Diäten im Vergleich

Aufgeschnittene Ananas

Diät

Diäten im Vergleich

Von Gönke Harms/Franziska Badenschier

Wer hat noch nie in seinem Leben eine Diät ausprobiert? In Buchhandlungen und Bibliotheken wachsen die Abteilungen für Ratgeber und Zeitschriften, der Markt für Schlankheitsmittel boomt seit Jahren. Ständig werden einem Diätkonzepte angedreht – natürlich sind sie immer "neuartig", "einzigartig" und "mit Abnehm-Garantie".
Doch Vorsicht: Nicht alle Diät-Konzepte halten, was sie versprechen. Und zahlreiche Diäten sind dazu auch noch einseitig oder sogar gesundheitsschädlich. Eine kurze Übersicht.

Die Ananas-Diät

Einseitiger geht es kaum: Bei dieser Diät werden ausschließlich frische Ananas und Ananassaft verzehrt. Dabei kommt es anfangs zwar zu einem schnellen Gewichtsverlust – das liegt jedoch daran, dass der Körper vor allem Wasser verliert, nicht an Fett.

Die einseitige Ernährung birgt die Gefahr, dass es dem Körper bald an Ballaststoffen, Eiweiß, Mineralien und Vitaminen mangelt.

Die Blutgruppen-Diät

Diese Diät setzt die Ernährung eines Menschen mit seiner Blutgruppe in Beziehung. Die Blutgruppe 0 gilt hierbei als die älteste, da sie aus der "Zeit der Jäger" stammen soll. Es wird geraten, dass Menschen mit dieser Blutgruppe vor allem Fleisch essen sollten.

Die Blutgruppe A sei dagegen die Blutgruppe der "Landwirte" und verlange vor allem pflanzliche Nahrung. Wer die falschen Nahrungsmittel zu sich nehme, zeige Unverträglichkeitsreaktionen im Blut, glaubt der Begründer dieses Diätkonzepts, Peter J. D'Adamo.

Den Theorien zu dieser Diät fehlt es an wissenschaftlichen Grundlagen. Zudem berücksichtigen sie weder die Bewegungs- noch die Ernährungsgewohnheiten eines Menschen.

Die "Brigitte"-Diät

Die "Brigitte"-Diät basiert auf einer kalorienreduzierten Mischkost mit ausgewogenen Nährstoffverhältnissen. Diese enthält etwa 50 Prozent Kohlenhydrate. Es gibt pro Tag drei Hauptmahlzeiten und bis zu zwei Snacks.

Insgesamt sollen pro Tag etwa 1200 Kilokalorien und 35 bis 40 Gramm Fett aufgenommen werden. Für Menschen, die sportlich aktiv sind, dürfen es bis zu 1400 Kilokalorien am Tag sein. Mehrfach im Jahr gibt es neue Rezepte.

Diese Diät erfordert Zeit und Geduld, um die Mahlzeiten genau nach Anleitung zuzubereiten. Die Nährstoffzusammenstellung berücksichtigt nicht, dass je nach Alter und Körpergröße der Bedarf an Kalorien und Nährstoffen unterschiedlich ist.

"Friss die Hälfte" (FdH)

"Friss die Hälfte" fordert salopp eine altbekannte Methode, die im Volksmund auch "FdH-Diät" genannt wird. Eine Zeit lang wird nur halb so viel Essen verzehrt wie vorher.

Diese Diät kann nur funktionieren, wenn die Nahrung aus einer vielseitig zusammengestellten und vollwertigen Kost besteht und wenn die Person, die die Diät macht, keine ausgeprägte Fettleibigkeit aufweist. Zudem ist es besser, wenn man die Nahrungsaufnahme nur schrittweise reduziert, so dass sich der Magen an die kleineren Portionen langsam gewöhnen kann.

Erbse wird mit Messer und Gabel gegessen

Zu wenig sollte es auch nicht sein

Die Hollywood-Diät

Sie wurde in den 1920er Jahren von US-Ärzten entwickelt und enthält ausschließlich exquisite Lebensmittel wie Hummer und exotische Früchte. Seinen Namen erhielt dieses Diät-Konzept, weil weibliche Hollywood-Stars damit so schlank wurden, dass sie sich zu den Dreharbeiten in die Wespentaillen-Mieder zwängen konnten.

