Wissensfragen

Die goldene Maske von Pharao Tutanchamun.

Mumien

Wissensfragen

Was ist der "Fluch des Pharao"?

Wer die Ruhe der Toten stört, der ist des Todes. Solche und ähnliche Drohungen sind aus vielen ägyptischen Gräbern bekannt und sollten vermutlich Grabräuber davon abhalten, die opulenten Grabbeigaben zu stehlen.

Die westliche Welt wurde auf den "Fluch des Pharao" erst aufmerksam, als in den 1920ern bei Arbeiten am Grab Tutanchamuns mehrere Wissenschaftler starben – manche nur wenige Stunden, nachdem sie das Grab besucht hatten.

Die medizinischen Diagnosen der Zeit verstärkten den Eindruck, dass unbekannte Kräfte am Werk seien. Zwar war offensichtlich, dass die Opfer des Pharaos an Lungenkrankheiten gestorben waren; ein Erreger war mit dem Stand der damaligen Diagnostik allerdings nicht auszumachen.

Erst später fand man heraus, dass inaktive Sporen von Schimmelpilzen (Aspergillus flavus) und Bakterien, die vielfältig in den Gräbern nachzuweisen sind, starke allergische Reaktionen auslösen können. Bei lungenschwachen Menschen können sie sogar zum Tod führen.

Tatsächlich lässt sich für die Mehrzahl der verstorbenen Grabforscher eine Vorbelastung der Lunge ausmachen. Die meisten Forscher jedoch haben ihre Begegnung mit dem Grab Tutanchamuns überlebt.

Aspergillus flavus unter dem Elektronenmikroskop

Schimmelpilz "Aspergillus flavus" unter dem Elektronenmikroskop

Wurden im alten Ägypten Tiere mit derselben Sorgfalt mumifiziert wie Menschen?

Die alten Ägypter verbanden ihre Götter mit den Eigenschaften einzelner Tierarten. So trägt zum Beispiel der Balsamiergott Anubis einen Schakalkopf. Als Mensch mit Ibiskopf wurde Thot dargestellt, der Gott der Schreiber.

Deshalb wurden nicht nur Menschen, sondern auch Tiere im alten Ägypten mumifiziert. Auf einem Tierfriedhof fand man rund vier Millionen mumifizierte Ibisse, einzeln in Töpfen bestattet.

Die kleinsten Tiere, die man konservierte, waren Skarabäus-Käfer. Die Ägypter glaubten, der Käfergott Chepri rolle die Sonne auf die Weise über den Himmel, so wie der Skarabäus seine Mistkugeln über die Erde rollt.

Eines der größten mumifizierten Tiere war ein Krokodil: 4,60 Meter misst die längste bisher bekannte Krokodilmumie. Oftmals legte man den Verstorbenen aber auch ihre mumifizierten Lieblingstiere mit ins Grab. Die Tiere sollten den Toten auch im Jenseits Gesellschaft leisten.

Die ägyptische Wandmalerei zeigt den Gott Anubis, der einen Hundekopf hat, wie er einen Toten bandagiert.

Schakalkopf des ägyptische Balsamiergottes Anubis

Autoren: Kai Althoetmar / Malte Linde

Stand: 09.01.2019, 11:47

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