Tipps für eine gesunde Schilddrüse

Mädchen streichelt den schwangeren Bauch seiner Mutter.

Die Schilddrüse

Tipps für eine gesunde Schilddrüse

Für die Gesundheit seiner Schilddrüse kann man einiges tun. An erster Stelle steht dabei die richtige Ernährung. Denn wenn die Schilddrüse nicht die richtigen Nährstoffe erhält, kann sie nicht normal arbeiten. Der wichtigste Treibstoff für die Schilddrüse ist das Spurenelement Jod. Ein Mangel kann zu zahlreichen Krankheiten führen.

Jod – ein wichtiges Element

Jod – viele denken bei diesem Wort vielleicht an ein altes Hausmittel zur Desinfektion. Eine rotbraune Flüssigkeit, die einem die Mutter auf das zerschrammte Knie tupfte und die ganz furchtbar brannte. Doch Jod spielt auch in unserer Ernährung eine wichtige Rolle.

Deutschland galt lange Zeit als Jodmangelland. Aus diesem Grund setzte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1989 für die flächendeckende Verwendung von jodiertem Speisesalz ein. Zwar hat sich die Jodversorgung durch Lebensmittel in der Vergangenheit deutlich verbessert, trotzdem liegt sie noch immer an der Untergrenze der von der WHO empfohlenen Standards.

Jodversorgung in Deutschland

Laut einer Überprüfung des Robert-Koch-Instituts lagen 2012/2013 etwa 30 Prozent der Erwachsenen mit ihrer täglichen Jodzufuhr unterhalb des mittleren geschätzten Bedarfs.

Die Studie über die Jodzufuhr von Kindern und Jugendliche ist noch nicht abgeschlossen, ein Ergebnis von 2004 zeigte jedoch ein ähnliches Bild: Etwa 27 Prozent der sechs bis zwölfjährigen Schulkinder hatten damals einen zu geringen Jodgehalt im Blut.

Knapp 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden laut der Papillon-Studie aus dem Jahr 2010 unter einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf), die in den meisten Fällen durch Jodmangel verursacht wird.

Um dieser Krankheit vorzubeugen, ist es wichtig, jodhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Kinder benötigen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung täglich etwa 100 bis 140 Mikrogramm Jod, Jugendliche und Erwachsene 180 bis 200 Mikrogramm.

Schwangere Frauen und stillende Mütter haben einen besonders hohen Bedarf. Sie sollten täglich etwa 230 bis 260 Mikrogramm Jod zu sich nehmen. Denn ein ungeborenes Kind kann die Schilddrüsenhormone nicht wie andere Nährstoffe über den Mutterkuchen aufnehmen, sondern muss sie selbst produzieren.

Daher ist es wichtig, dass die werdende Mutter "Jod für zwei" zu sich nimmt. Andernfalls besteht das Risiko, dass das Kind mit einer vergrößerten Schilddrüse zur Welt kommt.

In der Stillzeit wird das Baby durch die Muttermilch weiter mit Jod versorgt. Doch auch Babynahrung enthält inzwischen Jodzusätze, sodass auch Kinder, die nicht gestillt werden können, keine Mangelerscheinungen befürchten müssen.

Zu viel Jod kann in manchen Fällen schaden

Wer an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse wie Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis leidet beziehungsweise wer eine genetische Veranlagung dafür besitzt, sollte darauf achten, dass er nicht zu viel Jod zu sich nimmt. Das könnte der Schilddrüse schaden und die Bildung eines Kropfes begünstigen kann.

Die Symptome werden dann jedoch nicht durch einen Mangel an Jod sondern durch eine Überdosierung hervorgerufen. Ob sich der Patient in Zukunft jodarm ernähren sollte oder bei der empfohlenen Tagesdosis von 180 bis 200 Mikrogramm bleiben kann, sollte in jedem Fall ein Mediziner entscheiden.

Blister mit Jodtabletten

Jodtabletten können die Zufuhr regulieren

Welche Lebensmittel enthalten Jod?

