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Haut des Menschen

"Mir ist so heiß", stöhnen wir, wenn im Sommer die Quecksilbersäule auf 30 Grad geklettert ist. Für Kühlung sorgt dann unsere Haut, indem wir schwitzen. Temperaturausgleich ist nur eine der vielen Aufgaben unseres größten Organs. Was die Haut sonst noch alles kann, lesen Sie hier.

Warum schwitzt man? (3'08'')

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Die Funktionen der Haut

Wer an menschliche Organe denkt, denkt meist an innere Organe wie Herz, Nieren und Magen. Dabei ist die Haut unser größtes und schwerstes Organ. Könnten wir im wörtlichen Sinne "aus der Haut fahren" und diese dann wiegen und messen, würden wir feststellen, dass unsere Haut bis zu zehn Kilogramm wiegt und ausgebreitet bis zu zwei Quadratmetern misst. Dennoch ist die Haut nur wenige Millimeter dick.
Die Aufgaben dieser dünnen Schicht zwischen Innen und Außen sind äußerst vielfältig. Die Haut hält unseren Körper zusammen, sie schützt uns vor Druck und Stößen und vor dem Eindringen von Wasser, UV-Strahlen, Mikroben und Schmutz. Sie sorgt dafür, dass wir nicht austrocknen: Ohne diese Barrierefunktion würde der Körper cirka 20 Liter Flüssigkeit pro Tag verlieren. Die Haut reguliert den Wärmehaushalt des Körpers. Auch Gefühlsregungen drücken wir über unsere Schutzhülle aus: Wir werden rot vor Wut, blass vor Schreck, wir schwitzen vor Angst. Außerdem ist die Haut auch das sensible Sinnesorgan, mit dem wir tastend unsere Umwelt und Mitmenschen erkunden.

Hautoberfläche an der Hand. (Rechte: WDR/MEV)

Die Haut - unser größtes Organ

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Die Schichten der Haut

Grob eingeteilt besteht unsere Haut aus drei Schichten: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Cutis) und Unterhaut (Subcutis). Über der Oberhaut liegt ein dünner Fettfilm, der aus Sekreten der Schweiß- und Talgdrüsen besteht. Dieser Film schützt die Haut vor dem Eindringen von Bakterien und Pilzen und lässt Wasser abperlen. Unter dem Fettfilm liegt die Hornschicht. Das sind Zellen, die in der Oberhaut (Keimschicht) produziert werden, nach oben wandern und hier verhornen. Diese Hornschicht schuppt ab und wird innerhalb von circa einem Monat völlig neu gebildet. Verletzungen, die nicht tiefer als bis zur Keimschicht reichen, heilen restlos ab. Tiefer gehende Verletzungen lassen eine Narbe zurück. Ebenfalls in der Epidermis angesiedelt sind die Pigment bildenden Zellen. Die sogenannten Melanozyten bilden nach Sonneneinstrahlung den Farbstoff, der für die begehrte Bräunung der Haut sorgt. Die Lederhaut wird von elastischen Fasern durchzogen, die für die erstaunliche Elastizität und Stabilität der Haut sorgen. In dieser Schicht befinden sich auch die Blutgefäße, die die Haut ernähren. Wird es einem Menschen warm, erweitern sie sich: Wärme wird nach außen abgegeben. Friert er, ziehen sich die Gefäße zusammen: Die Wärme wird im Körper zurückgehalten. In der Lederhaut sind auch die Nervenendigungen und Rezeptoren angesiedelt. Sie leiten Reize wie Schmerz, Kälte, Wärme und Druck an das Gehirn weiter. Die Unterhaut besteht hauptsächlich aus dem Fettgewebe, das so vielen Zeitgenossen Sorgen bereitet. Die Fettschicht dient als Wärmepolster, Nahrungsdepot und Puffer gegen Stöße. Von hier gehen Fasern aus, die die Haut mit Knochen, Sehnen und der Muskulatur verbinden.

