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Wilder Wein

Der Wilde Wein (Parthenocissus spec.), auch als Jungfernrebe bekannt, schmückt sich zwar nicht mit prachtvollen Blüten, dafür aber verziert er Mauern, Hauswände und Zäune den ganzen Sommer über mit dichtem Blätterwerk und beeindruckt vor allem durch eine imposante Herbstfärbung in leuchtenden Gelb-, Orange- und flammenden Rottönen.

Wilder Wein an einem Bauernhaus. (Rechte: Interfoto)

Dichtes Blätterwerk fast das ganze Jahr

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Farbenfroher Kletterkünstler

Sein farbiges Feuerwerk macht den Wilden Wein zu einer der schönsten Kletterpflanzen und sicherlich auch zu einer der talentiertesten: Denn der Rankenkletterer ist ein ausgezeichneter Selbstklimmer, bei dem sich zusätzlich Haftscheiben am Ende der Sprossranken entwickeln. Mit ihrer Hilfe kann das Gewächs Höhen von 18 Meter bezwingen. Der Kletterkünstler kann sich auch auf glatten Wänden und sogar auf Glas gut halten.

Herbstlich leuchtendes Laub auf einer modernen Häuserfassade. (Rechte: dpa)

Wein lässt selbst triste Häuserfassaden gut aussehen

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Im Sommer ragen unscheinbare gelblichgrüne Blüten aus dem Laub hervor. Sie werden gern von Bienen und anderen Insekten besucht. Im Herbst entwickeln sich daraus erbsengroße, blauschwarze Beeren, deren Samen von Vögeln gefressen werden. Für den Menschen sind die Trauben dieser zur Familie der Weinrebengewächse zählenden Rebe allerdings ungenießbar. Die gesamte Pflanze - vorwiegend aber die Beeren - enthält einen Giftstoff. Zwar gilt die Jungfernrebe nur als leicht giftig, dennoch können vor allem Kinder, die von den Früchten essen, massive Vergiftungen davontragen. Die Symptome sind Erbrechen, Magen- und Darmbeschwerden. Der Name Jungfernrebe bezieht sich übrigens auf die Eigenschaft, keine essbaren Trauben zu produzieren.

In Europa vor allem zwei Arten

Insgesamt gibt es rund 15 Arten des zauberhaft gefärbten "Wilden Weins", die hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten Ostasiens und Nordamerikas vorkommen. In Europa werden vor allem zwei Arten als Ziergehölze angepflanzt: der bereits 1629 aus Nordamerika eingeführte Parthenocissus quinquefolia mit seinen fünflappigen Blättern und der 1862 aus Japan eingeführte Parthenocissus tricuspidata mit dreigeteilten Blättern. Mittlerweile gibt es zahlreiche Sorten, die sich unter anderem in Blattform, Intensität der Herbstfärbung oder Wuchshöhe unterscheiden.

Eine Weintraube mit grünen Beeren zwischen den Blättern des Strauchs. (Rechte: Mauritius)

Begehrte Verwandtschaft des "Wilden Weins": der "Edle Wein"

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Anspruchslose Kletterpflanze

Der "Wilde Wein" gedeiht sowohl an schattigen wie auch an sonnigen Plätzen. Seine bunte Herbstfärbung wird allerdings durch Sonnenbestrahlung intensiver. Die Kletterpflanze ist, was Boden und Feuchtigkeit betrifft, relativ anspruchslos. Beim Pflanzen sollte man sie stark zurück schneiden, damit sie neue Triebe ausbildet, die direkt an der Wand haften. Vermehrt wird die Jungfernrebe entweder durch Aussaat im Herbst oder durch Stecklinge und Steckhölzer.

Zur Familie der Weinrebengewächse zählen zahlreiche Klettersträucher oder Lianen, die hauptsächlich in den Tropen und Subtropen vertreten sind und vorwiegend in üppigen Laubwäldern wachsen. Eine berühmte und begehrte Verwandte des "Wilden Weins" ist der "Edle Wein", Vitis vinifera, der echte Weinstock. Im Gegensatz zu den ungenießbaren Trauben der Jungfernrebe sind seine Früchte äußerst schmackhaft und die Grundlage für manch edlen Tropfen.

Susanne Wagner, Stand vom 01.06.2009

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Collage aus Gartenzaun, Blume und Baum. (Rechte: WDR)

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