Geistig fit im Alter – was hilft?

Gedächtnis

Geistig fit im Alter – was hilft?

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Menschen nach – nicht nur körperlich, vor allem auch geistig. Doch dagegen kann man etwas tun.  Mit richtiger Ernährung, Sport, sozialen Aktivitäten und auch Gedächtnistraining kann man etwas für seine grauen Zellen tun. Es müssen nicht immer gleich Medikamente sein!

Sport sorgt für geistige Fitness

Grafik Nervenzellen.

Jegliche Aktivität stimuliert auch Nervenzellen

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeit stählen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Vor allem Ausdauersportarten haben eine positive Wirkung auf die Gehirn- und Gedächtnisleistung. Natürlich ist sportliche Aktivität im Alter immer schwieriger zu bewerkstelligen, doch es muss bei Weitem kein Halbmarathon sein, um den grauen Zellen auf die Sprünge zu helfen. Regelmäßiges Spazierengehen oder Radfahren helfen uns, auch im Alter geistig fit zu bleiben. Dabei am besten immer wieder neue Touren und Routen ausprobieren, um neue Eindrücke zu bekommen, denn unser Gehirn braucht ständig neue Reize.

Gutes Gedächtnis durch komplexe Aufgaben

Körperliche Aktivität ist gut für unser Gehirn, aber es braucht auch ständig neue geistige Anreize, Abwechslung, komplexe und vielseitige Anforderungen.  Eine Aufgabe kann noch so anspruchsvoll sein – wenn sie ständig nur wiederholt wird, bleibt das Gehirn unterfordert. Deshalb sind Kreuzworträtsel und Sudoku alleine auch nicht geeignet, um in unserem Gehirn neue Verschaltungen anzuregen und damit die Gedächtnisleistung zu verbessern.

Zeichnung eines Gehirns, auf dem ein alter Mann im Schaukelstuhl sitzt.

Das Gehirn sollte auch im Alter gefordert werden

Kleinere Anforderungen lassen sich immer in den Alltag integrieren und trainieren das Gedächtnis: Schauen Sie beim Einkaufen so lange wie möglich nicht auf den Einkaufszettel. Oder weichen Sie bei alltäglichen Strecken (etwa zur Arbeit, zum Arzt oder beim Spazieren gehen) auf alternative Routen aus. Sie sollten versuchen, sich möglichst oft auf neue Situationen einzustellen und so ihr Gehirn zu fordern.

Doch auch vielseitige Beanspruchungen sind nur begrenzt wirksam, wenn Sie keine Freude dabei haben. Was auch immer Sie für ein gutes Gedächtnis tun: Suchen Sie sich etwas, das Ihnen Freude bereitet. Ob Sie nun ins Museum gehen oder lieber mit den Enkeln Karten spielen, Freunde treffen, Musik hören oder Sport treiben – Hauptsache ist, dass Sie Spaß dabei haben und dass möglichst wenig Routine dabei aufkommt.

Nachlassendes Gedächtnis – krankhafte Ursachen?

Foto mit Notizzettel "Alzheim??".

Schlechtes Gedächtnis heißt nicht immer gleich Alzheimer

Gedächtnisprobleme im Alter können auch durch Krankheiten ausgelöst werden, die auf den ersten Blick nichts mit dem Gedächtnis zu tun haben.
Schlecht eingestellte Diabetiker oder Bluthochdruck wirken sich negativ auf die Gedächtnisleistung aus. Auch eine Schilddrüsenstörung oder Mangelerscheinung, wie Vitamin B12-Mangel, haben Auswirkungen auf unser Gedächtnis. Eine Behandlung der Grunderkrankung lässt aber meist auch das Gehirn wieder besser funktionieren.

Medikamente ohne Wirkung

schwarze Silhouette eines männlichen Profils.

Flüchtige Erinnerungen – ein Fall für Medikamente!

Es könnte so einfach sein: Morgens eine Pille nehmen und den ganzen Tag über mit voller Konzentration und gutem Gedächtnis durch den Tag kommen. Doch leider wird das in naher Zukunft ein Wunschtraum bleiben. Bereits seit Jahrzehnten wird in diesem Bereich geforscht, doch die Wirksamkeit der meisten frei verkäuflichen hirnleistungssteigernden Medikamente in Apotheken lässt sich klinisch nicht nachweisen. Und Langzeitstudien zu Nebenwirkungen gibt es ebenfalls kaum. Es gibt zwar einige hilfreiche Medikamente bei Demenzerkrankungen, jedoch wirken diese nicht bei gesunden Patienten.

Ginkgo-Präparaten beispielsweise sagt man eine gedächtnissteigernde Wirkung nach, jedoch beschränkt sich die Wirkung auf eine kurzzeitig bessere Durchblutung des Gehirns. Die Wirksamkeit von Ginkgo ist sehr umstritten, da die gleichen Effekte im Gehirn auch durch die Einnahme von Koffein auftreten.
Einen positiven Effekt haben die Präparate aber definitiv nur für die Hersteller: In den USA liegt der Umsatz solcher Präparate bereits bei über einer Milliarde Dollar. Auch in Deutschland wird mit Ginkgo-Präparaten mehr Umsatz gemacht als mit Alzheimer-Medikamenten.

Autor: Robert Manz

Stand: 12.02.2018, 10:00

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