der "Uluru", besser bekannt als "Ayers Rock". Er ist mit einer Länge von drei Kilometern, einer Breite von bis zu zwei Kilometern und einer Höhe von 348 Metern der größte Monolith (freistehender Steinblock) der Erde. Für die Aborigines ist er ein bedeutendes Heiligtum, das den Sitz ihrer Ahnen darstellt.

Tobias Aufmkolk/Carl Grevener, Stand vom 26.10.2011
Sendung: Lebenskünstler in der Wüste - Von Nebelfängern und Wassersparern, 27.10.2011

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Bildcollage zum Thema Sand (Rechte: dpa)

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Bildcollage zum Thema Wüste (Rechte: WDR/SWR)

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