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Nationalsozialistische Rassenlehre

Die Nationalsozialisten verfolgten eine radikale Rassenlehre. Hinter dieser steckte die Annahme, die in Deutschland lebenden Menschen gehörten verschiedenen Rassen an. Die Nazis unterschieden hierbei zwei Rassen: die Arier und die Juden. Die Arier erklärten sie zum menschlichen Ideal und zur Herrschaft über die anderen Rassen bestimmt. Ihre Qualität sahen die Nazis jedoch durch unvorteilhafte Einflüsse gefährdet. Dazu zählten ihrer Meinung nach vor allem die Juden. Der Bevölkerung verkauften sie diese Idee als eine endgültige, wissenschaftliche Wahrheit.

Eine sogenannte 'Rassetafel' zeigt die Einteilung der Deutschen in 'Grundrassen'. (Rechte: Westfälisches Schulmuseum Dortmund)

"Rassetafel" aus einem Naturkundebuch

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Die arische Rasse sollte herrschen

Die Nationalsozialisten leiteten ihre Rassenlehre aus zwei Pseudowissenschaften ab: der Rassentheorie und der Rassenhygiene. Beide entwickelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Aus der Rassentheorie übernahmen die Nazis die Vorstellung, die Menschheit ließe sich in verschiedene Rassen einteilen. Sie setzten jedoch den Begriff der Rasse mit dem des Volkes gleich. Das deutsche Volk erklärten sie zu einem Vertreter der sogenannten arischen Rasse. In der Rassentheorie galt diese als vollkommen: Als Urrasse sei sie allen anderen Rassen überlegen und daher zum Herrschen über diese bestimmt.

Der Rassenhygiene entlehnten die Nazis die Idee der sogenannten Rassenpflege. Dahinter steckte die Auffassung, die arische Rasse müsse ihre Reinheit und Qualität erhalten. Nur so könne sich die Menschheit zu Höherem entwickeln.

Eine Bildtafel aus dem NS-Rassekundeunterricht. Ein vermeintlich deutscher und ein jüdischer Junge sind zu sehen. Aus diesem Gesicht spricht die Seele der Rasse, lautet die Bildunterschrift. (Rechte: Westfälisches Schulmuseum Dortmund)

Gegenüberstellung "Deutsche Jugend - Jüdische Jugend" aus einem Rasseatlas

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Die Juden: Das Feindbild der Nazis

Die Juden stellten für die Nazis den Hauptfeind der arischen Rasse dar. Sie erklärten diese zu einer eigenen Rasse und unterstellten ihr, einen schädlichen Einfluss auf die Qualität der arischen Rasse zu haben. Daher müsse sie vernichtet werden. Für die Nazis galt es zuerst, auch das deutsche Volk von einer angeblichen Bedrohung durch die Juden zu überzeugen. Dazu betrieben sie eine gezielte Propaganda. Diese war von einer radikalen Gegenüberstellung geprägt: Auf der einen Seite stand der Arier. Für die Nazis war er der Prototyp der arischen Rasse und das Idealbild. Sie beschrieben ihn als blond, blauäugig, tatkräftig und treu. Als sein bedrohliches Gegenbild entwarfen sie den Juden. Er war nach Ansicht der Nazis all das, was der Arier nicht war: dunkelhaarig, dunkle Augen, faul und hinterlistig.

Zahlreiche Propagandaplakate lebten von dem Gedankenkonstrukt "Arier gegen Jude". Die Nationalsozialisten verteilten unter anderem Faltblätter, auf denen sie zwölf Gebote zur Rassenreinhaltung auflisteten. Eines davon hieß: "Halte das deutsche Blut rein." Durch die Gebote sollte die nationalsozialistische Rassenlehre einen religiösen Status erreichen.

Auch im Schulunterricht propagierten die Nazis ihr jüdisches Feindbild. In jeder Schule gab es einen sogenannten Rasseatlas. Dieser enthielt 30 großformatige Bildtafeln mit bildlichen Gegenüberstellungen von Ariern und Juden. Darunter standen Sätze wie "Aus diesem Gesicht spricht die Seele der Rasse." Am Ende der Schulzeit sollte jeder Schüler glauben, die Juden stellten eine Bedrohung für das deutsche Volk dar.

Mehrere Mensch stehen vor dem zerstörten Schaufenster eines Geschäftes. Im Hintergrund ist ein Hakenkreuz zu sehen. (Rechte: akg images)

1938: Passanten betrachten ein zerstörtes jüdisches Geschäft

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Antisemitismus war gesetzlich vorgeschrieben

Um das Volk vor der angeblichen Bedrohung durch die Juden zu schützen, erließen die Nazis mehr als 2000 anti-jüdische Gesetze. Zu den wichtigsten zählten die sogenannten Nürnberger Gesetze. Sie traten am 15. September 1935 Kraft. Durch die Nürnberger Gesetze war es Ariern und Juden unter anderem verboten zu heiraten. Deutsche Brautpaare mussten einen Ahnenpass vorlegen. Diesen erhielten sie nur, wenn sie ihre arische Abstammung nachweisen konnten.