Bei dieser Diät darf man nur – je nach Quelle – bis zu 1000 Kilokalorien am Tag zu sich nehmen, verteilt auf Eier, Steaks, Lammkoteletts, vereinzelte Salatblätter, Orangen, Toast und Krabben. Kohlenhydrate sind tabu, weil Kartoffeln, Nudeln und Brot seinerzeit als Dickmacher galten.

Diese Diät ist nicht nur ungesund, sondern auch ausgesprochen teuer. Zwar verliert derjenige, der die Diät macht, sehr schnell an Gewicht, doch das Risiko für Mangelerscheinungen ist sehr hoch. Zudem belastet das viele Eiweiß die Nieren.

Die Kartoffel-Diät

Auch sie gehört zu den einseitigen Diäten, da nur Kartoffeln gegessen werden. Die Knollen sind zwar gesund und stecken voller B-Vitamine, Vitamin C, verschiedener Aminosäuren und lebenswichtiger Mineralien. Doch die ausschließliche Ernährung mit Kartoffeln langweilt schnell und der Diätwillige lernt nichts über die richtige, vielseitige Ernährung für die Zeit nach der Diät.

Großaufnahme von mehreren Kartoffeln nebeneinander.

Als Diät zu langweilig

Die Suppen-Diät

Sie wird auch die "Magic-Soup-Diät" genannt. Am Tag dürfen nur 850 Kilokalorien verzehrt werden und zwar mit zwei kalten Brotmahlzeiten und einer Suppe, bestehend aus chinesischen Mu-Err-Pilzen, Staudensellerie, Wirsing, Möhren, Knoblauch, Ingwer, Tabasco, Cayennepfeffer, Gemüsebrühe und etwas Öl.

Die fettarmen Gemüsesuppen machen zwar warm, sättigen und erleichtern das Abnehmen. Doch auf Dauer fehlt das Eiweiß. Suppen sollten deswegen nicht ausschließlich zu sich genommen werden, sondern Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Als Diät-Tag für zwischendurch eignet sich dieses Konzept jedoch durchaus.

Die Trennkost-Diät

Diese Diät wurde in den 1930er Jahren von dem US-Arzt Howard Hay entwickelt, weil er der Ansicht war, dass eiweiß- und kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel nicht gleichzeitig gut verdaut werden können. Deswegen sollten nach seinen "chemischen Verdauungsgesetzen" Kohlenhydrate und Eiweiß getrennt gegessen werden.

Aufgenommen werden etwa 800 bis 1200 Kilokalorien pro Tag: morgens Brot mit Margarine und Marmelade, mittags Kohlenhydrate wie Kartoffeln, abends Eiweiß in Form von Käse, Fisch oder Fleisch. Als neutrale Lebensmittel gelten Gemüse, Fette und Öle sowie Pilze.

Bei dieser Diät verliert man das Gewicht nicht wegen des Trennens, sondern weil insgesamt weniger Kalorien aufgenommen werden. Die "chemischen Verdauungsgesetze" gelten unter Wissenschaftlern als umstritten oder gar unhaltbar. Werden die Eiweißquellen stark eingeschränkt, können Nährstoffmängel auftreten.

"Weight Watchers"

Bei dieser Diät werden allen gegessenen und getrunkenen Lebensmitteln Punkte zugeordnet. Am Ende des Tages darf eine bestimmte Summe an Punkten nicht überschritten sein. Dieses Konzept erlaubt jedoch auch vermeintliche Sünden: Kalorien- und Fettbomben können ausgeglichen werden, indem man Nahrungsmittel mit null oder wenigen Punkten zu sich nimmt.

Zum Konzept gehört auch, dass man einer "Weight-Watchers"-Selbsthilfegruppe beitreten soll: Gemeinsam lasse sich einfacher abnehmen. Allerdings wird dabei ein Mitgliedsbeitrag fällig. Kritisiert wird an diesem Diät-Konzept, dass das Punkte-System zu stark verallgemeinere und das ständige Rechnen zu aufwändig sei.

Stand: 17.03.2017, 11:00

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