Besichtigungstipps

Beleuchtete Dresdner Altstadt vom anderen Elbufer aus gesehen

Dresden

Besichtigungstipps

Von Claudia Kracht

Die sächsische Metropole hat weit mehr zu bieten als lediglich die barocken Prachtbauten in der viel bestaunten Altstadt.

"Von Leningrad bis Paris gibt es keine Stadt, die von einem Fluss mit Wiesen durchzogen so in Harmonie mit der Natur liegt." So beschrieb Dr. Joachim Menzhausen, langjähriger Leiter der Staatlichen Kunstsammlung "Grünes Gewölbe" in Dresden, 1990 die Stadt an der Elbe.

Juwel im Schatten: die Dresdener Neustadt

Nur ein kleiner Teil der Touristen wagt einen Abstecher in die sogenannte Dresdener Neustadt. Dabei erstreckt sich nördlich der Elbe, gegenüber der faszinierenden barocken Silhouette, immerhin das größte komplett erhaltene Gründerzeit-Viertel in ganz Deutschland.

Im Zweiten Weltkrieg kam dieser Stadtteil vergleichsweise ungeschoren davon, und der Neugestaltungswahn der DDR-Stadtplaner konzentrierte sich zunächst auf andere Bereiche. So blieb dieses architektonische Juwel im Schatten der Altstadt glücklicherweise erhalten.

Zwar sind hier und dort noch Spuren der Verwahrlosung zu entdecken, aber das unterstreicht eher noch den Charme des lebendigen, reizvollen Quartiers mit seinen vielen bunt bemalten Fassaden.

Hier leben vorzugsweise junge Leute – rund um Galerien, Straßencafés, Szenetreffs, Kunsthandwerk, Klamottenläden, Buchläden und Teehäuser. Aus Eckkneipen dringt an Sommerabenden laute Popmusik. Biergärten unter hohen Kastanienbäumen und preiswerte Multikulti-Restaurants laden zum Besuch ein.

Schwarzweiß-Foto der Dresdner Neustadt um 1900

Viele Gebäude aus dem 19. Jahrhundert sind heute noch erhalten

Weiße Hirsche und Blaue Wunder

Der "Weiße Hirsch" ist ein besonders schöner Stadtteil Dresdens, benannt nach einem gleichnamigen Gasthof aus dem 17. Jahrhundert. Mit der Straßenbahn-Linie 11 gelangt man schnell dorthin. Es empfiehlt sich ein Zwischenstopp beim Schloss Albrechtsberg, um von dort den schönen Blick über die Elblandschaft zu genießen.

Am "Weißen Hirschen" angekommen, kann man sich nach Norden wenden – und in der Dresdener Heide mit ihren ausgedehnten Waldlandschaften spazieren gehen. Zu sehen sind die aufwändig gestalteten Fassaden der prächtigen Bürgerhäuser.

Oder man spaziert nach Südwesten zur Elbe hinunter, die dort von einer Brücke namens "Blaues Wunder" überquert wird. Die 1893 errichtete hellblau gestrichene Stahl-Konstruktion überraschte damals die Fachwelt, weil sie keine Pfeiler im Fluss benötigte, sondern frei von Ufer zu Ufer hing, daher der sonderbare Name.

Das Bild zeigt ein Ausflugsboot auf einem Fluss, darüber erstreckt sich eine blau angestrichene Brücke

Das "Blaue Wunder"

Sächsische Schweiz

Wer etwas mehr Zeit mitbringt und sich an schöner Landschaft erfreut, kann während seines Dresden-Aufenthalts in die nur 35 Kilometer entfernte Sächsische Schweiz reisen. So nennt man den sächsischen Teil des Elbsandsteingebirges, das sich bis weit nach Böhmen hinein erstreckt.

Bereits seit 1990 stehen größere Teile des Nationalparks Sächsische Schweiz unter Naturschutz. Das Gebirge ist nicht besonders hoch, im Durchschnitt etwa 400 Meter. Fraglos zählt es aber zu den reizvollsten und vielfältigsten deutschen Mittelgebirgen, unter anderem wegen seiner bizarren Felsformationen.

Das wissen auch viele Wanderer und Kletterer aus dem In- und Ausland. Daher sind die Hauptstrecken während der Wandersaison (Mitte Mai bis Ende Juni; Ende August bis Mitte Oktober) gut besucht, viele Quartiere bereits ausgebucht. Aber das Wanderwegenetz bietet zahlreiche Ausweich-Möglichkeiten, es misst insgesamt rund 1200 Kilometer.

Klettern im Elbsandsteingebirge 02:45 Min. Verfügbar bis 31.07.2022

Wer längere Wanderungen plant, sollte allerdings in jedem Fall rechtzeitig buchen – und dann ausgiebig die weiten Blicke über das Land genießen. Diese Panoramen inspirierten bereits romantische Maler wie Caspar David Friedrich.

WDR | Stand: 17.08.2020, 15:45

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