Kloster Beuron umgeben von einer grünen Landschaft

Schwäbische Alb

Geschichte der Schwäbischen Alb

Die Entwicklung der Alb lässt sich bis in die frühe Menschheitsgeschichte zurückverfolgen. Höhlenfunde wie Kunstwerke belegen eine frühe Besiedlung in der Zeit um 35.000 Jahre vor Christus.

Von Almut Röhrl

Armut auf der "rauen Alb"

Auf der Schwäbischen Alb bedingten die geologischen Besonderheiten auch die gesellschaftlichen Entwicklungen. "Viel Steine gab's und wenig Brot", sagte einst der Dichter Ludwig Uhland (1787-1862) über die Schwäbische Alb.

Auf der "rauen Alb" machten es Klima, Boden, Wasser und Wind den Menschen immer schon schwer, die Landschaft zu bewirtschaften. Die Erträge waren gering, denn man kann hier nicht alles anbauen.

Auf der "armen Alb" blieben die Landbewohner zeitlebens Kleinbauern mit einem entbehrungsreichen Leben. Das führte teils zu einer Armut, die andernorts so nicht zu finden war.

Burgen und Klöster

Eines der wichtigsten deutschen Herrscherhäuser baute hier seine Burg – die Hohenzollern. Die Dichte von Burgen ist enorm hoch. Besonders im Mittelalter, ab dem 11. Jahrhundert, errichteten viele Rittergeschlechter und Adelsfamilien Burgen als Machtzentren.

Ob Römer, Alemannen, Staufer oder Hohenzollern – sie alle hinterließen Spuren. Auch Klöster wie das von Beuron spielen wegen ihres Grundbesitzes und als geistige Zentren eine wichtige Rolle.

Industrialisierung

Mit der aufkommenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert boten sich Erwerbschancen für die Bevölkerung. Vor allem Textilfabriken wie "Triumph" entstanden auf der Alb.

Das Motto "Not macht erfinderisch" war in der Mentalität der "Älbler" tief verwurzelt. Viele Tüftler und Erfindungen stammen von der Schwäbischen Alb. Ihrer frühen Spezialisierung verdanken Firmen wie "Steiff", "Märklin", "Voith" und andere ihren weltweiten Erfolg.

Heute sind wieder mehr traditionelle Wirtschaftsformen sichtbar, die Stärken der Landschaft und ihre Produkte werden mehr und mehr entdeckt: Schäfer sorgen mit ihren Schafherden für den Erhalt der Kulturlandschaft. Sie beleben mit ihren Produkten kleine Textilbetriebe oder Gourmetküchen, die Lammgerichte oder Linsen von der Alb anbieten.

Schafherde auf einer Weide

Schäfer sorgen mit ihren Schafherden für den Erhalt der Kulturlandschaft

Burgen der Schwäbischen Alb

Die Schwäbische Alb ist die burgenreichste Region Deutschlands. Dieser Boom begann mit der mittelalterlichen Burgengeschichte. Hoher und niederer Adel, freie Reichsstädte und Klöster teilten sich die Territorien. In dieser Kleinstaaterei demonstrierten die vielen Herrscher ihre Macht mit trutzigen Burgen.

Wichtigste Adelsgeschlechter sind die Staufer und das Haus Hohenzollern mit der wohl berühmtesten Burg der Schwäbischen Alb, Burg Hohenzollern. Sie wurde allerdings nie wirklich bewohnt. Ein Besuch lohnt sich wegen des weiten Rundblicks über die Alb und der reichhaltigen Schauräume, die die Geschichte Preußens erklären.

Luftaufnahme der Burg Hohenzollern bei Hechingen in der Schwäbischen Alb

Die wohl berühmteste Burg der Schwäbischen Alb: Burg Hohenzollern

Im 19. Jahrhundert wurden gerne romantische Burgen gebaut. Auch Schloss Lichtenstein ist ein anrührendes Beispiel dieser Mode. Es ist inspiriert durch einen Roman Wilhelm Hauffs, nach dem sein Bauherr Graf Wilhelm von Württemberg auf mittelalterlichen Ruinen dieses imposante Schloss erbauen ließ.

Auch die auf 774 Meter Höhe gelegene Burg Teck steht seit dem 12. Jahrhundert auf einem Zeugenberg. Sie wurde vom Adelsgeschlecht der Zähringer erbaut. 1525 wurde die Burg während des Bauernkriegs zerstört. Im Jahre 1889 wurde mit der Renovierung begonnen. Heute unterhält der Schwäbische Albverein ein Wanderheim auf der Burg.

(Erstveröffentlichung 2008, letzte Aktualisierung 13.06.2019)

Quelle: SWR

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