Schluchten unserer Umgebung

Partnach-Klamm

Schluchten

Schluchten unserer Umgebung

Von Gregor Delvaux de Fenffe

Der Grand Canyon in Arizona ist aufgrund seiner unglaublichen Schönheit die wohl berühmteste Felsformation der Welt. Doch auch in Deutschland und Umgebung gibt es Schluchten, denen man unbedingt einen Besuch abstatten sollte.

Wutachschlucht

Nicht umsonst nennt man die Wutachschlucht auch den "Grand Canyon des Schwarzwaldes". Bei Blumberg hat die Wutach (die "wütende Ach") innerhalb kürzester Zeit eine tiefe und lange Schlucht durch den Schwarzwald getrieben. Und noch immer tiefen sich die Wassermassen weiter in das Gestein ein. Daher beansprucht die Wutachschlucht den Titel der jüngsten Schlucht der Erde für sich.

Die Wutach und ihr Tal sind seit 1939 Naturschutzgebiet. Die Wutachschlucht ist nur schwer zugänglich; zu Fuß kann man sie aber durchqueren und die artenreiche Flora und Fauna bestaunen. Die Bodenschichten der Talwände geben einen einzigartigen Einblick in die Erdgeschichte.

Kleiner Wasserfall in der Wutachschlucht

Wild und romantisch: die schwer zugängliche Wutachschlucht

Partnachklamm

Bei Garmisch-Partenkirchen hat die Partnach eine Klamm in den Fels geschnitten. Die Wände fallen bis zu 80 Meter steil ab. Früher war es lebensgefährlich, diese Klamm zu begehen. Heute ist sie für den Tourismus erschlossen und lässt Wanderer ehrfurchtsvoll innehalten.

Im Jahr 2003 wurde die Klamm als eines von "Bayerns 100 schönsten Geotopen" ausgezeichnet. Auch im Winter lohnt sich ein Ausflug in die Klamm. Denn dann verwandelt das gefrorene Wasser die Wände in prächtige Eisgebilde.

Die Partnachklamm in Oberbayer, der Fluss schimmert blau.

Die Partnachklamm – zu jeder Jahreszeit ein beeindruckendes Ausflugsziel

Höllental

Zwischen Himmelreich und Hinterzarten zieht sich der Rotbach durch das Höllental, ein Tal mit bis zu 600 Meter hohen Wänden aus Urgestein. Die engste Stelle des Tales, der Hirschsprung, soll einst von einem ansehnlichen Hirsch durch einen gewaltigen Satz überquert worden sein. Ein bronzener Hirsch auf dem Felsen erinnert an dieses denkwürdige Ereignis.

Das Tal kann man nicht nur zu Fuß durchqueren, sondern auch mit dem Auto oder der Höllentalbahn. Aufgrund des Höhenunterschieds ist dies eine der interessantesten Bahnstrecken Deutschlands.

Eisenbahn auf Viadukt

Das Höllental lässt sich auch bequem mit der Bahn durchqueren

Via Mala

Eine wildromantische Schlucht zieht sich zwischen Chur und San Bernadino durch den Fels. Der Oberrhein hat sich hier seinen Weg durch die Gesteinsschichten gesucht.

Die Via Mala, die "böse Straße", war einst der gefährlichste Streckenabschnitt des wichtigen Handelsweges zwischen Süddeutschland und Italien. Davon bekommt man auf der A13, der modernen Via Mala, nichts mehr mit.

Will man die Schönheit und Pracht der Schlucht erleben, sollte man die A13 verlassen und über die alte Kantonstraße einen Parkplatz anfahren, um zu Fuß in die Schlucht hinab zu steigen.

Steinbrücke über der Via-Mala-Schlucht

Die Via Mala wirkt eng und bedrohlich

SWR | Stand: 16.04.2020, 13:00

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