Mehr Gesang im Garten

Gartenteich mit blühenden Pflanzen und Rasen ringsum

Singvögel

Mehr Gesang im Garten

Von Claudia Füßler

Plätze zum Verstecken, genug Nahrung und Wasser: Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich jeder Garten vogelfreundlich gestalten.

Hecken als Lebensraum

Wer sich ein bisschen Vogelmusik in den Garten holen möchte, sollte in Sachen Gartenpflege etwas gelassen sein: Akkurat gepflegte Gärten, in denen die Natur streng im Zaum gehalten wird, sind kein Vogelparadies. Allerdings muss man das kleine Stückchen Grün auch nicht komplett verwildern lassen, um Singvögeln einen Lebensraum zu bieten. Es genügen wenige Kniffe, mit denen sich der eigene Garten in ein kleines Naturschutzgebiet verwandelt.

"Besonders toll sind Heckenpflanzen, die Dornen oder Stacheln haben, so finden die Heckenbrüter einen Platz für ihr Nest und sind gleichzeitig vor Katzen geschützt", sagt Marius Adrion, Vogelexperte beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Schwanzmeise und Heckenbraunelle werden sich gerne hier niederlassen. Um die Vögel nicht zu stören, sollten die Hecken zwischen März und Oktober nicht gestutzt werden – das verbietet der Naturschutz übrigens aus dem gleichen Grund auch für Sträucher und Bäume.

Wildstrauchhecke mit Bibernellrosen und einem Holzzaun

Ideale Nistbedingungen für viele Singvögel: eine Hecke

Die Artenvielfalt fördern

Um den Vögeln eine Nahrungsgrundlage zu geben, am besten einige fruchttragende Sträucher anpflanzen. Die beim Menschen beliebten Beeren wie Brombeeren oder Himbeeren schmecken auch den Vögeln. Zudem sind Schlehe, Weißdorn, Wein oder Holunder echte Leckerbissen für die Gefiederten.

Ideal wäre es, wenn etwa ein Viertel der vorhandenen Rasenfläche nicht gemäht wird, so dass die Gräser aussamen können. Dann finden die Vögel nicht nur Sämereien, sondern auch Raupen, Schmetterlinge und zahlreiche Insekten auf dem Speiseplan. "Mit diesen wenigen Veränderungen kann man ruckzuck unglaublich viele Lebensräume schaffen", sagt Adrion. Und damit die Artenvielfalt fördern. Der Nabu-Experte rät, zudem ein Wasserangebot für die Vögel zu schaffen, wie eine flache Tränke in katzensicherer Höhe.   

Blaumeise trinkt aus einer hängenden Vogeltränke

Erfrischung im Garten: eine Vogeltränke

Leckerbissen im Komposthaufen

Um heimische Vögel anzulocken, eignen sich heimische Pflanzen gut. Ziergewächse wie Rhododendron oder Scheinzypresse sehen zwar hübsch aus, doch sie bieten kaum Nahrung. Anders sieht das bei der Eberesche aus: Mehr als 60 Vogelarten schmecken deren rote Beeren. Ein Paradies für insektenfressende Vögel ist der Weißdorn: Naturschützer haben an der Pflanze 163 unterschiedliche Insektenarten beobachtet.

Auch ein Komposthaufen bietet vielen Kleinstlebewesen Unterschlupf und wird von den Vögeln gerne auf Essbares durchstöbert. Natursteinmauern, ein Gartenteich, ein zusammengerechter Laubhaufen – je vielfältiger ein Garten, umso mehr Arten fühlen sich in ihm wohl.

Gärtner sollten der Versuchung widerstehen, jedes Unkraut zu vernichten. Je mehr grünt und blüht, umso größer die Chance, dass sich Vögel und andere Tierarten im Garten heimisch fühlen. Chemische Unkrautvernichter und andere Pestizide gehören auf keinen Fall in einen vogelfreundlichen Garten. Fressen die Vögel Insekten oder andere Lebewesen, die mit dem Gift in Kontakt gekommen sind, werden sie krank.

Weidenmeise sitzt auf einem Ebereschenzweig mit roten Beeren

Beliebt bei Singvögeln wie der Weidenmeise: die Beeren der Eberesche

Stand: 28.08.2019, 13:10

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