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Wissensfrage: Goldene 20er

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Wissensfrage

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Weimarer Republik
Versailler Vertrag
Goldene 20er
Wissensfrage
Die Hyperinflation
Die langen Schatten des Krieges
Literatur & Co

Hat es die Goldenen 20er Jahre wirklich gegeben?

Die Goldenen 20er Jahre hat es sicherlich nur für die Allerwenigsten gegeben. Doch von der brüchigen Epoche der Weimarer Demokratie gehen entscheidende kulturelle Impulse aus. Der Mythos der "Golden Twenties" zeigt in vielen Facetten das andere, das hoffnungsvolle Gesicht der Weimarer Republik. Die Menschen versuchen nach dem desaströsen Ende des Weltkriegs einen Neuanfang in Politik, Gesellschaft, Kultur und Freizeit. Charleston und Jazz, Revue und Freikörperkultur bedeuten die Abkehr vom rigiden preußischen Staatswesen, das autoritär bis in die Privatsphäre jedes Einzelnen hineinreglementierte. Unter den Künstlern und Intellektuellen formieren sich Vordenker, die so genannte Avantgarde. Sensible und kreative Talente suchen neue Ausdrucksformen und finden neue Ausdrucksmöglichkeiten. Sie werden zu kulturellen Seismographen, sie wenden sich ab von der verlogenen, selbstherrlichen Rhetorik des Kaiserreichs und der millionenfachen Instrumentalisierung und Verheizung der Deutschen im Ersten Weltkrieg.

Antikriegsgemälde 'Die Skatspieler' aus dem Jahr 1920 von Otto Dix. In abstrakter Malweise sind drei schwerversehrte Invaliden beim Kartenspiel dargestellt. (Rechte: AKG)

Wichtiger Maler der 20er Jahre: Otto Dix

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Die intellektuellen Eliten suchen gänzlich neue Wege, man vertraut nicht länger den althergebrachten Traditionen, was bisher "in" war ist "out", Geschmack und Gewohnheiten werden infrage gestellt und neu überdacht. Die Sprache verändert sich, die Gestaltung, die Idee. Formen und Farben. Ausdruck und Ästhetik werden wieder schlicht, einfach, puristisch und lösen sich von der Überladenheit der Kaiserzeit. Die so genannte "Neue Sachlichkeit" wird Trend und bestimmt Kunst, Kultur und Musik. Experimentelle Dichter formieren den Kreis der Dadaisten, sie kultivieren eine exzentrische Sprache, die zurück zu den einfachsten Lauten führt. Die Malerei findet zu den ursprünglichen, sich auflösenden Formen des Expressionismus und Kubismus. In Weimar gründet Walter Gropius das "Staatliche Bauhaus" und läutet mit einer revolutionären Formensprache die bedeutende Epoche der Moderne in Architektur und Design ein. Der Tanz wird revolutioniert - das klassische Ballett ergänzt durch den modernen Ausdruckstanz einer Mary Wigman. Das Kino kommt auf, der Stummfilm wird populär und der Tonfilm erfunden. Das Aufbruchsgefühl der Goldenen Zwanziger ist auf Vergnügen und Ablenkung aus, setzt aber auch neue Maßstäbe in Kunst und Kultur und ist aufgrund seiner substanziellen Gesellschaftskritik häufig politisch stark aufgeladen.

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009

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Die Bildcollage führt zum Thema Deutsche Geschichte. (Rechte: dpa)

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