In den kommenden Jahren radikalisierten die Nazis ihre Rassenlehre zusehends. Sie zerstörten jüdische Geschäfte und nahmen wahllose Verhaftungen vor. Zudem veranlassten sie die Abschiebung von etwa 17.000 polnischstämmigen Juden aus dem neu angeschlossenen Österreich.

Die Reichspogromnacht stellte den vorläufigen Höhepunkt des gesetzlich verordneten Antisemitismus dar. Sie fand in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 statt. Im Auftrag Hitlers steckten die Nazis zahlreiche Synagogen in Brand und verschleppten mehr als 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager. Diese kamen nur frei, wenn sie freiwillig auswanderten.

In den darauffolgenden Monaten reduzierten sich die Rechte der Juden auf ein Minimum. Sie durften keine praktischen Berufe mehr ausüben. Es war ihnen auch untersagt, öffentliche Schulen zu besuchen. Die Nazis errichteten extra Juden-Parkbänke und verhangen Restaurantverbote. Am Ende der nationalsozialistischen Rassenlehre stand die sogenannte Endlösung der Juden-Frage. Hiermit war der Massenmord an mehr als fünf Millionen Juden gemeint.

Nicht nur Juden sollten vernichtet werden

Der Rassenwahn der Nazis bezog sich nicht nur auf Juden. Auch Kranke und Menschen mit Behinderung stellten für sie eine Bedrohung dar. Diese werteten ihrer Meinung nach die Qualität der arischen Rasse ab und verhinderten so eine Höherentwicklung der Menschheit. Daher müssten auch sie vernichtet werden.

Eine der ersten Aktionen zur sogenannten Erb- und Rassenpflege war die zwangsweise Sterilisierung von erblich vorbelasteten Personen. Ein entsprechendes Gesetz trat am 14.7.1933 in Kraft. Es sollte das Blut der arischen Rasse von unerwünschten Einflüssen wie Krankheiten oder Behinderungen rein halten. Die Erb- und Rassenpflege gipfelte in einem Projekt zur Massentötung. Es fand unter dem Decknamen "Aktion T4" statt. Die Nazis transportierten Kranke und Menschen mit Behinderung in spezielle Tötungsanstalten. Dort ermordeten sie diese mit Giftspritzen oder durch Vergasung.

Auf einer Wiese stehen mehrere Kinderbetten, davor eine Hebamme. Vom Dach eines Hauses weht eine SS-Fahne. (Rechte: WDR/mauritius)

Hebamme mit Neugeborenen in einem Lebensbornheim

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Das Projekt "Lebensborn"

Die Nazis versuchten nicht nur durch Selektionsmaßnahmen die Qualität des deutschen Volkes zu erhalten. Sie verfolgten auch ein anderes Ziel: Sie wollten den Bestand der Arier durch gezielte Züchtung – ähnlich wie bei Tieren – vergrößern.

Dazu starteten die Nazis das Projekt "Lebensborn". Unter der Leitung Heinrich Himmlers, Reichsführer der Schutzstaffel (SS), richteten sie sogenannte Zuchtheime ein. In diesen sollten arische Männer und Frauen für anonymen Geschlechtsverkehr zusammenkommen. Die Männer waren meist Angehörige der SS. Danach verbrachten die Frauen ihre gesamte Schwangerschaft und einige Wochen nach der Geburt des Kindes im Heim. Danach gaben sie die Kinder ab. Diese wurden in den Lebensbornheimen von Nationalsozialisten großgezogen. Bis zum Kriegsende wurden in deutschen Lebensbornheimen etwa 8000 Kinder geboren, im besetzten Norwegen waren es sogar 12.000.

Andrea Böhnke, Stand vom 21.03.2013
Sendung: Die Nazijägerin Beate Klarsfeld, 22.03.2013

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Der Name "Auschwitz" ist Symbol geworden für die bis heute unfassbare fabrikmäßige Ermordung von Menschen. Ab 1940 bauen die Nationalsozialisten vor den Toren der polnischen Stadt Oświęcim ein riesiges Konzentrationslager. Dieses KZ wird Schauplatz des organisierten Massenmordes an den europäischen Juden. Nur wenige der in Auschwitz Inhaftierten haben überlebt.

http://www.planet-wissen.de

Planet Wissen - Die SS

Im Nationalsozialismus verbreitete sie Angst und Schrecken, die sogenannte Schutzstaffel, kurz SS. Gegründet 1923 als Leibgarde Adolf Hitlers, stieg die SS unter Heinrich Himmler zur mächtigsten Organisation im nationalsozialistischen Regime auf.

http://www.planet-wissen.de

Planet Wissen - Novemberpogrome

Zerstörte Geschäfte, geplünderte Wohnungen, brennende Synagogen - am Morgen nach dem 9. November 1938 ähnelte Deutschland einem Trümmerhaufen. 30.000 Juden wurden verhaftet, viele in den Tod getrieben. Es war nicht - wie die Nationalsozialisten behaupteten - der spontane Volkszorn, der sich gegen das jüdische Volk entlud, sondern ein gezielter Pogrom der Partei.

http://www.planet-wissen.de

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