Wie gesund ist Brot?

Baguette

Brot

Wie gesund ist Brot?

Von Lothar Nickels, Alina Schadwinkel und Andrea Böhnke

Es kommt darauf an, was drin steckt. Das gilt ganz besonders für Brot. Noch lange nicht jede Sorte, die gesund aussieht, ist es auch. Eine knusprige Kruste und ein frischer Duft sind längst kein Garant mehr dafür, dass wir uns damit etwas Gutes tun.

Das Gute steckt in der Schale

Wer auf Ausgewogenheit achten möchte, sollte in erster Linie Vollkornbrot zu sich nehmen. Zu erkennen ist es an seiner grau-braunen Farbe. Wird es zusammen mit anderen Getreideprodukten, Obst und Gemüse regelmäßiger Bestandteil der Mahlzeiten, ist das ein wichtiger Grundstein gesunder Ernährung.

Das meiste Brot in Deutschland wird aus Weizen oder Roggen hergestellt. Trotzdem scheint das Brotangebot mittlerweile fast unüberschaubar geworden zu sein, was unter anderem verschiedenen Mischungsverhältnissen des Getreides geschuldet ist.

Dennoch unterscheidet man folgende Sorten: Vollkornbrot, Mehrkornbrot, Weizenbrot und Mischbrot. Davon wird Vollkornbrot zu mindestens 90 Prozent aus Mehl hergestellt, das noch sämtliche Bestandteile des Getreidekorns enthält.

Je nachdem, ob dem Mehl ganze Körner oder grob gemahlenes Getreide beigemengt wurden, ist Vollkornbrot entsprechend dunkler. Wie gesund ein Brot ist, hängt davon ab, aus welchem Mehl es gemacht wird.

Eine Faustregel ist: Je dunkler das Mehl, desto mehr Vollkorn ist enthalten. Je mehr volle Körner, desto mehr Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe enthält das Brot und ist dementsprechend gesünder.

Diese wichtigen Nährstoffe finden sich vermehrt in den Randschichten des Korns. In seinem Inneren dagegen, im Mehlkörper, lagern hauptsächlich Eiweiß und Stärke, die einen Anteil von 83 Prozent ausmachen.

Ist das Mehl ganz weiß, besteht es ausschließlich aus dem Mehlkörper der Körner. Die Randschichten wurden beim Mahlen also ausgesiebt. Im Vollkornmehl sind diese noch enthalten und damit auch die wertvollen Inhaltsstoffe.

viele Brotsorten in der Warenauslage einer Bäckerei

Nicht jede Brotsorte ist gesund

Brot hält lange satt

Brot ist reich an Kohlenhydraten. Zu Unrecht werden sie als Dickmacher verkannt, denn im Vollkornbrot sind sie langkettig. Das bedeutet, der Magen verarbeitet sie sehr langsam. Der Blutzuckerspiegel steigt nur wenig. So wird nur wenig Insulin freigesetzt, wohingegen die Fettverbrennung auf Touren kommt.

Besonders die im Brot enthaltenen Ballaststoffe machen es zu einem sehr gesunden Nahrungsmittel. Dabei handelt es sich um die unverdaulichen Kohlenhydrate. Sie quellen im Magen auf und sorgen für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl. Heißhunger kommt so erst gar nicht auf.

Regelmäßiger Verzehr von Vollkornbrot kann sogar Darmkrebs vorbeugen, sagen Ernährungswissenschaftler.

Ein aufgeschnittenes Vollkornbrot mit Blumen dekoriert

Vollkornbrot ist kein Dickmacher

Manchen schadet es

Trotz all seiner wertvollen Inhaltsstoffe ist Brot nicht für jedermann bekömmlich. Dazu gehören zum Beispiel Menschen, die an einer Zöliakie oder Sprue leiden. Sie vertragen das Klebereiweiß im Brot, das man Gluten nennt, nicht.

Hauptsächlich ist es im Samen von Weizen, Roggen, Gerste und Hafer enthalten.

Ein gesunder Verdauungsapparat hat keine Probleme damit. Patienten mit einer Glutenunverträglichkeit reagieren allerdings sehr empfindlich. Sie vertragen diesen Stoff nicht, weil er die Darmzotten in der Schleimhaut ihres Dünndarms zerstört.

Das führt dazu, dass der Körper bestimmte Nährstoffe nicht mehr aufnehmen kann. Wird aber längere Zeit kein Gluten konsumiert, ist es laut Wissenschaftlern möglich, dass sich die Darmschleimhaut wieder erholt.

Zölikalie ist jedoch nicht heilbar. Sobald erneut Gluten in den Körper gelangt, fangen die Beschwerden wieder von vorne an – häufig sogar heftiger als vorher. Daher raten Mediziner Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit dazu, dauerhaft auf glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten.

Stand: 02.08.2019, 14:20

Darstellung: