• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Kirchenbau-Geschichte

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Kultur & Medien
  • Architektur
  • Petersdom
  • Kirchenbau-Geschichte

Kirchenbau-Geschichte

Seit der Antike sind Kirchen beeindruckende Zeugnisse christlichen Glaubens – und nicht nur das: Ihre Architektur, Fresken und Glasmalereien machen sie sogar selbst zu einem Stück Himmel aus Stein. Seit 1700 Jahren werden in Europa christliche Kirchen gebaut, die in ihrer Form und Ausstattung nicht unterschiedlicher sein könnten. Im 4. Jahrhundert, nachdem das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde, entstanden die ersten Kirchen. Zunächst wurden öffentliche Gebäude wie zum Beispiel Gerichtssäle oder heidnische Heiligtümer zu christlichen Sakralräumen umfunktioniert. Als Ort für den frühchristlichen Kirchenbau dienten auch Apostelgräber. Berühmtes Beispiel ist der alte Petersdom in Rom, der auf dem Grab des Apostel Petrus errichtet wurde.

Strebewerk im Kölner Dom (Rechte: AKG)

Strebewerk im Kölner Dom

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Petersdom
Michelangelo
Multitalent aus Florenz
Wissensfrage
Gotik
Sehenswürdigkeiten
Kirchenbau-Geschichte
Literatur & Co

Vorromanische und romanische Kirchen

Der Untergang des Römischen Reiches bedeutete auch das vorläufige Ende einer umfassenden Kirchenbautätigkeit. Erst mit den Karolingern unter Karl dem Großen entstand im 8. Jahrhundert wieder eine monumentale Sakralarchitektur. Zu den beindruckendsten Kirchen, die der Kaiser bauen ließ, gehört wohl die Pfalzkapelle in Aachen. Im karolingischen Baustil bildete sich die dreischiffige Basilika mit Vorchorjoch und halbrunder Apsis heraus. Das Querhaus war noch kein gleichrangiger Bestandteil der Kirchenarchitektur.

Auf den karolingischen Baustil folgte der Ottonische, der seinen Namen vom Kaisergeschlecht der Ottonen ableitet. Bestes Beispiel dafür ist der Dom St. Michael in Hildesheim. Mit der Ottonischen Architektur bildete sich ein fester Grundrisstyp heraus, der unter den Saliern weiter geführt wurde.

Dom von Speyer, Blick von Nordosten (Rechte: AKG)

Kaiserdom in Speyer

Vergrößern

Die architektonische Herausforderung des 11. Jahrhunderts ist der Wölbungsbau, der so monumentale Bauten wie den Kaiserdom in Speyer, die Klosterkirche von Cluny oder die Wallfahrtskirche St. Philibert in Burgund möglich machte. Die Romanik, die sich zeitlich zwischen 1000 bis 1250 fassen lässt, ist der erste eigenständige Baustil des nachantiken Mitteleuropas, der sich hinsichtlich seiner Begrifflichkeit jedoch auf die Bautradition Roms bezieht.

Vorherrschender Kirchentyp ist die Basilika. Die länglichen Gebäude haben ein erhöhtes Mittelschiff, das von zwei niedrigeren Seitenschiffen, meist abgetrennt durch Rundpfeiler begleitet wird. Bei einer dreischiffigen Basilika durchdringen das Hauptschiff und das Querschiff einander. An dieser Stelle entsteht die Vierung, über der sich der Vierungsturm erhebt. Säulen, Kapitelle, Rundbögen und Gewölbe werden nun eigenständig komponiert.

Egal ob die Prioratskirche St. Martin in Burgund oder die Klosterkirche St. Peter und Paul in Romainmôrtier (Schweiz), viele romanische Kirchen zeichnen sich durch ihren voluminösen Baustil, dicke, festungsgleiche Mauern mit Obergarden und mächtigen Pfeilern aus. Dieser Festungscharakter verlieh den romanischen Kirchen oftmals den Namen "Burg Gottes".

Die südliche Querhausfassade des Kölner Doms (Rechte: AKG)

Bedeutender Bau der Hochgotik: Der Kölner Dom

Vergrößern

Die Gotik

Was stilistisch im romanischen Kirchenbau begonnen wurde, setzte sich in der Gotik weiter fort. Die erste gotische Kirche ist die Klosterkirche von Saint-Denis, in deren Chorneubau von 1140 zum ersten Mal der Spitzbogen mit dem Kreuzrippengewölbe kombiniert wurde. Nördlich der Alpen errichteten viele Bürgergemeinden noch bis Ende des 15. Jahrhundert spätgotische Pfarrkirchen.

Die häufigste Form des Grundrisses im gotischen Kirchenbau ist, wie schon in der Romanik, das lateinische Kreuz und der Langbau. Kreuzrippengewölbe, Spitzbogen und Maßwerk sind die neuen Elemente der Gotik, ebenso wie das kreisrunde Rosettenfenster an repräsentativen Fassaden, meist über dem Westportal wie im Straßburger Münster. Die neuen architektonischen Komponenten übernehmen auch wichtige statische Funktionen. So wird der Druck, der mit dem Schlussstein auf den Eckpunkten des Kreuzrippengewölbes lastet, durch den Gegendruck der äußeren Strebebögen, ausgeglichen.

