Manolo Blahnik

Manolo Blahnik vor einem Schuhregal.

Schuhe

Manolo Blahnik

Kaum ein Schuhdesigner hat weltweit in den letzten Jahre so Furore gemacht wie Manolo Blahnik. Schuld daran ist die Fernsehserie "Sex and the City", die seine Schuhe – unter Schuhkennern schon seit den 1970er Jahren ein Muss – zum absoluten Kultobjekt gemacht hat. "Manolos" zu haben gehört heute für die Reichen und Superreichen schon fast zum guten Ton. Der – oder besser – die Normalsterbliche drückt sich die Nase am Schaufenster platt und träumt davon, wenigstens einmal im Leben ein paar dieser exklusiven Schuhe zu besitzen.


Erstes Treffen mit der Modewelt

Manolo Blahnik wird 1942 in Santa Cruz auf der kanarischen Insel La Palma geboren. Während seiner Jugend lernt er von seiner Mutter, wie die spanischen Espandrilles gemacht werden. Einfache Schuhe aus Bast und Stoff, deren Herstellung in ihm nach eigener Aussage die Liebe zu Schuhen erwachen ließ.

Nach der Ausbildung beginnt er ein Jura- und Politikstudium in Genf, das er aber bereits nach einem halben Jahr abbricht. Er schreibt sich für Literatur und Architektur ein und geht 1965 Jahre an die Kunsthochschule Paris.

Nach einigen Jahren zieht er auf Vorschlag seines Vaters nach London. Dort soll er sein Englisch verbessern. Das macht Manolo am liebsten in den Kinos am Leicester Square. Dort schaut er sich einen Film nach dem anderen an.

Nebenbei arbeitet er gelegentlich als Designer und trifft auf Betreiben von Paloma Picasso, die er in Paris kennen gelernt hatte, die Chefredakteurin der Modezeitschrift "Vogue". Sie ist sofort begeistert von seinen Zeichnungen. Besonders haben es ihr seine Schuhe angetan und so überzeugt sie ihn, Schuhdesigner zu werden.

Herrenschuhe sind zu langweilig

Zunächst kreiert er Herrenschuhe, was er ziemlich langweilig findet. Aber schon 1972 entwirft er seine erste Damenkollektion für den Modedesigner Ossie Clark. Seine Schuhe sind extravagant und – leider – technisch nicht ganz einwandfrei. Wenn es warm wird, werden die Absätze seiner Schuhe so weich, dass man wie auf weichem Sand läuft.

Trotz allem macht Blahnik sich in der Szene schnell einen Namen und 1978 erobert er mit einer Kollektion für die Kaufhauskette "Bloomingdale's" den amerikanischen Markt. Seine unvergleichlichen Modelle sind oft von Filmen inspiriert, denn Blahnik ist absoluter Filmliebhaber. Seine Vorbilder sind Coco Chanel, Yves Saint Laurent und der baskische Modeschöpfer Cristobál Balenciaga.

Roter Damenschuh von Manolo Blahnik mit sehr hohem Absatz und Bommeln aus Himbeeren.

Objekt der Begierde

Der "beste Geschmack der Welt"

Auf die Frage, ob er denn je eine Ausbildung im Schuhmachen genossen habe, antwortet er lächelnd: "Ich brauchte das nicht, denn ich habe den besten Geschmack der Welt!" Tatsächlich hat er über die Jahre immer mehr darüber gelernt, wie man Schuhe noch besser herstellen kann.

Noch heute erarbeitet er jeden einzelnen Absatz einer neuen Kollektion höchstpersönlich. Damit die Frauen in seinen Schuhen "immer noch fantastischer aussehen..." und - vermutlich - damit ihm ein solches Malheur wie bei seiner ersten Kollektion nicht noch einmal widerfährt.

Autor: Rolf Stephan

Stand: 16.10.2017, 13:50

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