Frauen der Romantik

Romantik

Frauen der Romantik

Hatte die Zeit der Aufklärung, von Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts, schon den Weg für die Frauen in die aktive Kulturszene geebnet und mit Luise Adelgunde Kulmus oder Anna Louisa Karsch anerkannte Schriftstellerinnen hervorgebracht, so kam der wahre Durchbruch für die weibliche Literatenzunft erst mit der Romantik. Eine sehr fortschrittliche Denkweise, was die Rolle der Frau in der Gesellschaft betraf, ermöglichte es den Damen der oberen Schicht, gleichberechtigt neben der bis dahin dominierenden Männerwelt am kulturellen Leben teilzunehmen. Schreibenden Frauen kam zum ersten Mal nicht nur ein Exotenstatus zu, sie wurden selbst zum Mittelpunkt einer eigenen Szene.

Frühe Gleichberechtigung

Herausragend dabei Karoline Schlegel-Schelling: Sie war zunächst mit dem Schriftsteller und Literaturwissenschaftler August Wilhelm Schlegel, später mit dem Philosophen Wilhelm von Schelling verheiratet. Schon in ihrer ersten Ehe konnte sie beweisen, was in ihr steckte: Gemeinsam mit ihrem ersten Mann brachte sie eine umfangreiche Shakespeare-Übersetzung heraus. Außerdem begründete sie in Jena einen romantischen Zirkel, zu dem namhafte Musiker, Philosophen, Schriftsteller und Maler gehörten.

Ein zeitgenössisches Porträt zeigt Dorothea Schlegel im Jahre 1798.

Dorothea Schlegel - eine der wichtigen Frauen der deutschen Romantik

Einen solchen Treffpunkt des romantischen Gedankenaustauschs bildete auch der Salon der Berliner Schriftstellerin Rahel Varnhagen von Ense. Beide Zirkel wurden zum Inbegriff der Salonkultur, die für die Romantikepoche typisch wurde. Darüber hinaus gelten Varnhagens 1834 veröffentlichte Briefe als wertvolles Zeitdokument romantischen Denkens, aber auch der frühen Emanzipationsbewegung in Deutschland.

Romantische Frauenzirkel

Eine weitere wichtige Figur der weiblichen Romantikszene ist Dorothea Schlegel (1764 bis 1839). Die Tochter des Philosophen Moses Mendelssohn hatte in zweiter Ehe den Dichter und Kulturphilosophen Friedrich Schlegel geheiratet und lebte mit ihm in Jena und Paris. Der Roman "Florentin" (1801) zählt zu den herausragenden Werken der Romantik.

Farbiger Stich von Bettina von Arnim

Bettina von Arnim trat aus dem Schatten ihres Mannes heraus

Eine weitere Protagonistin der Frauen in der Romantik ist Bettina von Arnim. Die Schwester von Clemens Brentano trat vor allem nach dem Tod ihres Mannes, dem Romantiker Achim von Arnim, literarisch in Erscheinung. 1840 setzte sie mit einer viel beachteten Biografie der Schriftstellerkollegin und Freundin Karoline von Günderode (geboren 1780) ein literarisches Denkmal. Diese zählte selbst zum romantischen Frauenzirkel, hatte 1804 schwermütige "Gedichte und Phantasien" veröffentlicht und zählte bis zu ihrem frühen Tod 1806, als sie wegen einer unglücklichen Liebe Selbstmord beging, zu den großen Talenten.

Autor/in: Alfried Schmitz

Stand: 23.09.2014, 13:00

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