Weitere Qualzuchten bei unseren Haustieren

Nahaufnahme eines braunen Löwenkopfkaninchens.

Tierzucht

Weitere Qualzuchten bei unseren Haustieren

Von Cora Richter

Im Gruselkabinett der Zuchterfolge werden nicht nur Hunde und Katzen zu Opfern von extremen Zuchtzielen oder fehlendem Sachverstand in der Verpaarung. Noch weitere Haustiere sind betroffen.

Löwenkopfkaninchen

Löwenkopfkaninchen leiden aufgrund ihrer Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) häufig an Fehlstellungen der Zähne mit Neigungen zu Entzündungen, Zahnausfall und Eiterbeulen (Abszessen), die sogar die Augen herausdrücken können.

Angora-Kaninchen

Das Fell des Angorakaninchens ist zu einer ständig nachwachsenden Wolle umgezüchtet, die regelmäßig – etwa vier bis fünf Mal jährlich – geschoren werden muss. Durch das überlange Fell besteht bei warmen Umgebungstemperaturen ständig das Risiko eines Hitzestaus. Und das häufige notwendige Scheren bedeutet extremen Stress für die sensiblen Fluchttiere.

Die Tiere leiden zudem häufig unter Augenreizungen und im Sommer unter Fliegenmadenbefall, der tödlich enden kann. Ein weiteres mitunter tödliches Gesundheitsproblem ist die Entstehung sogenannter Bezoare, das sind Haarballen im Magen, die zu schwerwiegenden Verstopfungen führen können. Grund dafür ist das Schlucken der vielen feinen Haare während des Putzens.

Angora-Kaninchen auf einer grünen Wiese.

Englischer Widder

Widder (Widderkaninchen), besonders der Englische Widder, sind Qualzuchten, da ihre extrem langen Ohren oft so am Boden schleifen, dass diese wund werden und sich dauerhaft entzünden. Die überproportional langen Ohren schränken die Tiere in ihrer Bewegungsfreiheit ein und bergen ein hohes Verletzungsrisiko. Außerdem ist die Thermoregulation des Körpers gestört, weil sie zu viel Wärme über die großen Ohren abgeben.

Englischer Widder liegt auf weißem Stoff.

Goldfisch

Selbst in der Aquarienwelt gibt es Qualzuchten, nämlich Fische mit besonders skurillen Missbildungen der Fischaugen, zum Beispiel bei Goldfischen. Diese werden als "Himmelsgucker", "Blasenaugen" oder "Pop eyes" gehandelt. Doch diese angezüchteten Glotzaugen, haben nichts mit der Fischkrankheit "Glotzaugen" zu tun. Es gibt auch Goldfisch-Züchtungen mit fehlenden Rückenflossen: Dies führt dazu, dass die Fische zur Freude des Betrachters lebenslang schaukelnd durch das Becken schwanken.

Goldfisch mit herausquillenden Augen.

SWR | Stand: 25.02.2020, 11:00

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