Sicher unterwegs  

Reisepass, Impfbuch und Spritze

Impfungen

Sicher unterwegs  

Von Claudia Füßler

Andere Länder, andere Sitten – und andere Gesundheitsrisiken. Je mehr Menschen die Welt bereisen, umso einfacher breiten sich auch Krankheitserreger aus. Daher sollte sich jeder schon bei der Reiseplanung darüber informieren, ob eine Impfung empfohlen wird.

Reiseland und Reisezeit sind entscheidend

Wie groß das Risiko ist, sich auf Reisen mit Krankheiten wie Gelbfieber, Typhus, Hepatitis oder der japanischen Gehirnentzündung zu infizieren, hängt von der Reisezeit, dem Reisegebiet und der Art der Reise ab.

Wer sich mit Rucksack und Wanderschuhen in den brasilianischen Dschungel begibt, trifft dort auf andere Erreger als jemand, der einen Städteurlaub in Südostasien macht.

Daher sollte vor Beginn des Urlaubs unbedingt ein erfahrener Reisemediziner um Rat gefragt werden, egal ob es in abgelegene Gegenden der Welt oder ans Mittelmeer geht. Ob er sich dann impfen lässt, kann jeder Tourist selbst entscheiden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen meist die Kosten für empfohlene Impfungen.

Mutter mit Kind kauft Bananen auf einem Markt

Vor Reisen in die Tropen: Besser impfen lassen

Experten raten, sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt über die möglichen Impfungen zu informieren. So bleibt genügend Zeit, den Impfschutz aufzubauen. Bei einigen Impfungen – zum Beispiel Hepatitis A – kann auch noch kurz vor Abreise geimpft werden.

Generell gilt: Lieber noch in letzter Minute eine Impfung erhalten als ganz auf die Schutzwirkung zu verzichten.

Selbst bei Reisen innerhalb von Deutschland kann mitunter eine Impfung sinnvoll sein. Dann nämlich, wenn es in Gebiete geht, in denen Zecken vorkommen. Diese übertragen die Erreger der sogenannten Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). Daher sollten sich Urlauber, die in Baden-Württemberg, Bayern oder Thüringen wandern gehen wollen, besser gegen FSME impfen lassen.

Das Gleiche gilt für die Ferien in Österreich, der Schweiz, Skandinavien oder Osteuropa. Auch die Tollwut ist in Süd- und Osteuropa verbreitet. Da der Schutz gegen diese meist tödlich verlaufende Krankheit in mehreren Stufen aufgebaut werden muss, sollten Reisende frühzeitig zum Arzt gehen.

Hepatitis A: Krank durch verunreinigtes Essen

Auch Impfungen gegen die Lebererkrankungen Hepatitis A und B sind vor vielen Urlaubsreisen angebracht.

Zwar verläuft die Hepatitis A in den allermeisten Fällen asymptomatisch und wird von vielen Betroffenen mit einem leichten Magen-Darm-Infekt verwechselt. Doch in 0,5 bis 1 Prozent der Fälle kann eine Infektion mit diesem Gelbsucht verursachenden Virus die Leber stark schädigen.

Mann mit gelben Augen

Dieser Mann leidet an Gelbsucht

Die Komplikationen treten vor allem bei älteren Menschen auf. Die heutige Generation der Senioren ist meist natürlich gegen die Hepatitis-A-Viren geschützt, da sie die Erkrankung im Kindesalter in einem in der Regel harmlosen Verlauf durchgemacht haben.

Die Deutsche Leberstiftung warnt jedoch: Die Generation, die jetzt älter wird, verfügt nicht mehr über diesen Schutz. Der Grund: Die Menschen achten mehr auf die Hygiene als früher – die Kinder erkranken heute daher nicht mehr so oft an Hepatitis A als noch vor einigen Jahrzehnten.

Eine Impfung gegen diese Viren erfolgt an zwei Terminen im Abstand von sechs Monaten. Dann ist der Betroffene etwa 35 Jahre lang geschützt und kann ohne Bedenken reisen – zumindest was diese Krankheit angeht.

Die Gefahr, sich mit Hepatitis A anzustecken, ist vor allem im Mittelmeerraum, in Asien, Afrika oder Lateinamerika groß. Die Übertragung erfolgt durch verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser.

Auch eine Impfung gegen Hepatitis B ist sinnvoll. Diese Viren werden zwar hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragen. Aber auch während eines Termins im Tätowierstudio oder während eines Krankenhausaufenthalts besteht das Risiko einer Infektion – wenn die Nadel der Spritze verunreinigt ist.

Am besten mit einem Reisemediziner sprechen

Zu den größten Risiken auf Reisen gehören Mücken – sie können gefährliche Erreger übertragen. Bekannt ist vor allem die Anopheles-Stechmücke als Überträger von Malaria. Allerdings gibt es bislang keine wirksame Impfung, die vor dieser Erkrankung schützt.

Anders sieht das bei dem ebenfalls von Mücken übertragenen Gelbfieber aus – dagegen können sich Reisende nach Afrika oder in bestimmte Regionen Lateinamerikas impfen lassen.

Seit einigen Jahren gibt es zudem eine Impfung gegen die lebensbedrohliche Japanische Enzephalitis, eine Form der Hirnentzündung. Eine solche Impfung ist vor allem dann angebracht, wenn man in ländliche Gebiete in Süd- und Südostasien reist und dort von Mücken gestochen werden könnte.

Mücke auf Haut in Nahaufnahme

Überträgt Krankheiten: die Stechmücke

Weltweit sind Meningokokken zu finden, Bakterien, die binnen weniger Stunden eine bakterielle Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung auslösen können. Das Risiko einer Ansteckung ist vor allem im tropischen Afrika südlich der Sahara hoch, aber allgemein weltweit gegeben. Da es verschiedene Gruppen von Meningokokken gibt, sind diese meist alle in einem Impfstoff kombiniert.

Wer sich bereits vor einigen Jahren für eine Reise hat impfen lassen, sollte sich nicht unbedingt auf diesen Schutz verlassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) der Bundesrepublik Deutschland empfiehlt, sich vor jeder Reise zu informieren und bestenfalls sogar mit einem Reisemediziner zu sprechen.

Stand: 02.10.2017, 14:19

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