• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Interview mit Roland Garve

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Politik & Geschichte
  • Völker
  • Naturvölker
  • Interview mit Roland Garve

Interview mit Roland Garve

Planet-Wissen-Studiogast Roland Garve hat sich mit seinen Expeditionen in die entlegensten Winkel der Erde einen Traum erfüllt: Er besucht Naturvölker, beobachtet sie in ihrem Alltag und dokumentiert in Filmen, Bildern und Büchern Kulturen, die es in der heutigen Form vielleicht bald nicht mehr geben wird. Wie die Begegnungen zustande kommen und was dabei passieren kann, erzählt er im Planet-Wissen-Interview.

Roland Garve mit Moderatorin Birgit Klaus im Planet-Wissen Studio. (Rechte: SWR)

Roland Garve bei Planet Wissen

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Naturvölker
Vier Naturvölker
Roland Garve
Interview
Ungewisse Zukunft

Planet Wissen (PW): Kürzlich hat man ein unbekanntes Volk im Amazonas-Gebiet gefunden. Das war Ihnen aber schon bekannt?

Roland Garve (R.G.): Ja, das tauchte so als Meldung in der "Bild-Zeitung" auf. Das waren die Metuktire, sie sind mir aus der Literatur bekannt. Ich kenne das Hauptvolk, das sind die Kayapo, bei denen ich auch schon gewesen bin. Und dieses Volk ist, wenn alles stimmt, in den 50er Jahren abgetaucht und jetzt sind die Nachfahren wieder aufgetaucht.

PW: Wie findet man eigentlich solche Stämme, solche Völker? Haben Sie da die Hilfe von Ethnologen oder wie machen Sie das organisatorisch?

R.G.: Na, von Ethnologen eigentlich weniger, weil die ja meistens da nicht hin können oder die Museen das kaum finanzieren können. Nein, die Informationen kommen entweder von der Indianer-Schutzbehörde in Brasilia und auch auf Einladung der Indianer-Schutzbehörde, dass ich an so einer Expedition teilnehmen darf. Und das habe ich auch gemacht.

PW: Ist es denn denkbar, dass es irgendwo noch Völker oder Stämme gibt, die man gar nicht kennt, also von denen niemand weiß?

R.G.: Ja. Also man schätzt allein in Brasilien 30 bis 40 Völker, die noch keinen Kontakt nach außen haben, weil sie wahrscheinlich den Kontakt auch nicht haben wollen. Sie verstecken sich. Das sind so genannte Isolados.

PW.: Wie läuft denn so eine erste Kontaktaufnahme ab? Sie können da ja schlecht ins Dorf marschieren und sagen: "Hallo, hier sind wir. Können wir mal reingucken?"

R.G.: Also beispielsweise bei den Korubo war es so, dass sie wochenlang gesucht wurden. Da wurden Geschenke im Urwald an bestimmten Stellen aufgestellt, bis irgendwann mal die Geschenke - sprich Messer, Töpfe - dann weg waren. Das war im Kokain-Dreieck zwischen Peru, Brasilien und Kolumbien. Dort gibt es noch fünf Isolados-Stämme. Dort sollte eine Schutzzone geschaffen werden. Dazu musste aber der Nachweis erbracht werden, dass es dort überhaupt noch Isolados gibt. Das war lebensgefährlich, die Expedition. Diese Indios wurden gefunden, und jetzt ist dort ein Schutzgebiet etabliert worden.

PW: Also heißt Isolados "isolierte Menschen"?

R.G.: Ja, es gibt verschiedene Isolados entlang des Amazonas versteckt.

PW: Warum macht man grundsätzlich solche Expeditionen, warum lässt man die Völker nicht einfach in Ruhe?

R.G.: Grundsätzlich sollte man die in Frieden lassen, gar keine Frage. Nur: In diesem Bereich ging es ja darum, sie zu retten. Dieses Gebiet war durchsetzt von Holzfällern, von Jägern und dergleichen, die auch generell leugneten, dass es dort Indianer gab. Denn wenn die einen Indianer gesehen haben, haben sie ihn erschossen. Und umgekehrt haben die Indianer wiederum die Holzfäller erschossen. Es sollte Friede einkehren und eine Schutzzone geschaffen werden. Und dies wurde auch gemacht.

PW: Werden die denn in der Regel vorher auf Sie vorbereitet, dass Sie jetzt kommen? Oder kann es auch mal passieren, dass Sie der Erste sind, der erste Weiße, den die dann sehen?

R.G.: Zum Beispiel in Neu-Guinea war es mal reiner Zufall, dass wir einem Volk begegnet sind, das noch keinen Kontakt nach außen hatte. Das waren die Din. Die waren natürlich nicht vorbereitet und wir auch nicht, dass wir denen dort im Wald wirklich begegnen. Die Begegnung war auch nur ganz kurz; nur einen Tag oder zwei Tage. Das lief mit gegenseitiger Angst, aber dann auch wiederum mit herzlichen Begegnungen ab und wir haben uns dann auch wieder zurückgezogen.

PW: Sind Sie denn auch schon mal so richtig feindlich behandelt worden?

R.G.: Ja, das waren wahrscheinlich mehr oder weniger Scheinaggressionen, dass aus einem Nichts heraus plötzlich jemand mit Pfeil und Bogen auf mich zielte oder auf meinen Schuh schoss oder mit der Keule drohte. Da muss man einfach eine Demutshaltung einnehmen – genau das, was der andere erreichen will. Dann lächeln alle wieder und dann ist es gut.

Martina Frietsch, Stand vom 13.02.2008

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Völker (Rechte: NDR/frei)

Völker


  • Aborigines
  • Germanen
  • Mongolei
  • Kelten
  • Sinti und Roma

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/voelker/naturvoelker/interview_roland_garve.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.