Allergietherapien

Allergie-Therapien Planet Wissen 24.03.2020 02:51 Min. Verfügbar bis 05.06.2024 WDR Von Kristina Graß

Allergien

Allergietherapien

Von Hans Jürgen von der Burchard

Eine Therapie, die allen Allergikern helfen würde, gibt es bisher noch nicht. Die einfachste Methode besteht darin, Allergene zu meiden. Ist das nicht möglich, können Medikamente die Beschwerden lindern.

Allergenkarenz – Allergene meiden

Maßnahmen, um den Kontakt mit Allergenen zu vermeiden, bezeichnen Ärzte als "Allergenkarenz". Menschen mit Heuschnupfen etwa können ihre Freiluftaktivitäten so legen, dass sie reizende Pollen weitgehend meiden. Dabei helfen Pollenflugkalender und aktuelle Pollenflugvorhersagen im Internet.

Wenn sich im Beruf der Kontakt mit Allergenen – zum Beispiel als Bäcker mit Mehlstaub – nicht vermeiden lässt, sollten die Betroffenen an eine Umschulung denken.

Vorübergehende Linderung der Beschwerden finden Patienten im Hochgebirge oder in stillgelegten Bergwerksstollen. In der trockenen kühlen Luft gibt es kaum Pollen, und die Lebensbedingungen für Staubmilben und Schimmelpilze sind schlecht.

Samen an einem Birkenzweig und eine Person im Hintergrund, die sich ein Taschentuch vor den Mund hält

Leicht gesagt: Allergiker sollten Allergene meiden

Medikamente – Histamine bremsen

Ein akuter allergischer Anfall lässt sich mit Antihistaminika bremsen. Als Gegenspieler des Histamins verhindern sie Entzündungsreaktionen.

Einen anderen Wirkmechanismus hat die Cromoglicinsäure: Sie hemmt die Ausschüttung entzündungsfördernder Substanzen der Mastzellen. So bleiben die unerwünschten Symptome aus.

Ein Löffel voll Tabletten.

Antihistamine können allergische Reaktionen blockieren

Hyposensibilisierung – Gewöhnung

Bei dieser Behandlungsmethode bekommt der Patient das Allergen regelmäßig und in steigender Dosis über einen längeren Zeitraum verabreicht. Dabei gibt es unterschiedliche Verfahren:

Subkutane Immuntherapie (SCIT)

Hierbei werden die Allergene mit einer Spritze subkutan ins Gewebe gebracht, wobei man die Dosis nach und nach steigert. Die Spritzen werden über bis zu drei Jahre alle vier bis sechs Wochen vom Allergologen in der Praxis verabreicht. Der Patient bleibt bis zu 30 Minuten unter Beobachtung, denn es kann bei der Behandlung zu starken allergischen Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock kommen.

Sublinguale Immuntherapie (SLIT) 

Dabei werden die Allergene in Tropfen oder Tablettenform über drei Jahre täglich unter die Zunge gegeben. Die Dosierung ist dabei niedriger als bei der subkutanen Methode und kann nach einer Eingewöhnung in der Praxis täglich allein zu Hause eingenommen werden. Wie die subkutane Methode dauert auch diese Hyposensibilisierung circa drei Jahre. Nebenwirkungen wie Halskratzen oder Kribbeln im Mundbereich können auftreten.

Irgendwann toleriert das Immunsystem das Allergen, auf das es zuvor so heftig reagiert hat. In vielen Fällen ist diese langwierige Therapie erfolgreich. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht bekannt.

SWR | Stand: 12.05.2020, 17:40

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