Woher kommen unsere Eier?

Ei mit Erzeugercode.

Hühner

Woher kommen unsere Eier?

Von Susanne Decker und Claudia Heidenfelder

Etwa 230 Eier verspeist jeder Mensch in Deutschland jährlich. Nach Umfragen bevorzugt die Mehrheit dabei Eier aus artgerechter Haltung. Damit man sie besser erkennen kann, wird seit 2004 jedes Ei in der Europäischen Union mit einem Herkunftscode versehen.

Was bedeutet der Code auf dem Ei?

Ein Erzeugercode kann beispielsweise so aussehen: "2-DE-1234567".

Die erste Ziffer auf dem Stempel steht für das Haltungssystem:

0 = Biohaltung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung

Die folgenden Buchstaben verraten, aus welchem Land das Ei kommt, zum Beispiel:

AT = Österreich
BE = Belgien
DE = Deutschland
IT = Italien
NL = Niederlande

Wo die Henne lebt, die das Ei gelegt hat, zeigt eine mehrstellige Nummer an. Betriebe, die dem Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) angehören, lassen sich über die Webseite www.was-steht-auf-dem-ei.de finden.

Käfighaltung – in Deutschland verboten

Eine artgerechte Haltung von Legehennen ist in Deutschland mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben. Demnach sollen die Hennen ihr natürliches Verhalten in einem gesonderten Nestbereich ausleben können.

Käfighaltung ist in Deutschland deshalb inzwischen verboten – diese Hühner vegetierten einst auf einem Drahtgeflecht, das so groß war wie ein DIN-A4-Blatt. In Deutschland sind heute nur noch Bodenhaltung, Freilandhaltung und Bio-Haltung zugelassen.

Bodenhaltung

In der Bodenhaltung dürfen pro Quadratmeter Stallfläche maximal neun Hühner leben. Ein Drittel der Fläche muss mit Einstreu bedeckt sein.

Das klingt erst einmal artgerecht. Allerdings: Kommen in der Bodenhaltung mehrere Ebenen zum Einsatz, heißt das Volierenhaltung. In diesem Fall dürfen maximal 18 Hennen pro Quadratmeter leben. Das heißt, eine Henne hat weniger als ein DIN-A4-Blatt Platz – und damit weniger als in der inzwischen verbotenen Käfighaltung.

Vom Glück, ein Huhn zu retten Planet Wissen 01.09.2021 05:45 Min. UT Verfügbar bis 01.09.2026 WDR

Freilandhaltung

In der Freilandhaltung halten sich die Hühner zusätzlich zum Stall im Freien auf. Der Auslauf muss überwiegend begrünt sein und einen Unterstand oder Bäume und Sträucher bieten, damit die Tiere Schutz vor natürlichen Feinden finden können. Mindestens vier Quadratmeter Auslauf müssen jedem Huhn zur Verfügung stehen.

Freilaufende Hühner auf Futtersuche.

Freilaufende Hühner haben mehr Platz

Bio-Haltung

Auch Hühner in ökologischer Haltung können tagsüber nach draußen gehen. Im Stall steht den Tieren mehr Fläche zur Verfügung als in der Freilandhaltung – nur sechs Tiere pro Quadratmeter Stallfläche sind erlaubt.

Die Hennen stammen aus biologischer Aufzucht und bekommen Biofutter. Dieses können sie mit einem intakten Schnabel verspeisen, denn der darf bei Biohühnern nicht gekappt werden.

Biohaltung bei Hühnern Planet Wissen 01.09.2021 03:57 Min. UT Verfügbar bis 01.09.2026 WDR

Braune oder weiße Eier?

Ein weißes Huhn kann ebenso ein braunes Ei legen wie ein braunes Huhn ein weißes. Denn die Farbe der Eierschalen hängt nicht mit der Farbe des Gefieders zusammen. Ob ein Ei eine weiße oder eine braune Schale hat, wird von den Genen bestimmt.

Eine Faustregel besagt, dass die sogenannten Ohrscheiben der Henne Auskunft darüber geben können, welche Farbe ihre Eier haben. Sind die Ohrscheiben rot, so legt die Henne in der Regel braune Eier. Sind die Ohrscheiben dagegen weiß, so sind auch die Eier weiß – jedenfalls meistens.

Braune und weiße Hühnereier auf einem Förderband

Die Farbe der Eier ist eine Frage der Gene

SWR | Stand: 03.05.2020, 16:30

Darstellung: