Elektronik am Steuer

Moderne Assistenzsysteme 03:20 Min. Verfügbar bis 30.12.2099

Sicherheit im Straßenverkehr

Elektronik am Steuer

Von Andrea Reischies/Wiebke Ziegler

Sicherheitssysteme, wie Antiblockiersystem (ABS) und Elektronische Stabilitäts-Programm (EPS), gehören inzwischen zur Standardausstattung. Doch moderne Autos können noch mehr: Sie parken selbstständig ein und bleiben automatisch in der Spur.

Abstandsregelung

Die Umfeldwahrnehmung bildet die Grundlage der Assistenzsysteme, die den Komfort und die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern sollen. Dazu muss die Fahrzeugtechnik 360 Grad um das Auto herum das Geschehen wahrnehmen und bewerten können.

Videokameras oder Radarsensoren, die unter Nummernschild, Stoßstange oder am Rückspiegel angebracht sind, überwachen den Fernbereich. Ultraschallsensoren, Infrarot- oder Radarsensoren registrieren alles im Nahbereich.

Mit den Informationen kann die Steuerung des Fahrzeugs automatisch auf Fließverkehr reagieren und einen sicheren Abstand zum voranfahrenden Wagen einhalten.

Autobahn aus der Vogelperspektive

Genügend Abstand zum Vordermann kann Unfälle verhindern

Das System nennt sich "Adaptive Cruise Control" (ACC). Sobald sich im Messbereich des Fahrzeugs kein Auto mehr bewegt, beschleunigt der Automat auf die Geschwindigkeit, die der Fahrer zuvor eingestellt hat.

Spurassistenten

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, weil ein Fahrer abgelenkt ist, übermüdet fährt oder sogar am Steuer einschläft. Der Spurhalteassistent warnt den Fahrer, sobald das Fahrzeug die Fahrbahnmarkierung überfährt.

Das System wertet dazu verschiedene Informationen aus: Ist der Blinker eingeschaltet? Ist eine deutliche Lenkbewegung erkennbar, die darauf hindeutet, dass der Fahrer die Spur absichtlich wechseln wollte?

Deutet alles auf ein ungewolltes Verlassen der Spur hin, wird der Fahrer durch Vibration am Lenkrad oder ein akustisches Signal gewarnt. In manchen Fahrzeugen korrigiert das Fahrzeug automatisch und ganz leicht die Lenkbewegung in die andere Richtung.

Spurwechselassistenten unterstützen den Fahrer bei einem anderen Problem – dem toten Winkel. Eine kleine Lampe im Außenspiegel warnt vor einem herannahenden Fahrzeug auf der Nebenspur. Besonders auf der Autobahn kann das eine große Hilfe sein.

Von der Einparkhilfe zum automatischen Einparken

Einparken ist für die einen ein Geschicklichkeitstest, der Spaß macht, für andere, besonders Fahranfänger, bedeutet es Stress und oft eine Schramme am Kotflügel. Deshalb werden Einparkhilfen inzwischen auch bei Mittel- und Kleinwagen angeboten.

Die Autos sind mit einem Sensor rechts hinten, zum Beispiel unter der Stoßstange, ausgestattet. Sie messen die Entfernung zu den Hindernissen, an denen vorbeigesteuert werden muss. Über Raddrehzahlsensoren ist die Position des Fahrzeugs zu jeder Zeit bekannt und der Computer kann so die Länge der Parklücke ausmessen. Er warnt den Fahrer über ein akustisches Signal, wenn der minimale Abstand zum Hindernis erreicht ist.

Das Cockpit mit Armaturenbrett und Einparkhilfe

Einparkhilfen können Schrammen verhindern

Die nächste Entwicklungsstufe sind Fahrzeuge, die selbstständig und automatisch einparken können. Dazu ist eine weitere kommunikative Verbindung zwischen den einzelnen Steuergeräten notwendig.

Da der Fahrer immer die Kontrolle über das Fahrzeug behalten soll, muss vor dem Einparken der Assistent aktiv eingeschaltet werden. Erst dann fährt das Auto automatisch in die Parklücke. Bei manchen Modellen muss der Fahrer noch nicht einmal mehr im Fahrzeug sitzen. Er kann das Ganze vom Straßenrand aus beobachten.

Stand: 01.07.2019, 14:44

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