Es entsteht ein Gleichgewicht der Kräfte, so dass die Last des Gewölbes in senkrechter Richtung nach unten abgeleitet wird, was die Stabilität der Kirche bewirkt. Da der Druck auf den Pfeilern und Strebebögen ruht, können charakteristisch für den Stil die Wände durch ein filigranes System von Fenstern aufgelöst werden. Die großflächigen Fenster erzeugen einen hellen lichtdurchfluteten und leichten Sakralraum. Die immer größeren Kirchenfenster steht für das Bemühen, dem Haus des Herrn mehr Licht und damit mehr Göttliches zukommen zu lassen. Denn das Licht ist das eigentlich Schöne, in dem sich das Gute im theologischen Sinn das Göttliche offenbart.

Gotische ebenso wie romanische Kirchen versinnbildlichten die christliche Ideenwelt. So ist die gotische Kathedrale nicht nur ein Haus aus Stein, sondern hat vom Westportal bis zur östlichen Apsis über Fenster und Pfeiler selbst allegorische Bedeutung. Das Kirchengebäude weist selbst schon auf das Himmlische Jerusalem hin.

Die Kathedralen von Senlis, Sens und Paris markieren wichtige Stationen auf dem Weg zur Hochgotik, die bereits Anfang des 13. Jahrhundert in Chartres, Reims und Amiens erreicht war. Von dort breitete sich der Stil durch international arbeitende Baumeister im ganzen westlichen und mittleren Europa aus. Bedeutende Bauten in Deutschland sind das Freiburger und Ulmer Münster sowie der Kölner Dom.

Hochaltar der Klosterkirche von Neuzelle (Rechte: AKG)

Klosterkirche von Neuzelle

Vergrößern

Barock

Gehörte der alte Petersdom in Rom noch zur frühchristlichen Sakralarchitektur, so markiert der heute noch bestehende, von Michelangelo entworfene Bau schon den Beginn des Barock. Parallel zum Absolutismus entwickelte sich die barocke Kirchenarchitektur im 17. Jahrhundert in Europa und Lateinamerika heraus. Sie wurde durch die Jesuiten sehr unterstützt. Il Gesù in Rom, die Stammkirche der Jesuiten, repräsentiert den Prototyp des Barock.

Der barocke Baustil wurde zum Symbol der Gegenreformation, die die weltliche Macht der Kirche unterstreichen wollte. Im Barock legten die Baumeister wie Balthasar Neumann oder Caspar Moosbrugger viel Wert auf die üppige Ausgestaltung der Innenräume durch Putten, Girlanden und große Deckengemälde. Für die aufwändige, oftmals verspielte Ausschmückung und Altarraumgestaltung wurde sehr oft Marmor, Gold und Alabaster verwendet. Decken, Gesimse und Fensterumrahmungen aus Stuck entstanden. Die Außenfassade sind durch eine auffallende Steigerung zur Mitte hin charakterisiert. Der barocke Baustil setzt sich vor allem in katholischen Gegenden wie Süddeutschland und Österreich durch.

Wichtige barocke Bauten sind Vierzehnheiligen in Bayern, die Basilika Weingarten, Einsiedeln oder die Klosterkirche Birnau am Bodensee. In Ostdeutschland gilt die wieder errichtete Frauenkirche, der größte Sandsteinbau der Welt, als wichtigste barocke Sakralarchitektur.

St.Canisius Kirche in Berlin (Rechte: AKG)

Ornamente und Maßwerk gelten als überflüssig

Vergrößern

Moderner Kirchenbau

Nach klassizistischen und historistischen Kirchenbauten im 19. Jahrhundert entwickelt sich im 20. Jahrhunderts eine große Vielfalt an Sakralbauten heraus, die sich unter dem Architekturbegriff der Moderne beschreiben lassen. Die Kirchen des 20. Jahrhunderts weisen die unterschiedlichsten Formen auf, es gibt, runde, ovale oder einfache Hallenkirchen. Übergeordnetes Bauprinzip ist, dass die Form dem Zweck, die Konstruktion dem Material zu folgen habe. Ornamente und Maßwerk gelten als überflüssig. Den klarsten Zusammenhang von Form, Inhalt, Konstruktion und Material findet die Architektur in der Umsetzung durch transparente Glas-Stahl-Bauten. Berühmtes Beispiel einer modernen Kirche ist die Friedrich-Wilhelm-Gedächnis Kirche von Egon Eiermann in Berlin.

In Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils soll an die Stelle der festen Burg wie noch in der Romanik das Zelt treten, das symbolisch für die Behausung des wandernden Gottesvolkes steht. So greift die Architektur sehr oft auf die Zeltform zurück wie etwa bei der Nevigeser Wallfahrtskirche. Vor allem hat sich die Anordnung um den Altar verändert, der Altar und die Kanzel werden zurückgedrängt oder in der Raumgestaltung ganz ausgespart.

Das Individuum rückt stärker in den Mittelpunkt der Messe. Auch soll die geschlossene Gesellschaft der Gläubigen symbolisch durch die Präsenz der Christen auf den Marktplätzen der Welt ersetzt werden. Abgesehen vom Gottesdienst haben Kirchenräume überdies andere Aufgaben zu erfüllen, sie gelten als so genannte Multifunktionsarenen, in denen Konzerte und Theater stattfinden.

Nicht zuletzt werden Kirchen aufgrund des Rückgangs an Gläubigen ihrer ursprünglichen Gottesdienstfunktion beraubt. Kirchen werden zu Wohnhäusern, Bibliotheken oder wie im Fall von St. Maximin in Trier gar zu Turnhallen umfunktioniert.

Sabine Kaufmann, Stand vom 01.06.2009

Mehr zum Thema

Collage mehrerer Bauwerke (Rechte: SWR)

Architektur


  • Tunnel
  • Kölner Dom
  • Türme
  • Bauhaus
  • Denkmalschutz

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/architektur/petersdom/geschichte.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.