Orientierungshilfe von oben

Satellitenaufnahme der Südwestküste von Sri Lanka kurz nach dem die Flutwelle des Tsunamis von Weihnachten 2004 die Küste erreicht hat.

Satelliten

Orientierungshilfe von oben

Nach einer Katastrophe fehlt mitten im Chaos meist die Übersicht. Wie viele Verletzte gibt es? Wie groß ist das Ausmaß der Zerstörung? Wie viele Regionen eines Landes sind tatsächlich betroffen? Fragen, die die Katastrophenhelfer selbst erstmal nicht beantworten können. Sie stecken mittendrin, müssen helfen und können sich nur in ihrem eigenen kleinen Umkreis organisieren. Satelliten und GPS können den im Katastrophenfall so dringend nötigen Überblick verschaffen.

GPS für den Katastrophenschutz

In den 1970er Jahren wurden die ersten Schritte in Richtung "Global Positioning System" (GPS) unternommen. Zunächst wurden sie genutzt als Navigationssystem für Flugzeuge und Autos, mittlerweile aber auch vereinzelt in der Geowissenschaft, zur Früherkennung von drohenden Naturkatastrophen.

Das GPS funktioniert über mindestens drei Satelliten, die Zeitsignale und ihren Aufenthaltsort durchgeben. Daraus können die Empfänger auf der Erde dann die eigene Geschwindigkeit und Position ermitteln.

Forscher des Geoforschungszentrums in Potsdam werteten nach dem Seebeben vor der Küste Japans 2011 Daten von mehr als 500 GPS-Stationen aus. Die Ergebnisse zeigten, dass die gemessenen GPS-Daten bezüglich der Wellenhöhe und Richtung der Ausbreitung viel genauer waren als die der Seismografen.

Mit einem GPS-Frühwarnsystem könnte also die Vorhersage von Tsunamis in Zukunft präziser und die mögliche Gefahr für die Bevölkerung besser abzuschätzen sein.

Satelliten, die außerirdischen Helfer

Helfer mitten in der Katastrophe können meist nur den Blick fürs Detail haben. Es herrscht Chaos, überall sind Verletzte, viele Opfer können gar nicht gefunden werden. Bei einem großen Erdbeben zum Beispiel können die Einsatzkräfte vor Ort das Gesamtausmaß der Katastrophe zunächst gar nicht überblicken und nur an einzelnen Orten arbeiten. Aber die ersten Stunden sind entscheidend.

Die Satellitenbilder aus dem All können bei Katastrophen wie Überflutungen, Wirbelstürmen oder Waldbränden zeigen, wie groß die Zerstörung ist und vor allem, welche Zugangswege es zu den Verletzten geben könnte. Damit lässt sich schnell und gezielt helfen.

Waldbrand in den amerikanischen Staaten Idaho und Montana aufgenommen von Besatzungsmitgliedern der Internationalen Raumstation ISS.

Der Blick aus dem All ermöglicht gezielte Hilfe am Boden

Autorinnen: Petra Haubner/Wiebke Ziegler

Stand: 17.12.2018, 09:15

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