Kropfband

SW-Foto: Frau mit Kropfband um den Hals

Salzburg

Kropfband

In der traditionellen Salzburger Trachtenmode gibt es speziell für Frauen einen Halsschmuck, der meist aus einem breiten verzierten Samtband besteht.

Neben der einfacheren Variante, die aus einem circa sechs Zentimeter breiten, mit Perlen, Schmucksteinen oder Stickereien verzierten Samtband bestand, trugen die reicheren Salzburgerinnen eine Luxusausführung dieses traditionellen Schmuckstücks.

Dabei wurden viele dünne Gold- oder Silberkettchen mit Stegen verbunden, die ein Verdrehen oder Verheddern verhindern sollten. Sie liefen an einem aufwändig gefertigten Mittelstück zusammen, das den vorderen Halsbereich zierte.

Dieses Mittelstück war oft eine filigran ausgeführte Goldschmiedearbeit, präsentierte sich reich ornamentiert und war zusätzlich noch mit Edel- und Halbedelsteinen geschmückt.

Die kostbaren Halsbänder gehörten zu der Festtagstracht früherer Frauen-Generationen und dienten einem ganz bestimmten Zweck. Auch heute werden sie noch gerne zu besonderen Anlässen getragen, wenngleich ohne die besondere Notwendigkeit vergangener Tage.

Der wenig schöne Name für dieses äußerst schöne Schmuckstück, das vor allem ab dem 19. Jahrhundert den Frauenhals zu einem Blickfang werden ließ, lautet "Kropfband". Seinen Ursprung hat das Kropfband in der salzigen Geschichte des Salzburger Landes.

Schon ab 1300 vor Christus wurde in der Salzburger Region weißes Gold gewonnen. Doch es mussten noch einige hundert Jahre vergehen, bis keltische Stämme mit dem bergmännischen Abbau von Salz im großen Stil begannen und auch regen Handel damit trieben.

Abgelöst wurden die Kelten im Jahre 14 vor Christus von den Römern. Und auch der Reichtum der ab dem Jahre 739 regierenden Erzbischöfe geht auf das weiße Gold zurück. Bis 1967 wurde im Salzburger Land Salz gewonnen und bis dahin hatte das weiße Gold viele hundert Jahre lang Arbeitsplätze und Wohlstand gebracht.

Aber einen Fehler hatte das Salz aus der Region: Anders als Meersalz beinhaltete es kein Jod. Dieser Jodmangel führte zu einer krankhaften Verdickung des Kropfes.

Anders als heute konnte dieser Mangel nicht durch gute ausgewogene Ernährung oder Jodzusätze ausgeglichen werden. Um die Narben einer Kropfoperation oder den Kropf selbst zu verdecken, wurden für die Frauen des Salzburger Landes Kropfbänder zum Bestandteil ihrer Festtagstracht.

Autor: Alfried Schmitz

Stand: 28.08.2017, 11:39

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