Kauf von Tropenholz

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Kauf von Tropenholz

Von Melanie Wieland

Wer seinen Garten oder seine Terrasse mit Holzmöbeln ausstatten will, schwört auf Teakholz. Das ansehnliche Tropenholz gilt als witterungsbeständig, es trotzt Wind und Wetter. Doch Teakholz ist auch in Verruf geraten.

Der sicherere Weg – das FSC-Ökosiegel

Umweltverbände warnen seit vielen Jahren vor dem Kauf von Teakholz-Möbeln, da das Holz aus den tropischen Regenwäldern stammt, deren Bestand weltweit gefährdet ist. Dennoch boomt der Markt mit Gartenmöbeln aus Teak.

Viele Waren werden mit fragwürdigen Öko-Siegeln versehen, um das Gewissen der Käufer zu beruhigen. "Plantagenteak" heißt es auf diesen Siegeln, oder Holz "aus kontrolliertem Anbau". Meistens sind diese Behauptungen frei erfunden, die Industrie betrügt in Sachen Teak, was das Zeug hält.

Wer wirklich sicher gehen will, dass seine Gartenmöbel dem Regenwald nicht schaden, kann sich nur auf ein einziges Siegel verlassen: das FSC-Siegel, das von der Wald- und Umweltschutzorganisation "Forest Stewardship Council" vergeben wird. Der FSC wird als einzige Organisation von Umweltverbänden und Verbraucherzentralen unterstützt.

Vor allem werden die Kontrollen des FSC von unabhängigen Gutachtern durchgeführt. Nur diese Maßnahme stellt sicher, dass sich Möbelhersteller und Industrie nicht selbst Unbedenklichkeits-Gutachten ausstellen.

Die Grundsätze des FSC schreiben unter anderem vor, dass die Waldbewirtschaftung die Ressourcen schonen und die biologische Vielfalt schützen muss. Darüber hinaus müssen die Rechte der einheimischen Bevölkerung gewahrt und ihre Kultur respektiert werden.

Nicht zuletzt müssen die Arbeitsbedingungen der Holzarbeiter sozial verträglich gestaltet sein – alles Bedingungen, die den Nachhaltigkeits-Kriterien der internationalen Staatengemeinschaft gerecht werden.

Sinnvolle Forstwirtschaft schützt den Regenwald

Es ist nicht zwangsläufig besser für die Umwelt und den Regenwald, ganz auf Tropenholz zu verzichten. Eine nachhaltige Forstwirtschaft mit Tropenholz kann sogar verhindern, dass die Wälder für Plantagen – deren Erträge wesentlich mehr Gewinn bringen – gerodet werden. Denn dann ist die "grüne Lunge" unwiderruflich dahin.

Die Verwendung anderer Hölzer, zum Beispiel im Fensterbau, ist ebenfalls nicht umweltfreundlich. Denn Holz, das nicht die gleiche Witterungsbeständigkeit aufweist wie Teakholz, muss chemisch behandelt werden – zu Lasten der Natur und der Gesundheit der Verbraucher.

Für Garten- und Terrassenmöbel dagegen kann man auf andere, einheimische Holzsorten zurückgreifen. Lärche, Douglastanne, Robinie oder Fichte können ebenfalls verwendet werden, wenn man sie mit einer einfachen Schicht Leinöl imprägniert. Es muss nicht immer Tropenholz sein.

Stand: 19.07.2019, 13:00

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