Akupunktur bei Schwangeren

Eine hochschwangere Frau fasst sich mit beiden Händen an ihren Bauch.

Akupunktur

Akupunktur bei Schwangeren

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft an Rückenschmerzen, wollen aber keine Medikamente nehmen, um ihr Kind nicht zu gefährden. Akupunktur könnte für sie eine Möglichkeit sein, sich wieder besser zu fühlen. Zumindest haben Wissenschaftler in Brasilien herausgefunden, dass Akupunktur-Behandlungen bei Schwangeren die Schmerzen im Rücken und auch im Beckenbereich deutlich senken können.

Für eine Studie teilten die Forscher 61 Schwangere mit Rücken- und Beckenschmerzen in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe bekam Schmerzmittel und Akupunktur-Behandlungen, die andere Gruppe nahm nur Schmerzmittel ein.

Das Ergebnis: 78 Prozent der Frauen in der Akupunktur-Gruppe fühlten deutlich weniger Schmerzen und mussten weniger Schmerzmittel einnehmen als zuvor, bei der zweiten Gruppe hatten nur knapp 20 Prozent der Frauen deutlich weniger Schmerzen.

Erleichterung bei der Geburt

Auch die Geburt kann Akupunktur wesentlich erleichtern. Dazu können sich Frauen entweder einige Zeit vor der Geburt oder direkt bei der Geburt mit den kleinen Nadeln stechen lassen.

Forscher der Universitätsfrauenklinik Mannheim konnten zeigen, dass vier bis acht Akupunktursitzungen in den letzten vier Schwangerschaftswochen die Geburt deutlich erleichtern können. Die Sitzungen, bei denen die Beine und Zehen akupunktiert wurden, dauerten etwa 30 bis 60 Minuten. Durchschnittlich verkürzte sich so die Geburt von zehn auf acht Stunden.

Außerdem entspannte die Akupunktur die Schwangeren, sodass die werdenden Mütter laut Ärzten bei der Geburt besser mitarbeiteten. Es kam bei mehr als 1000 behandelten Schwangeren während der Studie außerdem zu keiner einzigen Frühgeburt.

Akupunktur am Ohr

Auch während der Geburt kann man akupunktieren

Eine schwedische Studie hat herausgefunden, dass während der Geburt gesetzte Nadeln sogar Schmerzmittel überflüssig machen können. Von 180 Frauen wurde die Hälfte während der Geburt akupunktiert, die andere Hälfte nicht. In der Akupunktur-Gruppe kamen fast 60 Prozent der Frauen ohne Schmerzmittel aus, bei der Kontrollgruppe nur knapp 15 Prozent.

Im Iran fanden Forscher ebenfalls heraus, dass während der Geburt akupunktierte Frauen weniger von dem wehenstärkenden Medikament Oxytozin benötigten.

Autoren: Mareike Potjans / Jochen Zielke

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Stand: 08.08.2018, 12:00

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