Rezept: Salbe gegen chronische Schmerzen

Porträtfoto von Rita Aßfalg.

Chronische Schmerzen

Rezept: Salbe gegen chronische Schmerzen

Von Rita Aßfalg und Tobias Aufmkolk

Mit sechs Jahren verletzt sich Rita Aßfalg ihre Wirbelsäule bei einem Schlittenunfall. Als sie zwölf Jahre alt ist, stößt sie sich beim Schlittschuhlaufen Lendenwirbel und Steißbein. Seitdem leidet sie an chronischen Schmerzen. Trotz zahlreicher Operationen und Reha-Maßnahmen vergeht kein Tag ohne den Schmerz. Eine wenig Linderung verschaffen ihr dabei ihre selbst gemachten Salben.

Das Grundrezept

Nach diesem Grundrezept stellt Rita Aßfalg ihre Salben seit Jahrzehnten her:

Zutaten:

  • 100 Milliliter gutes Öl (zum Beispiel Olivenöl)
  • 10 Gramm getrocknete Heilkräuter oder 20 Gramm frische Heilkräuter
  • 10 Gramm Bienenwachs
  • eventuell ein ätherisches Öl (zum Beispiel Lavendel oder Melisse) für einen angenehmen Duft

Zubereitung:

Die Kräuter werden im Öl auf 70 Grad (nicht höher) für 20 bis 30 Minuten erhitzt. Danach abseihen. Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und unter das abfiltrierte Öl mischen. Abkühlen lassen, bis es nur noch leicht flüssig ist. Dann das ätherische Öl dazugeben. Die Salbe beispielsweise in Kruken (kleine Kunststoffdöschen) abfüllen und über Nacht mit einem Tuch abgedeckt auskühlen lassen.

Rita Aßfalgs' Beinwellsalbe

Der Echte Beinwell ist eine Heilpflanze, die in fast ganz Europa vorkommt. In der Pflanzenheilkunde wird vor allem der getrocknete Wurzelstock der Pflanze eingesetzt. Als Heilpflanze wird der Echte Beinwell schon seit Jahrhunderten verwendet. Ihm wird eine entzündungshemmende, schmerzlindernde und abschwellende Wirkung zugeschrieben.

Rita Aßfalg stellt ihre Beinwellsalbe selbst her. Schon die Zubereitung lenkt sie von den Schmerzen ab, da sie sich auf die Herstellung konzentrieren muss. Auf der Haut fühlt sich die Salbe beruhigend und wohltuend an. Rita Aßfalg verwendet die Salbe oft und trägt sie direkt auf die betroffenen Stellen auf.

Beinwell kann helfen bei: Nerven- und Gelenkschmerzen, Ischiasbeschwerden, schlecht heilenden (unblutigen) Wunden, Frakturen, Verletzungen (Verstauchungen, Quetschungen, Zerrungen, Blutergüssen), Arthrose, Gicht, Arthritis und Muskelkater.

Beinwellwurzel.

In der Pflanzenheilkunde wird die Beinwellwurzel eingesetzt

Das Rezept der Beinwellsalbe ist ein ein altes Familiengeheimnis, das Rita Aßfalg von ihrer Mutter überliefert bekam und gerne mit anderen Schmerzpatienten teilt.

Zutaten:

  • 100 Milliliter Öl (Sonnenblumenöl ist besonders geruchsneutral)
  • 20 Gramm frische Beinwellwurzel oder 10 Gramm getrocknete Wurzeln. Die Wurzeln sollten nur im Winter von Oktober bis März verwendet werden; in diesen Monaten enthalten sie die meisten Wirkstoffe. Auch Blätter können benutzt werden. Rita Aßfalg verwendet sie jedoch nur bei Bedarf während der Sommermonate als Auflage.
  • 10 Gramm Bienenwachs (aus der Apotheke oder vom Imker)
  • ätherisches Öl (beispielsweise Lavendel)

Zubereitung:

Das Öl mit den geputzten und möglichst zerriebenen oder klein geschnittenen Wurzeln auf 70 Grad erwärmen. Etwa 20 bis 30 Minuten unter ständiger Kontrolle der Temperatur erwärmen. Ab und zu umrühren. Das Öl mit den Wurzelstückchen noch etwa 2 Tage zugedeckt stehen lassen. So lässt sich ein Auszug herstellen.

Danach das Öl nochmals erwärmen und durch ein feines Tuch filtrieren. Die übrig gebliebenen Beinwellstückchen verwendet Rita Aßfalg als Auflage. Das gefilterte Öl nochmals abmessen. Den Bedarf des Wachses berechnen. Das Wachs im maximal 70 Grad warmen Öl schmelzen.

Eine Flüssigkeit wird durch ein Sieb geschüttet.

Das Öl muss durch ein Tuch oder Sieb gefiltert werden

Damit diese Mischung schneller abkühlt, das Ganze in eine Schüssel abgießen und immer wieder umrühren. Kurz bevor es fest wird, das ätherische Öl (auf einen Liter Öl etwa 20 Tropfen) untermischen und in ein Gefäß abfüllen. Das Gefäß beschriften und über Nacht mit einem Tuch abgedeckt stehen lassen, damit die Restfeuchtigkeit entweichen kann. Die Salbe ist bei kühler und dunkler Lagerung ein Jahr haltbar.

Tipp: Rita Aßfalg verwendet zur Lagerung ein großes Gefäß und füllt nach Bedarf mit einem Spatel die Salbe in ein kleines Döschen um.

Achtung: Im Wachs von einem Imker können eventuell Teile von Bienen enthalten sein. In diesem Fall das Wachs unbedingt im Wasserbad schmelzen. Eventuelle Verunreinigungen sinken auf den Boden des Schmelzgefäßes ab. Das auf diese Weise gesäuberte Wachs kann nun unter das Öl (unter ständigem Rühren, damit eine homogene Masse entsteht) gemischt werden.

Vorsicht: Auch vermeintlich harmlose Heilmittel können Nebenwirkungen (zum Beispiel Allergien) hervorrufen. Auch bei guter Verträglichkeit nicht täglich oder unbedingt zeitlich begrenzt verwenden.

Stand: 23.05.2019, 10:00

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