Bananen

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Bananen

Bananen gehören in Deutschland neben dem Apfel zu den beliebtesten Früchten überhaupt. Die Deutschen konsumieren insgesamt rund 560.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht etwa 14 Kilogramm pro Kopf. Doch kaum einer weiß Genaueres über die Frucht: Wo wächst die Banane eigentlich? Wie kam sie nach Europa? Und warum ist die Banane eigentlich krumm?

Eine uralte Pflanze

Viele Bananen.

Die Deutschen lieben Bananen

Wissenschaftler zählen die Banane zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ursprünglich stammt die Banane aus dem südostasiatischen Raum, also Ländern wie Thailand und Malaysia. Von dort gelangte die Frucht über Indien in den arabischen Raum. Arabische Händler brachten sie schließlich nach Afrika und Europa. Erst im 15. und 16. Jahrhundert gelangte die Banane mit spanischen und portugiesischen Seefahrern nach Amerika. Ihren Namen bekam die Banane von den Arabern. Sie nannten sie "banan", was übersetzt "Finger" bedeutet.

Es gibt über 1000 bekannte Bananensorten. Viele Sorten sind in Europa jedoch unbekannt. Die meisten gelangen erst gar nicht auf den Weltmarkt, sondern werden direkt vor Ort verzehrt. Man unterscheidet zwischen Obst-, Gemüse- und Textilbananen. In Europa ist hauptsächlich die Obstbanane, wie wir sie aus dem Supermarkt kennen, bekannt. Gemüsebananen zählen vor allem in Afrika und Teilen von Asien zu den Grundnahrungsmitteln. Sie haben dort etwa denselben Stellenwert wie bei uns die Kartoffel. Textilbananen sind nicht zum Verzehr geeignet. Die Blätter werden zur Textilherstellung verwendet. Botanisch betrachtet ist die Banane eine Beere. Sie gehört damit zur selben Familie wie Gurke, Tomate und Kürbis.

Staude mit gelben Fingern

Eine Bananenstaude wird zwischen drei und sechs, selten auch bis zu neun Metern groß. Während der Wachstumsphase legen sich die älteren Blätter umeinander und bilden so einen Scheinstamm. Im Laufe der Zeit sieht die Pflanze einer Palme immer ähnlicher. Nach etwa sechs Monaten bildet die Pflanze den Blütenstand aus. Neben einer großen, meist roten männlichen Blüte, gibt es zahlreiche gelbe oder weiße weibliche Blüten. Aus ihnen entstehen die Früchte, auch Finger genannt. Während der Wachstumsphase biegen sich die Finger nach oben, was die typische Krümmung der Banane zur Folge hat.

Bananen-Stauden bereitet ein Farmer am 15.12.2000 in Santa Marta in Kolumbien zum Transport zu einer anderen Plantage vor, wo die gelben Früchte verpackt werden.

Noch ein Jahr bis zur Ernte

Nach etwa einem bis eineinhalb Jahren können die Bananen geerntet werden. Da Bananenpflanzen nur einmal in ihrem Leben Früchte ausbilden, wird bei der Ernte die komplette Mutterpflanze abgeschlagen. An ihren Wurzeln hat sich jedoch bereits ein Sprössling gebildet, der die nächste Bananenernte sichert. An einer Bananenstaude können bis zu 300 Früchte hängen.

Plantagenanbau

Die Monokultur auf den Bananenplantagen hat zur Folge, dass sich Schädlinge aller Art schnell verbreiten können. Besonders Pilzerkrankungen wie die Panama-Krankheit und die Black oder Yellow Sigatoka bedrohen die Bestände. Um den Krankheiten und Schädlingen Herr zu werden, wird vielerorts Chemie eingesetzt. Das schadet nicht nur der Natur sondern gefährdet auch die Gesundheit der Plantagenarbeiter.

Eine Bananenplantage bei Orotava, Teneriffa, von oben fotografiert. Ein blauer Himmel mit einigen Wolken ist über der Plantage zu sehen, eine Palme, sticht rechts hervor.

Sie brauchen viel Wasser, Sonne und Pflege

Eine intensiv bewirtschaftete Bananenplantage lässt sich nur einen gewissen Zeitraum halten. Die Banane benötigt viele Nährstoffe zum Wachsen, sodass die Böden bald ausgelaugt sind. Nach etwa 20 Jahren muss deshalb in der Regel eine neue Plantage angelegt werden.

Bananen liefern Energie

Die Banane enthält viel Fruchtzucker und liefert dem Körper ähnlich viel Energie wie die Kartoffel. Sie bietet einen hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium und enthält die Vitamine A, B, C und E. In vielen Diätpulvern findet sich eine Trockensubstanz aus Bananen.

Eine Zeichnung einer blühenden Bananenpflanze.

Die Banane in der botanischen Malerei des 18. Jahrhunderts

Die Inhaltsstoffe der Frucht haben eine heilende Wirkung, vor allem auf den Magen-Darm-Bereich. Die Banane verhindert etwa, dass der Magen übersäuert. Auch auf das Hirn eines Menschen hat die Frucht einen positiven Effekt: Die Aminosäure Tryptophan regt die Produktion des Glückshormons Serotonin an. Ob der Verzehr von Bananen glücklich macht, ist allerdings wissenschaftlich nicht belegt.

Autor/in: Stephanie Hiller/Sina Maier-Bode/Wiebke Ziegler/Andrea Böhnke

Stand: 04.09.2013, 13:00

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