Wildnis in Deutschland

Nationalparks in Deutschland

Naturlandschaften

Wildnis in Deutschland

Wildnis ist da, wo der Mensch in die Natur nicht eingreift, wo er die Landschaft nicht gestaltet. Echte Wildnis gibt es in Deutschland nicht mehr. Es gibt aber Bemühungen, Wildnisgebiete wieder entstehen zu lassen.

Großschutzgebiete in Deutschland

In Deutschland gibt es drei Typen von Großschutzgebieten: Nationalpark, Biosphärenreservat und Naturpark. Sie haben unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich darin, die Zielsetzungen des Bundesnaturschutzgesetzes und der Ländernaturschutzgesetze zu erfüllen. Derzeit gibt es 16 Nationalparks, 16 Biosphärenreservate und 104 Naturparks. Die Flächen dafür weisen die Bundesländer aus.

Naturparks und Biosphärenreservate haben das Ziel, menschliches Wirtschaften und Handeln im Einklang mit der Natur zu ermöglichen.

Nationalparks unterscheiden sich von Naturparks und Biosphärenreservaten darin, dass in ihnen Landschaften vor menschlichen Einwirkungen geschützt werden und sich auch künftig frei davon entwickeln sollen.

Nicht die gemeinsame Entwicklung von Mensch und Natur, sondern die Entwicklung der Natur entsprechend ihrer natürlichen Prozesse steht hier im Mittelpunkt, und zwar ohne Einfluss des Menschen.

Ein See mit bewaldeten Ufern und einer kleinen Insel in der Mitte.

See im Nationalpark Eifel

Nationalparks

Beim Nationalpark steht die eigendynamische Entwicklung der Natur auf der überwiegenden Fläche des Gebietes im Vordergrund. Der Leitsatz lautet "Natur Natur sein lassen". Nicht eine Art oder ein bestimmtes Biotop werden geschützt, sondern die natürlichen Prozesse – wie immer sie sich auch gestalten. Vorhersagen lassen sich diese Entwicklungen kaum.

Nationalparks müssen auf 75 Prozent ihrer Fläche einem weitgehend naturnahen Zustand entsprechen. Es darf keine dem Schutzzweck entgegenstehende Nutzung erfolgen. Das Gebiet muss außerdem großflächig genug sein, um eines oder mehrere vollständige Ökosysteme zu umfassen.

Mithilfe der Nationalparks werden bestimmte charakteristische oder einzigartige Landschaften und Ökosysteme geschützt. Nach ihrem dominierenden Landschaftscharakter kann man die Nationalparks in fünf verschiedene Typen unterteilen:

  • Meeres- und Küsten-Nationalparks
  • Wald-Nationalparks
  • Gebirgs- und Fels-Nationalparks
  • Gewässer- und Feuchtgebiet-Nationalparks
  • Grasland- und Heiden-Nationalparks

Die Nationalparks umfassen insgesamt eine Gesamtfläche von fast 10.500 Quadratkilometern. Allerdings ist weniger als ein Fünftel davon Landfläche, der Rest ist Meer.

Biosphärenreservate

Biosphärenreservate als national bedeutsame Kulturlandschaften bestehen aus drei verschiedenen Zonen mit unterschiedlicher Zielsetzung. Lediglich in der Kernzone, die mindestens fünf Prozent der Gesamtfläche betragen muss, steht die Eigendynamik der Naturprozesse im Vordergrund; der Mensch greift nicht ein.

Die Pflegezone wird von Maßnahmen der Landschaftspflege bestimmt. Hier wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass unsere Freiflächen im Wesentlichen Kulturlandschaften sind. Die Entwicklungszone umfasst meist den größten Flächenanteil. Ihr Ziel ist die naturverträgliche Entwicklung aller Wirtschaftssektoren.

Ein Boot mit Ausflüglern in traditioneller Tracht fährt über einen kleinen Kanal.

Ausflügler im Reservat Spreewald

Biosphärenreservate sollen Vorbildlandschaften einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Beschlüsse des Umweltgipfels von Rio de Janeiro 1992 sein. Sie sind Schwerpunkt des Umweltprogramms der UNESCO "Man and Biosphere"(MAB), also "Der Mensch und die Biosphäre".

Auch Biosphärenreservate müssen großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sein. Sie dienen der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und beziehen somit den Menschen mit ein.

Ein Beispiel für ein Biosphärenreservat ist die Rhön mit ihren natürlichen Hochmooren, den vom Menschen geschaffenen Grünlandgebieten und Heckenlandschaften, auf denen die Rhönschafe das typische Weidevieh sind. Biosphärenreservate umfassen etwa drei Prozent der Fläche Deutschlands.

Naturparks

Die Naturparks sind von den drei Schutzgebiet-Typen am stärksten touristisch orientiert. Naturparks dienen sowohl dem Schutz und Erhalt der Kulturlandschaften mit ihrer Biotop- und Artenvielfalt als auch der Erholung, dem natur- und umweltverträglichen Tourismus und einer dauerhaft natur- und umweltverträglichen Landnutzung.

Naturschutz wird im Naturpark vor allem über einzelne Landschaftsschutzgebiete und Naturschutzgebiete gewährleistet. Auch Naturparks sollen großräumig sein. Es gibt in Deutschland 104 Naturparks, die zusammen etwa 27 Prozent der Bundesfläche einnehmen.

Autorin: Ulrike Wilhelm

Stand: 29.08.2017, 13:21

Darstellung: