Alternative Heilmethoden bei Tieren

Globuli kullern aus einem Fläschchen.

Tiermedizin

Alternative Heilmethoden bei Tieren

Fast jeder vierte Deutsche interessiert sich laut einer Umfrage des Allensbach-Institutes sehr für Naturheilmittel und homöopathische Medikamente, mehr als ein Drittel hat immerhin mäßiges Interesse. Da liegt es nahe, dass viele Halter auch ihre Haus- oder Nutztiere nicht nur mit schulmedizinischen Verfahren behandeln wollen.
Eine steigende Zahl von Tierärzten bietet deswegen auch alternative Methoden wie Physiotherapie oder Homöopathie an. Helfen sie wirklich?

Vor allem zur Wirkung von Homöopathie bei Nutztieren gibt es eine Reihe von Studien, die teilweise belegen, dass die alternativen Mittel genauso gut helfen wie schulmedizinische Präparate.

Ihre Verwendung hat zum Beispiel einen Vorteil für Milchbauern: Wenn sie einer Kuh Antibiotika geben, dürfen sie ihre Milch nicht mehr verkaufen. Bei homöopathischen Mitteln haben sie dieses Problem nicht. Aber auch Verbraucher profitieren, wenn den Tieren, deren Fleisch sie essen, weniger starke Medikamente gegeben wurden.

Doch auch wenn diese Studien die Wirksamkeit der Homöopathie belegen: Man darf skeptisch bleiben, ob es wirklich die Mittel sind, die helfen. Denn Landwirte und Tierärzte, die sie anwenden, beschäftigen sich intensiver mit den Tieren als normalerweise. Auch Tiere können diese Zuwendung spüren.

Außerdem werden die Tiere genauer beobachtet, wodurch viele Erkrankungen schon behandelt werden können, bevor sie sich verschlimmern. Bei Notfällen oder größeren Verletzungen sollte deswegen trotz aller Studien weiter auf die Schulmedizin zurückgegriffen werden.

Auch bei Haustieren gilt die Regel: Akute lebensbedrohliche Krankheiten müssen mit konventionellen Mitteln behandelt werden. Bei chronischen Krankheiten wie Allergien oder Arthrose kann man dagegen versuchen, sie mit Homöopathie in den Griff zu bekommen. Manche Tierärzte raten auch, dem Tier homöopathische Mittel unterstützend zur konventionellen Therapie zu geben.

Und es gibt auch ganzheitliche Tierärzte. Einer von ihnen ist Dr. Thomas Backhaus. Er verbindet in seiner ganzheitlichen Tierklinik "Zur römischen Villa" in Longuich bei Trier die klassischen Methoden der Schulmedizin mit der Naturheilkunde und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Als ganzheitlicher Tierarzt bemüht er sich, die jeweilige Krankheit nicht nur als isoliertes organisches Geschehen zu betrachten, sondern die Zusammenhänge im gesamten Organismus zu verstehen. So komme es zum Beispiel bei einer Infektion nicht nur darauf an, die Erreger mit Medikamenten zu vernichten, sondern man müsse auch analysieren, wieso sich das Immunsystem nicht zu Wehr gesetzt habe. Dazu müsse der gesamte Organismus betrachtet werden.

EIne Katze kratzt sich.

Backhaus sieht auch den Tierkörper als ganzheitliches System

"Systemanalyse" nennt Backhaus das und betrachtet dabei auch das Energiesystem des Körpers. Denn die Entstehung von Krankheiten ist nach Ansicht des gelernten Heilpraktikers in der Veränderung der Bioenergetik zu suchen. In der Vorstellung ganzheitlicher Tiermediziner hat der Körper zwei wichtige Organisationszentren: Darm und Gehirn.

Ein Leitsatz lautet daher: Fast jede Krankheit hat etwas mit dem Darm zu tun. In der Praxis bedeutet das etwa, dass bei einer Augenerkrankung auch eine Analyse des Kots gemacht wird.

Ganz allgemein gilt für die ganzheitliche Therapie: Tumore werden operiert, aber nicht ohne den Körper vorher auf die Selbstbekämpfung des Geschwürs eingestellt zu haben. Antibiotika kommen zum Einsatz, aber danach wird die Darmflora wieder hergestellt und die Entgiftung gefördert.

Autorinnen: Mareike Potjans / Bettina Wiegand

Stand: 17.08.2018, 12:00

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