Haare und Nägel

Als sogenannte Hautanhanggebilde gehören Haare und Nägel zur Haut. Finger- und Fußnägel bestehen aus einer 0,5 bis 0,7 Millimeter dicken Hornplatte, die auf dem Nagelbett liegt. Dazwischen befindet sich das Nagelhäutchen, das vor dem Eindringen von Schmutz und Bakterien schützt. Haare bestehen aus drei Schichten: dem inneren Haarmark, der pigmenthaltigen Faserschicht und der äußeren Hornschicht. Die Wurzel jeden Haares liegt in der Lederhaut. Zu jeder Haarwurzel gehört ein Muskel, der sich durch Kälte oder Erregung gereizt zusammenzieht und das Haar aufrichtet. Es kommt zur "Gänsehaut". Oberhalb dieses winzigen Muskels sitzen die Talgdrüsen, deren fettiges Sekret bewirkt, dass das Haar geschmeidig bleibt. Ihre Produktionszahlen entscheiden, ob wir nach einem Shampoo für normales, trockenes oder fettiges Haar greifen.

Eine Frau cremt ein Kind am Strand mit Sonnencreme ein. (Rechte: Mauritius)

UV-Strahlen lassen die Haut altern

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Wenn die Haut älter wird

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut. Sie wird dünner, trockener und es entstehen die berüchtigten Hautfalten. Anders als junge Haut speichern die Zellen der älteren Haut weniger Wasser. Hinzu kommt, dass weniger Kollagen produziert und mehr davon abgebaut wird. Kollagen ist ein Gerüsteiweiß, das in der Lederhaut aufgebaut wird und der Hauptbestandteil der elastischen Fasern ist. Wann es zum sichtbaren Altern der Haut kommt, ist bei jedem Menschen verschieden. Außer vererbten Bedingungen beeinflussen die Lebensgewohnheiten eines Menschen die Beschaffenheit seiner Haut. Besonders übel nimmt es die Haut, wenn sie zu viel Sonne ausgesetzt ist. Die UV-Strahlung führt zu vorzeitiger Hautalterung und fördert die Entstehung von Tumoren. Wer viel (Wasser) trinkt, möglichst vollwertige Nahrung isst, sich viel bewegt, sich wohl fühlt und vor allem nicht raucht, hält seine Haut länger rosig, jung und straff.
Da immer noch niemand den legendären Jungbrunnen gefunden hat, müssen wir uns mit kosmetischen Prozeduren zur Hautverjüngung begnügen. Die Wissenschaft rückt den Falten mit Anti-Falten-Cremes, Laserstrahlen, Face-Lifting und mit dem Unterspritzen von Kollagen zu Leibe. Sehr beliebt sind seit einigen Jahren chemische Peelings auf Fruchtsäure-Basis, die die oberste Hornschicht recht hautfreundlich abschälen. Die Haut darunter wirkt frischer und ebener, doch muss der Vorgang alle paar Monate wiederholt werden.

Krankheiten der Haut

Vor allem Hauterkrankungen wie Allergien und Neurodermitis nehmen in den westlichen Ländern immer mehr zu. Das hat verschiedene Ursachen: Stress und Umweltfaktoren wie zum Beispiel mit Schadstoffen belastete Luft und Nahrung reizen die Haut. Auch unsere moderne Auffassung von Hygiene und Körperpflege trägt dazu bei, dass immer mehr Menschen und vor allem Kinder allergisch auf bestimmte Stoffe reagieren. Weitere häufige Hautkrankheiten sind Ekzeme, Schuppenflechte, Akne, der Herpes-Virus, Pilzinfektionen, bakterielle Infektionen und Hautkrebs.
Viele innere Krankheiten rufen auch äußerlich eine Reaktion hervor. Die Haut zeigt dann an, wenn innen etwas nicht stimmt. So können zum Beispiel Hautblasen in den Leistenbeugen auf bestimmte Krebsarten hinweisen. Häufige Pilzinfektionen deuten auf Diabetes hin. Dass es einen Zusammenhang gibt zwischen unserer Haut und unseren inneren Organen weiß die chinesische Medizin schon seit 5000 Jahren: Mit Akupunktur und verschiedenen Massagetechniken lindern und heilen chinesische Ärzte die Krankheiten ihrer Patienten.

Andrea Lützenkirchen, Stand vom 30.11.2010

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