Die Havanna-Zigarre

Nahaufnahme: Ein Mann raucht eine kubanische Zigarre.

Kuba

Die Havanna-Zigarre

Die Havanna ist ein Mythos – sie gilt als beste Zigarre der Welt. Das feuchtwarme Klima in der roten Erde bietet ideale Bedingungen für den Anbau des edlen Tabaks. Kolumbus waren die merkwürdigen Glimmstängel im Mund der Indianer schon bei seiner ersten Reise aufgefallen. Doch bis die Europäer auf den Geschmack kamen, dauerte es noch. Erst im 18. Jahrhundert begann die Zigarrenproduktion in Havanna.

Rundum gute Zigarren

Experten erkennen eine gute Zigarre an ihrem seidigen Glanz und dem etwas speckigen Deckblatt. Das begehrte Gütezeichen auf den Zigarrenkisten heißt "Hecho en Cuba, totalmente a mano" (Hergestellt in Kuba, vollständig in Handarbeit). An jeder Ecke bieten Straßenhändler die "echten Havannas" zu Tiefstpreisen an.

Um Fälschungen zu erkennen, gibt es einige Tricks: Neben den Zigarren, die exakt die gleiche Länge, Farbe und Dicke haben müssen, liefert auch der Kasten Aufschlüsse. Zwischen beide Lagen gehört ein Holzblättchen aus Zedernholz. Auf der Rückseite des Kästchens müssen zwei Stempel sein: Die eingebrannte Aufschrift "Habanos" sowie zwei Zeilen eines Buchstaben-Codes. Ein grünweißes Garantie-Siegel an der linken Vorderseite sollte die Kiste verschließen.

Der Straßenhandel ist allerdings auch illegal: Wer am Flughafen keine Rechnung aus dem Devisenladen zeigen kann, ist seine Schätze schnell wieder los. Im Oktober 1999 führte Kuba zudem ein fälschungssicheres Siegel ein, das den Schwarzmarkt erschweren soll.

Zigarrenproduktion

Die Schritte von der Aussaat bis zur Lagerung des Tabaks erfolgen nach einer sehr aufwändigen Prozedur, die bis zu drei Jahre dauern kann. Gepflückt werden die Tabakblätter von Januar bis März. Dann werden sie etwa sieben Wochen zum Trocknen aufgehängt. Anschließend werden sie drei Monate fermentiert: In meterhohen Stapeln erwärmt sich der Tabak und entwickelt so sein besonderes Aroma. Nur die besten Deckblätter werden für eine dritte Fermentation in Holzfässern gelagert.

Kubanische Arbeiterin in einer Zigarrenfabrik dreht Zigarren

Drehen im Akkord - Arbeiterinnen in einer Zigarrenfabrik

Eine Havanna besteht dann im Wesentlichen aus Deckblatt, Unterdeckblatt und Füllung. Obwohl in jeder Zigarre nur zwei Sorten Blätter der Tabakpflanze stecken, lassen sich viele verschiedene Marken komponieren. Für eine gute Havanna mischt man in der Regel zwei bis fünf verschiedene Blätter als Füllung, um die dann das Unterdeckblatt und das Deckblatt gewickelt werden.

Auswahl und Ausfuhr

Wahre "aficionados", so nennen sich die Zigarrenliebhaber, schätzen die eigene Marke: Fidel Castro hing an seiner Cohiba, Churchill liebte die "Romeo y Julieta" aus Havanna. Originalzigarren aller Marken werden im Tabakmuseum "Casa del Habano" in Havanna gezeigt und verkauft. Auch in größeren Hotels und am Flughafen findet sich eine begrenzte Auswahl.

Eine kubanische Frau raucht eine Zigarre

Zigarren sind nicht nur Männersache

Für die Stärke des Zigarrentabaks gibt es eine Faustregel, nach der die helleren Zigarren die leichtesten sind – sie stimmt aber nicht immer. Zur Orientierung gilt:

Doble claro – sehr hell, sehr leicht
Claro – tabakgelb, leicht, feines Aroma
Colorado – mittelbraun und etwas kräftiger
Maduro – dunkelbraun, reif und duftig
Oscuro – seltene, sehr kräftige Zigarren für den gestandenen Raucher

Nach Deutschland darf jede Person zollfrei 50 Zigarren ausführen. Alle weiteren Zigarren müssen versteuert werden. Das Zollamt weist darauf hin, dass bei Tabakwaren entweder 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren zollfrei mitgenommen werden können. Die Anzahl kann aber auch prozentual aufgeteilt werden – zollfrei wären also beispielsweise 50 Zigarillos und 25 Zigarren.

So raucht man die Havanna

Zum fachgerechten Genießen einer Havanna gibt es einen Drei-Punkte-Plan:

  • Vorbereiten: Eine saubere Kerbe sollte am Mundende geschnitten werden. Ist der Tabak zu trocken, kann er mit den Lippen befeuchtet werden.
  • Anzünden: Die Zigarre sollte mit den Lippen leicht nach unten gehalten und mit einer Hand leicht in einer kleinen, gleichmäßigen Flamme gedreht werden. Deckblatt und Füllung müssen gleichmäßig glühen.
  • Rauchen: Den Rauch einige Sekunden im Mund schmecken, nicht inhalieren, die Asche nicht gewaltsam abstoßen. Die Zigarre wird nur zu zwei Dritteln geraucht, dann geht sie meist von selbst aus.

Autorinnen: Britta Schwanenberg/Ildiko Holderer

Weiterführende Infos

Stand: 06.06.2018, 09:55

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