Geschichte Monacos

Die monegassische Flagge. Im Hintergrund der Palast der Grimaldis.

Côte d'Azur

Geschichte Monacos

Das Geschlecht der Grimaldis stammt ursprünglich aus Genua. Die vornehme Familie geriet in die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Guelfen und den Ghibellinen, den sogenannten Papst- und Kaisertreuen, die Nord- und Mittelitalien während des Mittelalters erschütterten. Die Grimaldis kämpften auf der Seite der papsttreuen Guelfen und mussten Ende des 13. Jahrhundert aus Genua fliehen, nachdem die Partei der kaisertreuen Ghibellinen sich der Stadt bemächtigt hatte.

Darum geht's:

  • Francesco Grimaldi eroberte 1297 die Festung von Monaco.
  • Mit einer Maut für Schiffe gelangten die Grimaldis zum Wohlstand.
  • Bis heute ist Monaco beliebt bei den Reichen und Schönen.
  • Monaco ist der zweitkleinste Staat der Welt.

Mit einer Maut für Schiffe zum Wohlstand

Francesco Grimaldi, der Ahnherr Monacos, eroberte 1297 die neapolitanische Festung auf dem Felsen von Monaco, nachdem er sich, so erzählt es die Legende, als Mönch verkleidet dort Zutritt verschafft hatte. Der vorspringende Felsen war ein strategisch wichtiger Punkt, um den Schiffsverkehr im Mittelmeer zu kontrollieren. Aus dieser Position schlugen die Grimaldis Kapital. Sie erhoben eine Maut für Schiffe, die an Monaco vorbei in Richtung Genua fahren wollten.

Durch die Zolleinnahmen konnten sich die Grimaldis politisch und wirtschaftlich etablieren. Aufgrund der vorteilhaften Lage von Monaco buhlten die Königreiche von Spanien und Frankreich um die Gunst der Grimaldis. Nach wechselnden Allianzen, einmal mit der spanischen, ein anderes Mal mit der französischen Krone, band sich der kleine Staat ab dem 17. Jahrhundert fest an Frankreich.

Stadtansicht und Hafen von Monte Carlo.

Tummelplatz der Reichen und Schönen

Der zweitkleinste Staat der Welt

1861 wurde der Staat vollständig souverän. Nur zwei Jahre später öffnete das Spielkasino seine Pforten, das den Grundstein für den monegassischen Reichtum in der Neuzeit legte. Die Einnahmen aus dem Spielbetrieb waren so hoch, dass bereits 1869 die direkten Steuern abgeschafft wurden. Im Zuge des Casinobaus wurden unter Fürst Charles III. (1818-1889) auch die ersten Luxushotels in die Höhe gezogen.

Zu einem weiteren Publikumsmagneten avancierte die neue Oper, die 1879 mit einem Auftritt der berühmten Schauspielerin Sarah Bernhardt (1844-1923) ihre Pforten öffnete. Den ganz großen Glamour in Monaco verbreiteten in der Zeit der "Belle Epoque" russische Adlige. Mit Sonderzügen reisten sie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts durch ganz Europa bis an die Côte d’Azur. Fernab aller politischen Turbulenzen in ihrer Heimat, versoffen und verspielten sie hier ihr Vermögen.

Während der 1930er und 1940er Jahre war Monaco ein neutraler Staat, der es – und das ist das dunkelste Kapitel in der Geschichte Monacos – den Nationalsozialisten ermöglichte, von der Côte d’Azur aus ihre Bankgeschäfte zu tätigen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Monaco seine Souveränität unter anderem deshalb wahren, weil Fürst Rainier III. (1923-2005) im Krieg auf Seiten Frankreichs gekämpft hatte.

Das Casino von Monte Carlo.

Grundstein des monegassischen Reichtums

Die Hochzeit zwischen Rainier III. und dem Hollywoodstar Grace Kelly (1929-1982) brachte 1956 neuen Glanz und Glamour ins Fürstentum. Durch den medienwirksamen Auftritt der neuen Fürstin wurde Monaco zum Tummelplatz der Reichen und Schönen.

Ihr Sohn Albert II., seit 2005 Fürst von Monaco, versucht die Luxusmeile des Jetsets mit den Anforderungen Monacos an einen modernen Wirtschaftsstandort zu kombinieren. Selbst für den Fall, dass die Fürstenfamilie eines Tages aussterben würde, fiele der Staat Monaco nicht an Frankreich. Im Versailler Vertrag von 1919 ist geregelt, dass die Grimaldis durch Adoption einen Thronfolger zum Erhalt ihrer Dynastie einsetzen können.

Nachdem das Fürstentum im Laufe der Geschichte immer wieder Teile seines Territoriums aus finanziellen Gründen abtreten musste, hat Monaco heute eine Größe von knapp zwei Quadratkilometern und ist nach dem Vatikanstaat der zweitkleinste Staat der Welt. Etwas mehr als 30.000 Einwohner leben in dem Zwergstaat, darunter nur gut 7000 Monegassen.

Die Staatsbürgerschaft kann nur erwerben, wer sich um das Fürstentum verdient gemacht hat. Wem diese Ehre zuteil wird, entscheidet das Oberhaupt Fürst Albert II. höchstpersönlich. Alle im Land lebenden Ausländer genießen jedoch die Privilegien des monegassischen Staates, das heißt: Sie zahlen keine Einkommenssteuer.

Autorin: Sabine Kaufmann

Stand: 21.07.2017, 15:00

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