Deutschland ist ein verhältnismäßig jodarmes Land. Im Boden sind nur geringe Reserven vorhanden, denn nach der letzten Eiszeit wurde das Jod aus der Erde in die Meere gespült. Deshalb ist die Jodkonzentration in unserem Trinkwasser, Obst und Gemüse eher gering.

Während in den 1970er Jahren noch deutliche regionale Unterschiede in der Jodversorgung bestanden, hat sich die Versorgung in Deutschland inzwischen auf einem niedrigen Niveau angeglichen.

Um einem flächendeckenden Mangel vorzubeugen, empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium daher, sowohl privat als auch in der Gastronomie und der Lebensmittelproduktion Speisen mit Jodsalz zuzubereiten.

So ist es beispielsweise sinnvoll, wenn Bäcker oder Produzenten von Fleischwaren ihren Produkten Jodsalz beifügen. Viele Hersteller halten sich bereits an diese Empfehlung. Nicht zuletzt deshalb geht die Jodunterversorgung auch in Deutschland stetig zurück.

Doch man kann noch mehr für seine Schilddrüse tun, als nur mit Jodsalz zu kochen. Lebensmittel, die aus dem Meer kommen, haben grundsätzlich einen recht hohen Jodgehalt. Spitzenreiter ist der Schellfisch: Er enthält 240 Mikrogramm Jod pro 100 Gramm Fleisch, dicht gefolgt vom Kabeljau und der Miesmuschel. Auch japanische Algen (wie zum Beispiel in Sushi-Gerichten) sind hervorragende Jodlieferanten.

Ein Teller mit japanischem Sushi und Essstäbchen.

Sushi: viel Jod dank Fisch und Algen

Wer sich nicht für Meeresfrüchte erwärmen kann, hat Alternativen. Spinat zum Beispiel enthält zwölf Mikrogramm pro 100 Gramm, schwarzer Tee etwa zehn Mikrogramm. Auch Eier, verschiedene Backwaren (wie zum Beispiel Roggenbrot) und Rindfleisch enthalten Jod.

Lebensmittel mit einem sehr hohen Jodgehalt tragen sogar ein Siegel, damit man sie im Supermarktregal leichter finden kann. Drogerien und Apotheken bieten zudem Jodtabletten an, die – in Maßen – eingenommen, ebenfalls den Jodhaushalt des Körpers ausgleichen können.

Erbliche Veranlagung: Auf Organveränderung achten

Die richtige Ernährung ist der sicherste Weg, die Schilddrüse gesund zu halten. In manchen Fällen entstehen Krankheiten allerdings aufgrund einer erblichen Veranlagung. Deshalb sollten Menschen, in deren Familie Schilddrüsenprobleme bekannt sind, besonders auf Veränderungen des Organs achten.

Kontrollfragen

  • Fühlen Sie sich häufig müde oder weniger leistungsfähig?
  • Haben Sie bei gleichbleibenden Essgewohnheiten in kurzer Zeit stark ab- oder zugenommen?
  • Schwitzen Sie vermehrt oder frieren Sie auch in gut beheizten Räumen?
  • Spannen Hemden oder Blusen neuerdings am Hals?
  • Sind Sie häufig schlecht gelaunt?
  • Leiden Sie unter brüchigen Nägeln, trockener Haut und/oder Haarausfall?
  • Haben Sie Probleme beim Ein- oder Durchschlafen?

Falls Sie mehrere Fragen mit "Ja" beantwortet haben, ist es sinnvoll einen Arzt aufzusuchen, denn all diese Symptome sind typisch für Schilddrüsenerkrankungen.

Durch eine Tastuntersuchung kann der Arzt dann schnell feststellen, ob die Schilddrüse vergrößert ist. Mit einem Bluttest lässt sich herausfinden, ob in Ihrem Körper womöglich zu viele oder zu wenige Schilddrüsenhormone vorhanden sind.

Je nach Ergebnis der Untersuchung kann der Arzt eine passende Therapie verordnen, damit die Krankheitssymptome schnell verschwinden und die Schilddrüse keinen dauerhaften Schaden nimmt.

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Autorinnen: Jennifer Dacqué/Wiebke Ziegler/Manuela Weichsel

Stand: 28.11.2017, 13:32

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