Erholung der Natur

Der Tanker Exxon Valdez liegt an der arktischen Küste

Umweltverschmutzung

Erholung der Natur

Von Melanie Wieland und Wiebke Ziegler

Kann sich die Natur nach Ölkatastrophen von alleine wieder erholen?

Als der Supertanker Exxon Valdez im März 1989 im Prinz-William-Sund auf Grund läuft, fließen 40.000 Tonnen Rohöl ins Meer. Sie werden die arktische Küste noch jahrelang verseuchen. Drei Jahrzehnte später hat sich das Ökosystem immer noch nicht vollständig erholt, nur langsam kehren die großen Fischschwärme zurück, die als Nahrungsquelle für Seevögel und Robben dienen.

In den Persischen Golf laufen während des Golfkrieges 1991 aus bombardierten Ölquellen Millionen Tonnen Öl. Doch obwohl man damals davon ausging, dass die Region sich von diesem Ölschock kaum würde erholen können, schien das Meer zehn Jahre später wieder gesund zu sein.

Die arktische Küste wurde 1989 aufwändig von den Spuren der Ölpest gereinigt, mit heißem Wasser säuberten Helfer die Felsen und Strände. Es ist anzunehmen, dass dabei Bakterien weggespült wurden, die bei der Bekämpfung einer Ölpest enorm wichtig sind.

Schlauchbotte und Fischerboot vor der Küste Alaskas

Die Reinigungsarbeiten nach der Katastrophe waren vermutlich kontraproduktiv

Im Persischen Golf dagegen fanden keine künstlichen Rettungsmaßnahmen statt. Das Meer wurde sich selbst überlassen. Schon Mitte 1992 stellten Forscher fest, dass sich Blaualgenmatten über die teilweise geschlossene Teerdecke gelegt hatten.

Wenig später wurden diese Matten von Sedimenten überdeckt. Die Blaualgen trockneten ein und brachen zu Schollen auseinander. Dadurch konnte den darunter liegenden Schichten Sauerstoff zugeführt werden – gut für den Ölabbau.

Darüber hinaus entdeckten Forscher in den Blaualgenmatten ölabbauende Bakterien. Indem der Mensch nicht eingriff, wurde der Natur eine Chance gegeben, sich langsam selbst von der Ölpest zu heilen.

Bakterien fressen ausgetretenes Öl

Als im April 2010 die Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko explodierte, stand die US-Regierung unter Zugzwang. Täglich gelangten geschätzte 140 Tonnen Rohöl ins Meer.

Verschiedene Maßnahmen wurden ergriffen, um die Katastrophe so klein wie möglich zu halten. Die Küstenwache setzte den Ölteppich gezielt in Brand, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.

Der Betreiber der Plattform BP versprühte die Chemikalie Corexit über die betroffene Region. Corexit sollte das Öl bereits im tiefen Wasser auflösen und so verhindern, dass es an die Oberfläche steigt. Doch all das hatte keinen Erfolg. Corexit hat den Tieren und Pflanzen im Golf von Mexiko sogar nachhaltig geschadet.

Wie im Persischen Golf waren es am Ende ebenfalls Bakterien, die sich von dem ausgetretenen Öl ernährten. Sie reinigten auf diese Weise das Meerwasser von Grund auf, sodass der Ölgehalt schon nach kurzer Zeit stark gesunken war.

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Stand: 06.02.2020, 16:20

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